Klein und gemein

Harmlosen Kleinwagen mächtig Leistung einzuhauchen, das war früher eine Domäne des Tunings. Heute kann man so etwas direkt ab Werk bestellen – und damit sogar Sportwagenfahrer ärgern.

211 PS, 238 km/h Spitze und eine Beschleunigung auf Tempo 100 in nur 6,5 Sekunden – dafür hätte man vor zehn Jahren zu einem ausgewachsenen Sportwagen vom Format des Porsche Boxster greifen müssen. Anno 2010 lauten so die technischen Daten des Mini John Cooper Works. Die nochmals verschärfte Version des Cooper S zeigt, was ambitionierte Techniker aus einem Mini herausholen können. Dabei haben sie dem britischen Turbo-Zwerg auch ein Fahrwerk vom Feinsten, Hochleistungsbremsen und aerodynamischen Feinschliff verpasst. Damit macht der Mini selbst auf der Rennstrecke ein gute Figur. Billig ist das Vergnügen allerdings nicht: erst ab 28.700 Euro geht es los.

Audi setzt auf Luxus

Ungefähr genauso viel wie der Spitzen-Mini wird ab 2011 auch der S1 kosten, den Audi wahrscheinlich noch in diesem Jahr als Sportversion des neuen A1 vorstellen wird. Als Antrieb im Gespräch ist der 1,4-TSI-Motor aus dem VW Polo GTI mit mindestens 180 PS. Auch das extrem schnell schaltende 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe soll der S1 aus dem Polo übernehmen.

Alfas schnelles Designerstück

Dass Italiener ein Händchen für Design haben, beweist auf ein Neues der Alfa Romeo MiTo. Traditionell steht der Begriff „Quadrifoglio Verde“ (QV – vierblättriges Kleeblatt) für die sportlichsten Modelle der Italiener. Beim MiTo übernimmt der rund 21.000 Euro teure 1.4 TB 16V QV die Rolle des Top-Modells und leistet immerhin 170 PS. Besonders stolz ist Alfa auf den errechneten Norm-Verbrauch von nur 6,0 Litern auf 100 Kilometer, der in dieser Klasse und vor allem diesen Leistungsdaten bislang unerreicht ist. Wer die Leistung allerdings ausnutzt, mit dem MiTo in 7,5 Sekunden auf Tempo 100 stürmt und die 219 km/h Spitze ausreizt, wird natürlich um einiges mehr verbrauchen.

Renault baut auf Tradition

Wo Audi und Alfa auf Eleganz setzen, kontert Renault beim Twingo Gordini R.S. mit Auffälligkeit. Leuchtend blau mit weißen Rennstreifen versehen ist der 3,60 Meter lange R.S nicht zu übersehen. Schon in den 60er-Jahren rollten so die Gordini-Sportmodelle von Renault an den Start. Der Name stammt vom italienischstämmigen Ingenieur Amédée Gordini (1899-1979), der bei Maserati sein Handwerk lernte und 1964 mit dem Renault 8 Gordini seine berühmteste Konstruktion vorstellte. Mit 133 PS aus 1,6 Liter Hubraum soll der Twingo diese Tradition nun fortführen. Die Kraftentfaltung langt für immerhin 201 km/h und den Sprint auf Tempo 100 in 8,8 Sekunden. Preis für den französischen Traditionalisten: ab 16.990 Euro.

Brabus macht den Smart zum City-Flitzer

Wem Individualität wichtiger ist als das letzte Quäntchen Leistung, findet im Smart Brabus einen exklusiven City-Flitzer. Der nur 2,70 Meter kurze Zweisitzer wird vom Daimler-Haustuner Brabus auf edel und schick getrimmt. Große 17-Zoll-Alufelgen und Sportfahrwerk sorgen schon im Stand für Aha-Effekt. Und an der Ampel zeigt der 885 Kilo leichte Brabus mit seinem 98-PS-Turbo-Dreizylinder schon mal weit stärkeren Autos die Rücklichter. Zwar wird der Winzling bei 155 km/h elektronisch eingebremst, aber auf Tempo 100 darf er ungehemmt in weniger als 10 Sekunden stürmen. Dafür berechnet der Smart-Händler 16.870 Euro, für das Cabrio werden rund 3000 Euro mehr fällig.