Dem Winter die kalte Schulter zeigen

Die richtige Bereifung ist erst der Anfang: Die kalte Jahreszeit bedeutet eine Belastungsprobe fürs gesamte Auto. mobile.de gibt Tipps für eine problemlose Winter-Saison.

In der Pannenstatistik der Autoclubs finden sich startunwillige Batterien jeden Winter auf dem vordersten Platz – und das keineswegs nur bei älteren Autos. Denn bei modernen Fahrzeugen fressen die zahlreichen elektrischen Helfer viel Strom. Der Batterie gilt deshalb die größte Aufmerksamkeit. Zwei Faktoren machen der Batterie – oder richtiger: dem Akku – im Winter besonders zu schaffen. Einerseits liegt der Strombedarf deutlich höher, da Licht, Scheibenwischer, Heizgebläse, heizbare Heckscheibe oder die Sitzheizung viel Energie verbrauchen. Die Lichtmaschine ist dabei besonders bei Kurzstrecken nicht mehr in der Lage, den Akku nachzuladen. Man sollte deshalb elektrische Verbraucher wie die Heckscheiben- oder Sitzheizung ausschalten, wenn man sie nicht mehr benötigt.

Je kälter, desto kritischer

Andererseits verlieren Batterien ungünstigerweise je mehr Kraft, je kälter es wird. Man kennt das auch von Handys oder Kameras im Winter. Hat die Batterie im Auto schon bei milden Außentemperaturen Mühe, den Anlasser durchzudrehen, ist mit einsetzendem Frost ein Zusammenbrechen programmiert. Autowerkstätten und Autoelektrik-Dienste haben aber die Möglichkeit, die Kaltstartfähigkeit des Stromspeichers zu testen. Dieser Test kostet nur einige Euro. Häufig hilft bei einer schwachen Batterie dann ein Auffrischen an einem Ladegerät, bei zu alten Exemplaren ist aber meist ein Austausch nötig. Wer der Starterbatterie bei Frost die Arbeit erleichtern will, kann zudem zu isolierenden Hüllen aus dem Zubehör greifen. Oder eine etwas ungewöhnliche Methode wählen und eine halbe Stunde vor Abfahrt eine heiße Wärmflasche auf die Batterie legen – allerdings bitte nicht vergessen, die Flasche vor Fahrtantritt wieder zu entfernen!

Wartung hält den Stromspeicher fit

Starterbatterien sind laut Hersteller zwar meist wartungsfrei, eine regelmäßige Wartung ein- bis zweimal pro Jahr ist trotzdem sinnvoll. Zu prüfen ist hier zum einen der Flüssigkeitsstand. Wenn Flüssigkeit nachgefüllt werden muss, ist dazu ausschließlich destilliertes Wasser zu verwenden, das es in jeder Drogerie zu kaufen gibt. Die heute weit verbreiteten, komplett gekapselten Batterien sind allerdings nicht nachfüllbar. Außerdem sollten an den Polklemmen die großen Stromkabel fest sitzen. Schmutzkrusten und weiß-graue Ablagerungen an den Polen kann man mit einer Messingbürste entfernen. Spezielles Polfett aus dem Zubehörhandel verhindert die Neuablagerung.

Standheizung besser als Warmlaufen lassen

Man sieht es immer wieder: Autofahrer, die bei laufendem Motor in aller Ruhe die Scheiben freikratzen. Das ist allerdings nicht nur schädlich für den Motor (höhere Verschleiß) sondern auch verboten. Wer erwischt wird, muss zehn Euro Bußgeld berappen. Wer das allmorgendliche Eiskratzen und das Fahren in einem vierrädrigen Iglu leid ist, kann sein Auto mit einer Standheizung nachrüsten lassen. Dieses komfortable Extra lässt sich dann entweder per Zeitschaltuhr, Fernbedienung oder sogar Handy aktivieren. So steigt man nicht nur in ein warmes Auto mit abgetauten Scheiben, sondern hilft auch dem Motor. Denn durch das vorgewärmte Kühlwasser entfällt der verschleißträchtige Kaltstart und sinkt der Kraftstoffverbrauch. Die Preise inklusive Einbau starten bei etwa 1000 Euro.

Kühler und Scheibenwasser brauchen Frostschutz

Bis mindestens -25° Celsius sollte der Frostschutz des Kühlwassers reichen. In der Werkstatt lässt sich das mit einem kleinen Prüfgerät recht einfach kontrollieren und bei Bedarf Frostschutz nachfüllen. Die Prüfgeräte (sogenannte Spindeln) gibt es für einige Euro auch im Zubehörhandel. Gute Sicht ist besonders bei frostigem Schmuddelwetter wichtig. Durch die hartnäckigen weißen Salzschlieren auf der Scheibe benötigt man im Winter häufiger die Scheibenwaschanlage. Nach dem Auffüllen mit Winter-Scheibenreiniger sollte die Anlage so lange betätigt werden, bis sich die Mischung über Pumpe und Leitungen bis hin zu den Düsen verteilt hat. Wenn die Scheibenwischer nur noch mäßig reinigen, sollten sie ausgetauscht werden. Damit sie länger halten, dürfen sie nicht auf der Scheibe festfrieren. Deshalb entweder die Wischer über Nacht abklappen oder eine isolierende Abdeckung (aus dem Zubehörhandel) auf der Scheibe und unter den Gummis anbringen.

Türdichtungen sollten geschmiert werden

Die meisten neuen Autos sind inzwischen mit fernbedienbaren Zentralverriegelungen ausgestattet. Deshalb gehören zugefrorene Türschlosser für viele der Vergangenheit an. Probleme gibt es aber trotzdem – mit eingefrorenen Türdichtungen. Damit das nicht passieren kann, gibt es spezielle Pflege-Stifte auf Silikon- oder Hirschtalgbasis, mit denen die Dichtungen eingerieben werden sollten. Das verhindert, dass Türen und Heckklappen festfrieren. Wer sein Auto direkt mit dem Schlüssel öffnen muss, sollte für Notfälle einen speziellen Türschlossenteiser griffbereit haben – am besten also in der Jackentasche. Zusätzlich sollten Eiskratzer, weicher Handbesen, Scheibenenteisungs-Spray, eine warme Decke, und bei Bedarf Schneeketten mit an Bord sein – dann ist man auf fast alles vorbereitet.