Vier Monate mit "Luna"

Die Flitterwochen per Pauschalreise – oder lieber im alten Wohnmobil die Welt entdecken? Christine Backman und ihr Mann Shane sagten "Ja" zu einer ungewöhnlichen Hochzeitsreise.

 

Muss es die Honeymoon-Suite im Fünf-Sterne-Hotel sein? Ist ein Sonnenuntergang in der Wüste Nevada romantischer als einer in Ostfriesland?

Für Christine Backman und ihren australischen Freund Shane war die Antwort längst klar. Sie hatten einen Traum: Nach der Hochzeit wollten sie gemeinsam im Wohnmobil durch Europa touren.

Auf dem Fünften Kontinent hatten sie einander kennen- und lieben gelernt. Christine Backman: "Wir wollten in meiner Heimat heiraten und zehn Monate in Deutschland verbringen."

Im April 2010 flogen die beiden nach Deutschland und begannen mit den Vorbereitungen für ihren großen Tag. Dazu gehörte natürlich auch die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug. "Im nordrhein-westfälischen Beverungen fanden wir schließlich unser Traumauto, einen weinroten Mercedes Benz 100 D Modell Luna, Baujahr 1991.“ Sie tauften ihr Wohnmobil auf den Namen "Luna“.

Schnell war klar, dass die Flitterwochen nicht ausreichen würden, um die Reiselust der beiden zu stillen. "Deshalb haben wir vor der Hochzeitsreise noch eine kleine Städtetour durch Dresden, Berlin und Leipzig gemacht." Diese Testfahrt bestand der – nicht die – "Luna“ ohne Zwischenfälle.

Am 11. Juni 2010 ging es los. In Sanderahm im Landkreis Friesland, dem Heimatort von Christines Eltern, besiegelten der Australier und die Deutsche ihre Liebe vor den Augen von Verwandten und Freunden. Auf ein rauschendes Fest folgte die lang ersehnte Hochzeitsreise in ihrer mobilen Unterkunft. Endlich konnte es losgehen: "'Luna’ wurde unser Zuhause für vier Monate Flitterwochen.“

Die Flitterwochen gingen einmal quer durch Europa

Die Reiseroute führte das junge Paar an viele schöne Plätze: Sie machten Halt in Bayern und besuchten das Oktoberfest in München, sahen die "Tour de France“ in Paris, fuhren entlang der Costa Brava und zum Plattensee.

Die schöne Zeit in ihrem roten Wohnmobil hielt das junge Paar durch zahlreiche Trophäen fest: "In jeder neuen Stadt wurde 'Lunas’ Ersatzreifen am Heck des Wagens angebracht war, mit einem neuen Aufkleber verziert.“

Die Flitterwochen gingen zu Ende, doch die beiden bekamen einfach nicht genug von ihrem "Luna“-Mobil. Kurzentschlossen ging es noch einmal nach Prag. Als "Luna“ schließlich 20.000 Kilometer mehr auf dem Tacho hatte, waren die freien Tage fast aufgebraucht und die Arbeit im fernen Australien rief.

Was wird denn nun aus Luna?

Aber was sollte mit „Luna“ geschehen? Verkaufen? Das macht man doch nicht! "Wir wollten 'Luna’ natürlich behalten. Unser erster Gedanke war, dass wir ihn bei meinen Eltern unterstellen könnten.“ Doch auch ein Fahrzeug, das nicht bewegt wird, kostet Geld.

Daher überlegten es sich die beiden anders und inserierten das Wohnmobil wieder bei mobile.de. "Wir hatten nicht erwarteten, dass sich im Monat November Interessenten für Wohnmobile finden lassen. Außerdem wollten wir "Luna’ nur in gute Hände abgeben.“

Schneller, als es den beiden lieb war, meldete sich eine Familie, die "Luna“ weiter als Camper nutzen wollte. "Der Abschied war nicht leicht, es flossen sogar ein paar Tränen." Zum Glück besteht weiterhin Kontakt zu den neuen Eigentümern. "Wir freuen uns, dass 'Luna’ weiterhin so gut läuft.“

Christine und Shane leben heute in einem kleinen Ort in der Nähe von Melbourne und feierten vor gut einer Woche ihren ersten Hochzeitstag.

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