Abgang als Supersportler

250 km/h, 340 PS, 450 Nm. Macht in Summe RS 3. Audi schickt den stärksten A3 aller Zeiten ins Gefecht. mobile.de testet ihn virtuell und auf echtem Asphalt

Auf der Fahrbahn geht es problemlos vorwärts, schwierig wird es auf dem Gehweg. Nach der dritten Schubberpartie entlang der Häuserfront komme ich ins Schleudern. Die Fahrt endet an einer Straßenlaterne. In Zeitlupe bäumt sich mein roter RS 3 auf. „Verschrottet“, steht über der Szenerie. Kurz darauf geht es an gleicher Stelle weiter. Das Auto ist wieder ganz. Also: Go!

Audi präsentiert den jüngsten Spross seiner RS-Familie online und offline. Apple-Jünger können den stärksten A3 auf ihrem iPhone, iPad oder iPod über die virtuellen Straßen von Nassau und Tokio scheuchen.

Motorjournalisten dürfen das 340-PS-Biest (250 kW) zudem durch die Häuserschluchten von Monaco und Umgebung treiben. Bürgersteige sind dabei tabu. Auch verschrotten wird „in echt“ nicht gern gesehen.

Beifahrer brauchen gute Nerven

Tempo 100 ist nach irrwitzigen 4,6 Sekunden erreicht. Das klingt auf dem Papier bereits schnell, in echt ist das sehr, sehr schnell. Beifahrern mit schwachen Nerven erspart man das als guter Mensch.

Das BMW 1er M Coupé, direkter und eigentlich einziger Konkurrent, benötigt für diese ballistische Übung 0,3 Sekunden mehr.

Sollten RS-3-Fahrer die 1032 Liter Ladevolumen voll ausnutzen und auch die übrigen vier Sitzplätze belegen, mag der Paradesprint unentschieden enden. Auf seinen kleinen Bruder S3 (2.0 TFSI, 195 kW/265 PS) macht der fünftürige RS 3 eine Sekunde gut.

Schalten leicht gemacht

Ein Tritt aufs Gas, dann stürmt der kleinste RS los wie ein Dragster. Ums Gangwechseln kümmert sich die virtuos schaltende Siebengang S tronic.

Wer dem serienmäßigen Doppelkupplungs-Automaten zur Hand gehen will, kann das mit den Schaltwippen am Lenkrad tun oder per Ganghebel auf der Mittelkonsole. 

Beides ist in dieser Preis-/Leistungsklasse gelernt und pusht den Spaß am Allrad-Sportback zusätzlich. Gleiches gilt für den dumpf grollenden Motorsound des 2,5-Liter-Fünfzylinders, der auch im Audi TT RS quattro furios für Vortrieb sorgt.

Letzte Ölung für die aktuelle A3-Baureihe ab 49.900 Euro

Abgeregelt wird wie üblich bei 250 km/h. Beeindruckender als die Spitzengeschwindigkeit des Turbo-Direkteinspritzers ist die Art und Weise, wie der RS 3 dieses Tempo erreicht. 450 Newtonmeter Drehmoment sind die Wucht in Tüten und sollen dem Über-Golf (gleiche Plattform) im Audi-Pelz zu einem virtuosen Abgang verhelfen.

Auf dem Genfer Salon 2011 hat Audi mit dem A3 concept bereits den Nachfolger präsentiert. Spätestens 2012 geht die nächste Generation als Stufenhecklimousine in Serie. Als zehntes Mitglied der S-/RS-Familie darf der betagte Kompakte (als Sportback seit 2004 im Programm) vorher noch einmal allen zeigen, was er draufhat.

Massiven Anteil an den aktuellen Absatzrekorden der Ingolstädter wird er nicht haben, dafür ist die letzte Ölung einfach zu kostspielig. Bei 49.900 Euro geht der Spaß los.