mobile.de: Deutschlandauto 2010

Folge 4: Design oder Nichtsein

Kleider machen Leute

Design oder Nichtsein: Kaum ist das Deutschlandauto glücklich vereint, verändert es sich schon wieder – allerdings nur äußerlich. Denn nun haben die Designer das Wort.

23. Juni 2010

Plötzlich ist es seltsam ruhig geworden um das Deutschlandauto: Still ruht die Schleifmaschine, der Kompressor zischt nicht mehr, und auch die Schrauber von Bad Toys und AGC Performance haben sich scheinbar verdrückt. Im weißen Licht der Neonröhren steht das frisch verschweißte Fahrzeug, an vielen Stellen glänzt der blanke Stahl. Niemand ist zu sehen. Denkpause?

Nichts da: Schon nahen drei bisher unbekannte Gestalten und tänzeln aufgeregt um den Rohbau herum. Statt mit Akkuschraubern und Schweißerbrillen sind sie mit Bleistift und Skizzenbüchern bewaffnet, in die sie fieberhaft Notizen machen.  Es sind drei junge Auto-Designer vom Designbüro Snook, die den Auftrag haben, dem Deutschlandauto einen Maßanzug zu schneidern, der nicht kneift und nicht schlabbert.

Diese Aufgabe ist alles andere als einfach: 35 Millionen Suchanfragen weisen den Gestaltern den Weg; das Deutschlandauto ist die Kombination der beliebtesten Automarken und Ausstattungs-Features, die die Deutschen sich wünschen. Und vor allem: Die beiden halben Modelle, aus denen es zusammengeschweißt wurde, lassen sich nicht beliebig verformen – das würde ja auch die Stabilität gefährden ...

Die Schrauber erklären den Designern die engen Grenzen, in denen Snook sich austoben darf. 30 Zentimeter dicke Kotflügelverbreiterungen? Andy verzieht das Gesicht. Ein pfefferscharfes Tuning-Teil kann das Deutschlandauto nicht werden; die Masse der Autofahrer soll sich davon angesprochen fühlen.

Ursprung des Deutschlandautos soll erkennbar bleiben

Dann wenigstens eine große Haifischflosse auf dem Dach? Hm, naja, die beiden ursprünglichen Modelle soll man durchaus noch erkennen. Hinten angeschlagene Fronttüren? An der Technik darf leider nichts verändert werden... So geht das Spiel weiter: Die Jungs von Snook schlagen etwas vor, Andy erklärt, was die Fakten erlauben. Verrückte Träume und harte Realität prallen aufeinander; aber man nimmt das sportlich... "Viel zaubern kann man da natürlich nicht", erklärt Markus Haub von Snook.

Die Karosserien mit ihren unveränderlichen Grundformen sind ja schon vorhanden. Doch das hieße nicht, dass ein Profi wie Haub nicht noch genügend Spielraum findet. Der 38jährige hat mehrere Jahre bei VW und Renault in Barcelona gewirkt, seine Entwürfe flossen unter anderem in den neuen Twingo, den Scenic und den Audi A3 ein. Zuletzt entwickelt er den futuristischen Elektro-Mini "Twizy". Heute arbeitet Haub als freier Designer. 

Snook will die erste virtuelle Autofirma werden

Der Auftrag, das Deutschlandauto zu gestalten, ist ihm eine willkommene Chance, ein eigenes Projekt bekannter zu machen: Snook ist ein virtuelles Designbüro mit dem Ziel, eine Automarke komplett virtuell zu planen und zu gestalten. Erfinder der Plattform ist Thomas Gerken – neben Haub ist noch Malte Möller an Bord. Am Ende soll Snook "die erste virtuelle Autofirma im Internet" werden. Ein verrückter Traum? Nun: Viele Ideen sind verrückt – so lange, bis sie umgesetzt werden.

Wie zum Beispiel das Deutschlandauto... Und so passen Snook und das Projekt von mobile.de und eBay Motors schon auf den ersten Blick gut zusammen. Auch mit dem Deutschlandauto-Projekt haben sich die Designer bereits vor dem Besuch in Hamburg virtuell beschäftigt: Sie breiten vor dem überraschten Andy Entwürfe aus, die nicht nur den Schrauber begeistern.

"Ich würde es in einer Galerie ausstellen"

Einzelheiten dürfen natürlich noch nicht verraten werden, denn das Deutschlandauto soll am 14. September erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden – und keine Sekunde früher. Fest steht: Es wird eine elegante Zweifarblackierung haben und eher durch Zurückhaltung glänzen. Die eigentliche Herausforderung für Snook ist es, das Auto so aussehen zu lassen, als ob es schon immer ein Ganzes gewesen sei – und nicht als Kombination aus 35 Millionen Suchanfragen.

Würde der Designer Haub ein solches Auto auf der Straße sehen wollen? "Ich würde es am liebsten in einer Galerie ausstellen", entgegnet er. Wer die Entwürfe von Snook gesehen hat, wird das nicht für ausgeschlossen halten. Doch bevor es als Kunstobjekt zu Ehren kommt, soll das Deutschlandauto zeigen, dass es auch wirklich straßentauglich ist...

Autofahrer, aufgepasst: Auf Facebook verlost mobile.de Zubehör- und Einbauteile, die auch im Deutschlandauto 2010 verbaut sind. Werden Sie jetzt Fan und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Stück des Deutschlandautos!

(Fortsetzung folgt)