Ein Hoch auf analoge Assistenten!

Alle reden von ABS, ESP, usw. – doch Sicherheit fängt mit simpelsten Handgriffen an. Dazu gehören Selbstgänger wie funktionierende Lampen, saubere Scheiben und feste Ladung.

Sicherheit fährt mit: "Assistenten" sind heute in den meisten Neuwagen serienmäßig an Bord: Der Begriff meint elektronische Hilfs-Systeme wie zum Beispiel den Schleuderschutz ESP, die Traktionskontrolle ASR oder den Abstandsregler Distronic Plus. Natürlich ist auch der Sicherheits-Opa ABS (Antiblockiersystem) ein Assistent. Seit April 2009 nimmt auch der Gesetzgeber diese Hilfs-Mittel ernst und lässt sie bei der Hauptuntersuchung auf Herz und Nieren prüfen – allerdings vorläufig nur für Fahrzeuge bis Baujahr 2006. Bei älteren Autos werden Elektronikmacken von Amts wegen ignoriert; selbst wenn penetrant die ABS-Kontrollleuchte glimmt. Wer sich aber einen Neuwagen kauft, sollte zuvor die Datenbank www.bester-beifahrer.de vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) durchsuchen: Hier sind alle am Markt erhältlichen Autotypen und -modelle aufgelistet, die Assistenten an Bord haben.

Vieles am Auto können Sie selbst ausrüsten

Doch es gibt noch die anderen: die ohne Kabel, Stecker oder Sensoren – die Rede ist von Sicherheitssystemen, die schon so lange Bestandteil von Autos sind, dass wir uns um sie keinen Kopf mehr machen. Doch auch sie sind Assistenten. Analoge zwar nur, doch mindestens so wichtig wie die elektronischen. Und im Gegensatz zu den digitalen Hightech-Produkten können Sie diese sogar selbst überprüfen und instandhalten. Zum Beispiel die Sicht: Auch Wischergummis werden älter  – irgendwann schlingern sie nur noch übers die Windschutzscheibe wie profillose Winterreifen übers Eis. Dann hilft auch Können und Geistesgegenwart nichts. Das Gleiche gilt für die Insektenfriedhöfe, die sich nach Schnellfahrten auf der Scheibe ablagern. Kommt der erste Regen, ist Durchblick ein Fremdwort. Hier hilft nur ein wirkungsvoller Scheibenreiniger, der die Fliegenreste schnell aufweicht.

Kindersitz und Kind müssen zusammenpassen

Wir sind keine Kinder mehr – und natürlich möchte auch niemand wie ein Kind ständig ermahnt und an Selbstverständlichkeiten erinnert werden. Doch dann sollte es auch selbstverständlich sein, vor jeder Fahrt für minimale Sicherheit zu sorgen: Ein Technik-Check rund ums Auto zeigt, ob alle Lampen funktionieren. Und im Auto wird alles befestigt, was nicht ohnehin schon fest ist. Das betrifft große wie kleine Insassen, aber auch die Ladung. Es soll immer noch Autofahrer geben, die es lächerlich finden, Kartons mit dem Sicherheitsgurt zu fixieren. Schwere Gegenstände im Kofferraum müssen ganz nach unten und gegen Umherrutschen verkeilt oder besser noch angegurtet werden. Kindersitze gelten nur für bestimmte Altersgruppen: Ist das Kind zu alt bzw. zu groß für den Sitz, kann es unter Umständen stärker gefährdet sein, als wenn es gar keinen Sitz hätte.

Rettungskarte für Unfallhelfer

Sie können noch mehr tun: Besorgen Sie sich eine Rettungskarte – sie wird im Auto hinter der Fahrer-Sonnenblende befestigt und verrät Feuerwehr und anderen Helfern wichtige Einzelheiten über Ihre Auto. Für den Fall eines Unfalls wissen die Retter, wo eine versteckte Falle lauern könnte: Airbags in der Tür, die bei gewaltsamem Öffnen detonieren können und dann schlimmstenfalls Helfer wie Insassen verletzen. Schon beim Öffnen von verklemmten Türen hilft die Rettungskarte: Dort ist auf übersichtlichen Grafiken gekennzeichnet, wo beim jeweiligen Automodell die Spreizer angesetzt werden müssen. Rettungskarten nach Norm erhalten Sie beim Hersteller Ihres Fahrzeugs, sie können über die Marken-Homepages abgerufen werden. Hoffentlich wird Ihre nie gebraucht.

Übrigens lassen sich einige Sicherheits-Systeme auch nachträglich in Gebrauchtwagen einbauen. Lesen Sie mehr:

> Sicherheit zum Nachrüsten

 

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