Weniger ist mehr

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Hier fehlt etwas: die Fahrbahnmarkierungen. Dafür wurden unsichtbare Striche gezogen: Alle Vorrechte für bestimmte Verkehrsteilnehmer gelten in diesem Bereich nicht mehr. Das heißt: Fußgänger, Fahrradfahrer, Autos haben dieselben Rechte und müssen aufeinander Rücksicht nehmen. Es gibt nur noch eine Regel: rechts vor links.

"Die Kunst des Weglassens", wird das in Holland genannt. Von dort kommt das Konzept "Shared Space", geteilter Raum, und in Deutschland wird es bereits an einigen Orten ausprobiert. Allerdings ist es mit dem Abmontieren von Verkehrsschildern nicht getan: Wie hier im niedersächsischen Bohmte wird der Asphalt-Straßenbelag entfernt und stattdessen großflächig rotes Pflaster verlegt. Bordsteine und Parktaschen verschwinden auch. Das soll die Aufmerksamkeit der Autofahrer in diesem besonderen Verkehrsbereich schärfen, kostet aber viel Geld.

Der Effekt ist erst einmal positiv: Weil keine Fahrbahngrenzen mehr existieren, fahren Autofahrer unwillkürlich langsamer. Die Verkehrsberuhigung nützt Anwohnern und Einkaufenden. Doch um die Akzeptanz bei Autofahrern nicht zu überfordern, sollte "Shared Space" sich auf maximal 500 Meter ausdehnen, empfiehlt der ADAC.