mobile.de: Teurere Winterreifen

Höhere Kautschukpreise sind die Ursache

Winterreifen werden teurer

Ausgerechnet jetzt: Der Winter steht vor der Tür, da steigen die Preise für schneetaugliche Reifen. Sind Allwetter-Reifen die Lösung? Ein aktueller Test des ADAC rät dringend davon ab.

Das war vorherzusehen: Autofahrer müssen mit dem baldigen Wintereinbruch rechnen. Das heißt: Winterreifen aufziehen!

Das ist ein Befehl: Seit einem Jahr gilt Winterreifen-Pflicht. Wer bei Schnee, Eis oder Eisregen keine Winterreifen hat, darf nicht losfahren.

Tun Sie es trotzdem, droht nicht bloß ein Bußgeld von 40 Euro – Verstöße gegen die neue Verordnung werden darüber hinaus mit einem Punkt in Flensburg bestraft.

Wer sich mit Sommerreifen sogar festfährt und andere behindert, kriegt die doppelte Geldbuße (80 Euro) aufgebrummt. Die Vorschrift gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Motorräder.

Neues Gesetz verlangt nach "M + S"-Symbol

Was Sicherheitsexperten kritisieren: Winterreifen werden von der Vorschrift nicht sehr genau beschrieben.

Die "richtigen“ Reifen müssen lediglich ein "M+S“-Symbol an der Flanke tragen.

Das ist ein kleiner Rückschritt – denn bisher galt als Kriterium für "echte“ Winterreifen ein anderes Symbol.

Winterreifen sind an den feinen Lamellen erkennbar

In den letzten Jahren empfahlen Autofahrerclubs und Hersteller, nur Reifen mit dem Schneeflocken-Symbol an der Flanke zu kaufen.

Dieses Symbol ist in den USA vorgeschrieben. Es bescheinigt, dass der Reifentyp seine Wintereigenschaften in einem Vergleichstest auf einer schneebedeckten Fahrbahn nachgewiesen hat.

"M&S“ dagegen tragen auch viele Reifen, die gar nicht für Winterbetrieb vorgesehen sind.

Grundsätzlich sollten Autofahrer also beim Kauf neuer Reifen darauf achten, dass beide Symbole auf dem Reifen stehen.

Der Unterschied ist auch leicht sichtbar: Winterreifen haben auf dem gesamten Profil feine Lamellen, die den Schnee absorbieren sollen.

Zehn Prozent höhere Preise für neue Reifen

Aber Autofahrern wird der Kauf neuer Reifen alles andere als leicht gemacht: Die Preise sind erheblich gestiegen.

Bis zu zehn Prozent beträgt die Teuerung – schuld sind die gestiegenen Kautschukpreise.

Das Angebot hat hingegen keinen Einfluss auf die Preise: Nach Auskunft der Reifenindustrie gibt es alle Formate in ausreichender Menge.

Um die 400 Euro für einen zweiten Satz Reifen sind kein Pappenstiel. Kein Wunder, dass sich viele Autofahrer mit einem Trick um die Investition drücken.

Ganzjahresreifen sind ein fauler Kompromiss

Denn es gibt ja noch die dritte Art: So genannte Ganzjahresreifen oder auch Allwetterreifen versprechen volle Tauglichkeit durch alle Jahreszeiten.

Wirklich? Der ADAC machte die Probe und testete sechs gängige Ganzjahresreifen.

Das Ergebnis: Alleskönner gibt es nicht – wer es allen (Jahreszeiten) recht machen will, macht es bei keinem Wetter richtig.

Tipps zum Reifenkauf

Wenn Sie Winterreifen kaufen, sollten Sie einige Dinge berücksichtigen:

  • Denken Sie auch an versteckte Kosten: Zum nackten Reifen kommt noch der Preis fürs Aufziehen, Wuchten, Ventil und eventuell die Stahlfelge.
  • Je nach Region, Stadt oder Land kostet die Reifenmontage zwischen 7 und 30 Euro pro Felge. Vergleich lohnt sich!
  • Stellen Sie sich auf Wartezeiten beim Reifenhandel und bei Werkstätten ein. Für die Montage sollten Sie vorsorglich einen Termin vereinbaren.
  • Die Investition in extra Stahlfelgen für Winterreifen lohnt sich, denn zu häufiges Umziehen lässt Sommer- wie Winterreifen vorzeitig altern.
  • Lassen Sie sich keine alten Reifen andrehen: Die DOT-Nummer an der Reifenflanke zeigt Woche und Jahr der Fertigung an, so steht z.B. "0711" für siebte Woche im Jahr 2011. Reifen aus dem ersten Halbjahr 2010 sollten Sie nur gegen entsprechenden Rabatt erwerben.
  • Die gesetzlich erlaubte Profiltiefe von mindestens 1,6 mm gilt auch für Winterreifen!