Kurz und gut

Die Zeiten, als Kleinwagen Bescheidenheit ausdrückten, sind vorbei. Inzwischen stehlen die schicken Minis mit modernem Komfort selbst deutlich teureren Autos die Schau.

Als BMW vor fast zehn Jahren die Neuauflage des legendären Mini auf den Markt brachte, waren die Kommentare überschwänglich. Das kleine Auto wurde durchweg gelobt, der neue Mini bewies, dass Retro-Design funktionieren kann. Auf einmal gibt es da einen schicken Kleinwagen – endlich! Aber der Preis: viel zu teuer! Das sagten zumindest die Kritiker. Die Kunden aber sehen das anders, der Mini ist eine andauernde Erfolgsgeschichte. Unzählige Möglichkeiten der Individualisierung machen den kleinen Briten unverwechselbar. Und dafür greifen die Kunden tief in die Tasche: Rund 25.000 Euro lässt der durchschnittliche Käufer beim Mini-Händler  – das hat auch die Konkurrenz mitbekommen.

Mit Retro-Design zum Erfolg

So wie Fiat. Nach Jahren des designerischen Einerleis haben die Italiener mit dem 500 wieder ein Modell am Start, dass nicht nur den Verstand, sondern auch die Herzen anspricht. Wie der Mini setzt der „Cinquecento“ auf Retro-Design. Vorbild ist das Modell aus den 60er- und 70er-Jahren. Mit Kulleraugen und rundlichen Formen ist der 3,55 Meter lange Zweitürer ein Frauenschwarm. Im Innenraum gibt es frische Farben und schicke Instrumente. Und bei einem Preis ab 11.200 Euro bleibt der 500er bezahlbar. Die Kosten in die Höhe zu treiben ist aber auch beim kleinen Fiat kein Problem: Mit einem Rolldach steigt der Preis auf 14.000 Euro, Leder im Innenraum kostet 1200 Euro extra, Bi-Xenon-Scheinwerfer 700 Euro und ein Hifi-System 400 Euro. Zudem lässt sich jeder Fiat 500 ganz individuell gestalten – von der Ventilkappe bis zum Heckspoiler.

Auch die Kleinsten rüsten auf

Seitdem Kleinwagen in der Käufergunst steigen, steht auch der einstmals schon als Flop titulierte Smart Fortwo plötzlich gut da. Vom karg ausgestatteten Basismodell für 9990 Euro bis zur Luxusvariante Smart Fortwo Cabrio Brabus Xclusive für satte 22.910 Euro mit Ledersitzen und Sonderlack kann der 2,70-Meter-Zweisitzer bestellt werden. Mit einer Länge von knapp drei Metern nicht viel größer, aber mit zwei zusätzlichen Notsitzen ausgestattet, ist der Toyota iQ. Auch die Käufer des pfiffigen Stadtautos müssen auf die Annehmlichkeiten größerer Autos nicht verzichten. Im Grundpreis von 12.900 Euro sind zum Beispiel eine Klimaanlage und ein CD-mp3-Radio inklusive. Teilledersitze kosten 800 Euro, ein festes Navigationssystem 950 Euro.

Audi will die Klasse neu definieren

A1 heißt der neueste und mit 3,95 Meter Länge kleinste Audi, der neue Maßstäbe bei den Kleinwagen setzen soll. Audi spricht vom ersten „Premium-Kleinwagen“ und verspricht Verarbeitung und Ausstattungsoptionen wie bei den größeren Modellen. So gibt es für den A1 gegen Aufpreis das MMI-Infotainmentsystem mit Navigation, Festplatte und ausfahrbarem Bildschirm, das direkt aus der Oberklasselimousine A8 stammt. Was beim A1 aber ebenfalls ins Auge sticht: In Zukunft wollen die Hersteller auch bei den Kleinen groß verdienen. Der Audi A1 startet mit 86-PS-Benziner bei 15.800 Euro zwar preisgünstig – doch selbst Klimaanlage oder Alu-Felgen kosten extra.