2. Frühling für den Scheunenfund

Andreas Krüger hat lange gesucht und noch länger daran geschraubt: sein Auto-Traum ist ein BMW 2002 TI Alpina – ein Sportwagen, der die Menschen fasziniert. Damals wie heute.
 

Was ist ein Scheunenfund? Hinter diesem rätselhaften Begriff verbirgt sich ein romantischer Auto-Traum von Tausenden Oldtimer-Fans: Der Traum, mehr oder weniger zufällig auf ein Auto zu stoßen, das von seinem ursprünglichen Besitzer vor Jahrzehnten in einem Schuppen oder eben einer Scheune abgestellt und dann vergessen wurde.

Das kommt häufiger vor, als man glaubt. Doch die meisten Scheunenfunde sind nicht mehr zu gebrauchen, weil in Scheunen nicht die gleichen klimatischen Bedingungen herrschen wie in einem gut temperierten Museums-Depot. Als Andreas Krüger den ramponierten BMW 2002 TI Alpina über ein Inserat bei mobile.de fand, war der alles andere als fahrbereit.

"Der Wagen stand nach einer bewegten Geschichte über 25 Jahre zerlegt und vergessen in einer Scheune." Doch der einst legendäre Sportwagen, 1969 gebaut, hatte Glück: Er war an einen echten Fan geraten.

Denn Andreas Krüger war bereits von Kindheit an dem BMW 2002 verfallen. "Ich saß schon als Kind auf dem Rücksitz eines solchen Wagens, da meine Eltern genau den gleichen hatten. Beziehung für das Leben, sozusagen."

Er machte sich ans Restaurieren. "Das Schwierigste war, die Rennteile aufzutreiben." Von dem Alpina-2002 TI, mit 160 PS damals eine kleine Sensation, wurden nur 16.000 Stück gebaut. Heute sind nur etwa 100 Exemplare erhalten geblieben.

Video: Andreas Krüger präsentiert seinen Auto-Traum

Der Mühe Lohn: 1. Platz bei einer Youngtimer-Schönheitskonkurrenz

Krüger löste das Problem, indem er ganze Schlachtfahrzeuge auftrieb und zerlegte. Unvorstellbar: Zehn Jahre schweißte, schraubte und polierte er an dem 2002 TI Alpina. "Immer, wenn ich wieder ein Teil aufgetrieben hatte, ging's weiter."

Ganz allein hatte der Autodidakt, im bürgerlichen Leben Journalist, die Aufgabe umgesetzt. "Mindestens 1.000 Stunden", so schätzt er, hat er am und unter dem 2002er verbracht.

Hilfreich dabei: Die Substanz war gesund, denn vor seiner Abmeldung hatte der kleine Vierzylinder nur etwa 7.000 Kilometer gelaufen. Dann gab es einen Frontschaden, der 2. Besitzer wollte den Wagen aufbauen, doch verlor er irgendwann die Lust. Krüger dagegen nicht.

Seiner Mühe Lohn: 1. Platz bei der Schönheits-Konkurrenz "Stuttgart sucht den Super-Oldtimer" in diesem Frühjahr – in der Kategorie "Tuning". Der kleine Kracher ist ja auch wirklich eine Augenweide: Bis zu den Aufklebern ist alles original. Wie zu den Zeiten, als ein Lauda oder Stuck auf dem Tourenwagen-Cup damit seine ersten Lorbeeren erntete.

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