mobile.de: Stauvermeidung

Ende Juli wird sich der Verkehr auf den Autobahnen ballen

Ein Stau, den wirklich keiner braucht

Dauer-Stau ist Ende Juli zu erwarten: Zwischen 25. und 30. Juli 2011 beginnen in den drei größten Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen die Schulferien

8. Juli 2011
 

Das Unheil war seit langem vorhersehbar: Zwischen 25. und 30. Juli werden mehr als 20 Millionen Deutsche nahezu zeitgleich in die Großen Ferien geschickt. Das heißt: Von Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen wird sich eine gigantische Blechlawine wälzen.

Wer nur irgendwie kann, sollte diese fünf Chaos-Tage das Reisen unterlassen. Denn nicht nur auf den Autobahnen, Alpenpässen und Tunnels dürfte es eng werden, auch Übernachtungsquartiere werden in dieser heißen Phase rar.

Ursache für diese angekündigte Katastrophe ist übrigens nicht das Schicksal, sondern miserable Planung der Kultusminister der Länder: Der zeitliche Korridor für die Sommerferien beträgt 92 Tage – um Massenandrang zu vermeiden, wäre die maximale Ausnutzung dieser Spanne angeraten.

Doch in diesem Jahr ballen sich sämtliche Ferientermine aller Bundesländer in einem Zeitraum von 81 Tagen. Hinzu kommt, dass ausgerechnet die bevölkerungsreichsten Länder zusammen auf die Straße gejagt werden.

So vermeiden Sie Stau-Zeitverschwendung

Stau ist frustrierend, dazu noch Energie- und Zeitverschwendung. Doch wie vermeiden? Einige Tipps zur Vorbeugung:

  • Verkehrsfunk im Radio einschalten, aber: Lassen Sie sich nicht beirren; nach wie vor sind viele Stau- und Unfallmeldungen veraltet, weil sie zeitverzögert verarbeitet werden.
  • Daher sollten Sie auch vermeiden, bei Stauwarnung sofort reflexartig von der Autobahn abzufahren. Über die Verkehrslage auf Ausweichstrecken liegen oftmals keine Informationen vor. Vor allem haben Ausweichstrecken in der Regel erheblich geringere Kapazitäten als die Autobahn. Außerdem schicken viele Navigationsgeräte die Fahrer auf ein- und dieselbe Ausweichstrecke. Die Folge: Auch dort kilometerlange Staus.
  • An einer Unfallstelle nicht langsamer werden! Die meisten Autofahrer verzögern unwillkürlich an einer Unfallstelle das Tempo, doch damit wird der Stau nur verlängert. Fahren Sie also zügig – selbst wenn das bedeutet, dass Sie nicht beobachten können, was genau zu dem Stau geführt hat.
  • Unterlassen Sie Spurwechsel: In den seltensten Fällen kommt eine Fahrspur schneller voran als die andere. Mit einem Spurwechsel erreichen Sie also kaum einen nennenswerten Vorsprung, sondern bringen nur den Verkehrsfluss durcheinander.
  • Wenn zwei Fahrspuren zusammen geführt werden, müssen Sie das Reißverschlussverfahren zwingend beachten: Das ist die hohe Kunst der Stauvermeidung. Denn wer zu früh den Reißverschluss anwendet, zwingt eventuell Hunderte Autos hinter sich zum Bremsen. Wer es zu spät tut, gleichfalls. Am besten funktioniert das Reißverschlussverfahren bei fließendem Verkehr, wenn alle mitmachen.
  • Abstand: Zu dicht auffahren bringt hohe Stau-Gefahr, weil jedes Bremsen für Verzögerung der gesamten Autoschlange sorgt. Vor allem sind die weithin sichtbaren Bremsleuchten ein starker Reiz für Ihre Nachfolger, gleichfalls zu bremsen – und so weiter...
  • Planung: Am Wochenanfang und -ende besteht die größte Gefahr, in einen Stau zu geraten, weil dann auch Pendler und Ausflügler auf der Strecke sind. Ebenso verhält es sich mit der Tageszeit: Fahren Sie morgens oder am frühen Abend, teilen Sie sich die Bahn mit dem Berufsverkehr. Am besten, Sie fahren Dienstag oder Mittwoch sowie spätabends oder nachts.
  • Vorbereitung: Für den Fall der Fälle sollten Sie vorbeugen und im Winter warme Decken, im Sommer ausreichend kalte Getränke an Bord haben. Nutzen Sie den Zwangshalt für eine Pause, so ertragen Sie auch den Frust besser. Kommt es wirklich zum Megastau über mehrere Stunden, nehmen Sie den Stopp in Kauf und suchen sich ein Hotel. Lieber einen Tag später am Urlaubsort ankommen als völlig entnervt und übermüdet einen Unfall zu riskieren.