mobile.de: Studien in Genf

Genfer Autosalon 2011

Kann denn so was Sünde sein?

Karneval in Genf: Auf dem Autosalon sind viele Autos kostümiert. Es sind verrückte Designstudien und bunte Konzeptautos, mit denen die Hersteller Aufmerksamkeit erregen wollen.

In den Genfer Messehallen ist Karneval: Nur haben sich nicht die Menschen, sondern die Autos verkleidet. Motto: Je schriller und gewagter die Kostümierung, desto besser. Denn der Autosalon Genf ist berühmt als Spielplatz der Designer: Fast jeder Hersteller stellt zur wichtigsten Automesse des Frühjahrs eine Studie, ein Konzeptauto oder sonsteine witzige Vision automobiler Zukunft auf die Räder.

Für alle Ideen gilt: Je gewagter, desto besser – denn es geht natürlich darum, ein Maximum an Aufmerksamkeit zu erregen. Da rasen vor dem geistigen Auge der Designer leistungsstarke Sportwagen mit Elektroantrieb um die Ecke, oder die urigsten Karossieformen in den schrillsten Farben werden kombiniert. Mit Ergonomie hat das natürlich genau so wenig zu tun wie mit ökologischer Verantwortung oder der sensationellen Entdeckung eines neuartigen Nischenmarkts.

Nein: Das Leben ist bunt, und einmal im Jahr haben die Designabteilungen Narrenfreiheit. Das fängt an mit einem Roadster von BMW, der eigentlich nur als Datenträger für eine Elektronik-Offensive des Herstellers dient. So lässig der "Vision" auch aussehen mag, gebaut wird er nie. Wie die meisten Studien verschwindet er nach der Messe im Depot und wird vielleicht in 20 Jahren seinen Weg ins Werksmuseum finden.