mobile.de: Spinnende Navis

Studie: Autofahrer können keine Straßenkarten lesen

Macht uns das Navi dumm?

Navigationsgeräte sind praktisch: Einfach Ziel eingeben und der netten Stimme folgen. Aber wenn es mal nicht funktioniert? Dann wissen viele Autofahrer nicht, wohin.

28. September 2011
 

Unfreiwillige Spritz-Tour: Ein junger Autofahrer wollte in Offenbach über den Main. Das Navigationsgerät in seinem Opel Corsa zeigte Fähranlege und Fähre an, der Mann gab Gas. Allerdings war die Fähre gerade auf der anderen Seite – die Fahrt endete im Fluss. Zum Glück konnten die fünf Insassen ans Ufer schwimmen.

Immer wieder ereignen sich solche absurden Navi-Unfälle (mehr dazu in der Bildergalerie). Die meisten werden dadurch verursacht, dass die Autofahrer den Informationen buchstäblich blind vertrauen.

Können wir uns überhaupt noch ohne Navigationsgerät zurechtfinden? In einer aktuellen Studie wurden junge Autofahrer befragt.

Das Ergebnis ist schockierend: Die meisten von den Befragten sind ohne Navi völlig hilflos.

75 Prozent glauben, sie brauchen keine Karten

Und das geben sie offen zu: 62 Prozent antworteten freimütig, sie könnten keine Straßenkarte lesen. Drei Viertel der Befragten sind auch der Meinung, das sei gar nicht notwendig.

Aber auch mit der hilfreichen Elektronik geht keineswegs alles reibungslos: 44 Prozent gaben an, sich trotz Navigationsgerät schon einmal verfahren zu haben.

Den meisten war das keine Lehre – nur 13 Prozent der Befragten erklärten, sich nach diesem Erlebnis mit Karten vertraut gemacht zu haben.

Auch von gründlicher Planung scheinen die wenigsten etwas zu halten: Nur 12 Prozent der Befragten beschäftigt sich vor Fahrtantritt mit der Route. Die überwiegende Mehrheit (61 Prozent) bekannte, "einfach drauflos" zu fahren und sich völlig auf das Navi zu verlassen.

Wer sich verfährt, ruft erst mal Papa & Mama an

Auf die Frage, was sie tun würden, wenn Sie sich verfahren und kein Navigationsgerät zur Verfügung haben, sagten 47 Prozent, dass sie "ihre Eltern anrufen würden".

36 Prozent trauen sich immerhin, Passanten nach dem Weg zu fragen.

Problem: Navi-Updates sind umständlich und oft teuer. Und selbst die neueste Software ist oft schon Monate alt, bei Hunderttausenden Kilometern Straßennetz stecken dann bereits wieder diverse Fehler drin.

Die Studie hat das Internetportal TopGutscheinCode in Auftrag gegeben, befragt wurden 2.794 Fahrerinnen und Fahrer unter 25 Jahre aus ganz Deutschland.