Tank-Tourismus liegt im Trend

Tank-Tourismus liegt im Trend

In Deutschland gehören die Spritpreise mit zu den höchsten im europäischen Vergleich. Wer es einrichten kann, sollte im Ausland günstig den Tank füllen, rät der ADAC

20. Juli 2011

Benzin und Diesel sind in Deutschland dank hoher Steuern und Abgaben sehr teuer, dies hat das Kartellamt kürzlich bestätigt. Und das gilt nicht nur an Feiertagen. Wer im Ausland Urlaub machen will, sollte daher den Tank nur soweit füllen, dass er es bis zur Tankstelle hinter der Grenze schafft. Bei längeren Urlaubsfahrten empfiehlt es sich grundsätzlich, die Erholungsreise mit ein wenig Tanktourismus anzureichern.

Ökologisch sinnvoll ist das zwar überhaupt nicht. Und es lohnt auch nur bei kurzen Umwegen. Aber bei einem Preisanstieg von 11 Prozent in den letzten zwölf Monaten bleibt vielen Autofahrern nichts anderes übrig, um zu sparen. Schon jetzt kostet ein Liter Diesel mindestens 1,43 Euro, Super E10 ist nicht unter 1,54 Euro zu erhalten, hat der ADAC ermittelt.

Wie Musik in den Ohren klingen dagegen Preise wie 1,26 Euro pro Liter Benzin und 1,24 Euro pro Liter Diesel (Polen) oder 1,30 Euro für Benzin und 1,19 Euro für Diesel (Luxemburg)! "Mit etwas Planung können Autofahrer so den Geldbeutel schonen", empfiehlt der ADAC. Wen seine Reise beispielsweise nach Italien führt, sollte kurz vor Grenzübertritt noch einmal in Österreich (1,35 Euro für den Liter Benzin oder Diesel) volltanken.

Sonntags sind die Kraftstoffpreise am niedrigsten

Insgesamt sind die Spritpreise in Deutschland nur noch knapp vom Allzeithoch im Frühjahr 2008 entfernt. Ein zusätzliches Problem für Fahrer von Benzin getriebenen Autos ist E10: In den meisten Städten ist das neue E10-Benzin nicht flächendeckend verfügbar, hat der ADAC herausgefunden. Vor allem im Norden und im Westen Deutschlands ist das Superbenzin mit zehn Prozent Ethanol nicht erhältlich – Autofahrer müssen dort auf Super Plus umsteigen, das bis zu acht Cent pro Liter teurer ist.

Grundsätzlich empfiehlt der ADAC, sonntags zu tanken. Das ist die Folgerung aus den Beobachtungen der vergangenen zwei Jahre: Von Wochenbeginn bis Wochenende steigen die Preise, um ab Samstag wieder zu sinken.

Im Schnitt lag der Preis am letzten Tag der Woche bei 1,38 Euro für einem Liter Super und 1,19 Euro für Diesel. Freitags hingegen kostetet Super 1,42 Euro und Diesel 1,23 Euro. Der Preisvorteil für Sonntagstanker lag präzise bei 3,4 Cent (Super) und 3,7 Cent (Diesel).

Bildergalerie: Tank-Tricks gegen die Ölmultis

Tanktourismus: Wer vorher nicht rechnet, zahlt drauf

Ob nun ins angrenzende Ausland oder nur zur vermeintlich günstigsten Tankstelle: Vor jeder Hamsterfahrt sollten Sie unbedingt rechnen. Wenn Ihr Wagen acht Liter auf 100 km verbraucht, dann lohnt sich ein größerer Umweg erst ab einer erheblichen Preisdifferenz. Reale Autokosten von 30 Cent pro Kilometer lassen längere Anfahrten schnell unsinnig werden. Extratouren von 10 Kilometern und mehr sind bei einer Ersparnis von wenigen Cent pro Liter einfach unwirtschaftlich, denn mehr als 70 Liter passen nun mal nicht in den Tank.

Und mehr als einen Ersatzkanister dürfen Sie leider nicht mitführen. Der Zoll akzeptiert eine Maximalmenge von 10 Litern. Verkneifen Sie sich die Idee, den Kofferraum Ihres Kleinwagens mit Großbehältern vollzupacken: Das ist aus gutem Grund streng verboten, denn so wird aus einem Pkw eine rollende Benzinbombe.

Besser: Verfolgen Sie regelmäßig die regionalen Preise im Internet bei einem Preisvergleichsportal, zum Beispiel www.clever-tanken.de. So finden Sie immer die günstigste Tankstelle.

 

Die günstigsten Spritpreise im europäischen Ausland


Land Superbenzin Diesel
Belgien 1,68 Euro 1,44 Euro
Dänemark 1,67 Euro 1,46 Euro
Frankreich 1,61 Euro 1,41 Euro
Italien 1,54 Euro 1,40 Euro
Kroatien 1,33 Euro 1,26 Euro
Luxemburg 1,33 Euro 1,16 Euro
Niederlande 1,73 Euro 1,38 Euro
Österreich 1,38 Euro 1,31 Euro
Polen 1,29 Euro 1,26 Euro
Schweiz 1,47 Euro 1,56 Euro
Slowenien 1,28 Euro 1,22 Euro
Spanien 1,35 Euro 1,26 Euro
Tschechien 1,44 Euro 1,41 Euro
Ungarn 1,44 Euro 1,37 Euro
Quelle: ADAC

Tanktourismus: Wie Sie es NICHT machen sollten

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