Schön klein: Trendsetter für die Stadt

Im Jahr 1 nach der Abwrackprämie ist der Kleinwagenmarkt ziemlich gesättigt. Aber bei diesen kleinen Hübschen – den Premium-Kleinwagen – könnte man erneut schwach werden.

Platz für die Nr. 1: Um wenige Autos wurde noch vor der offiziellen Präsentation ein solcher Wirbel gemacht wie um den Audi A1. Das war auch notwendig, denn im Jahr 1 nach der Abwrackprämie ist der Kleinwagenmarkt ziemlich gesättigt. Wonach sollte man sich noch umdrehen? Es muss also schon etwas ziemlich Wildes sein, das Unentschlossene vielleicht noch zum Kauf animiert. Ein Premium-Kleinwagen wie der A1 könnte in die Nische passen - konzipiert für all jene, die nichts gegen Downsizing haben, aber auf Stil dabei nicht verzichten wollen. Bisher hieß die Definition für diesen Schritt Mini, und genau den fordert nun der A1 heraus. Im Design gibt es in der Tat Parallelen, vom zweifarbigen Exterieur bis zu der poppigen Innen-Architektur. Nebenbei erfindet Audi ein neues Segment, nämlich die "kleinen Kompakten". Dort will der A1 der Sportlichste sein. Dafür sind vorläufig vier Motoren vorgesehen, zwei Benziner und zwei Diesel. Ab geht die Post mit einem 86 PS starken Turbo, der in 12,1 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt und bis auf 179 km/h hochdreht. Der Verbrauch wird nach EU-Mix 5,1 Liter betragen. Preis: ab ca. 16.000 Euro, teilt Audi mit. Größter Motor wird ein 122 PS starker Benziner. Der sparsamste Antrieb wird ein Turbodiesel mit 90 PS, der nach EU-Norm nur 3,9 Liter auf 100 km benötigt.

 

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Der Mini verzieht sich ins Gelände

Und was würde er wohl dazu sagen? "Er" verzieht sich ins Gelände: BMW's Tochtermarke Mini ist schon einen Schritt weiter und diversifiziert sich. Nach dem Mini-Kombi Clubman kommt noch in diesem Sommer das Mini-SUV Countryman auf den Markt. Vom Start weg stehen fünf Motoren zur Verfügung, von denen allerdings nur zwei die höherwertigen Modelle Cooper S und Cooper D das Allrad-System All4 erhalten. Kleinste Maschine ist im Mini One Countryman ein 98 PS starker Benziner für ab 20.200 Euro, der bis 175 km/h schnell fährt und nach Norm 5,9 Liter auf 100 km schluckt. Die beiden Allrad-Versionen kosten ab 25.900 Euro (Diesel) bzw. 27.900 Euro. Die Topversion S mit Benziner leistet 184 PS und fährt bis zu 209 km/h schnell. Der Verbrauch nach EU-Norm liegt bei 6,7 Liter je 100 Kilometer. Serienmäßig sind bei allen Modellen ein Sechsgang-Schaltgetriebe, Klimaanlage und Spritspartechnologie wie Bremsenergie-Rückgewinnung und Start-Stopp-Automatik an Bord.

C3-Extra: Eine Frontscheibe ohne Ende

"Eine einzigartige Persönlichkeit" bescheinigt Citroën seinem neuen Kleinwagen C3: Nach zwei Millionen C3 der alten Generation soll der neue (natürlich) noch besser werden. Noch länger wird er auch, nämlich um acht Zentimeter auf 3,94 Meter. Auf Wunsch gibt es als Extra für ab 400 Euro eine Panorama-Frontscheibe namens Zenith, die scheinbar endlos ist und in einem halb verglasten Dach mündet - das spendet viel Licht, wirkt aber auch wie eine Stirnglatze... Das Grundmodell treibt ein 60 PS starker 1,1-Liter-Benziner zum Preis von ab 12.700 Euro an. Den Verbrauch gibt Citroën mit 5,9 Liter auf 100 Kilometer an. Sparsamster Motor ist ein moderner 1,6 HDi mit 92 PS, der die kleine Kugel auf Tempo 180 beschleunigt, aber nur 3,7 Liter verbrauchen soll. Wie immer verlangt Citroën eine relativ hohe Gebühr für den Spar-Club: Der Preis beginnt bei 17.650 Euro.

Polo BlueMotion: Sparen ist en vogue

Sparsamkeit liegt voll im Trend: Auf dieser Welle schwimmen die Spritsparmodelle aller Hersteller, und ganz oben natürlich der klassenbeste Kleinwagen. In diesem Frühjahr bringt Volkswagen den Polo BlueMotion heraus, den nicht nur besondere Genügsamkeit, sondern auch einige serienmäßige Extras auszeichnen: Der Wolfsburger Geizhals hat zum Beispiel Start-Stopp-Automatik an Bord, die dem Fahrer noch ein paar Euro mehr in der Brieftasche lässt. Dafür muss – so paradox das auch klingt – erst mal tiefer ins Portemonnaie gelangt werden: Mit 16.500 Euro kostet der Diät-Polo rund 1700 Euro Aufpreis gegenüber dem gleichstarken, etwas weniger sparsamen TDI. Dafür reichen die 45 Liter im BlueMotion-Tank theoretisch von Berlin bis Monte Carlo, nämlich rund 1350 Kilometer. 3,3 Liter auf 100 Kilometer sollen möglich sein (der normale TDI schluckt einen guten Liter mehr, was ja auch nicht schlecht ist). An den Fahrleistungen wird dagegen nicht gespart: Der Dreizylinder mit Turbo bringt 75 PS, fährt bis 173 km/h schnell und dreht in 13,9 Sekunden von 0 auf 100.

Freches Monster: Punto Evo Abarth

Vom Geizen zum Heizen: Auch für die Gasfuß-Nische gibt es unter den neuen kleinen Trendsettern ein Angebot, das abgeht. Denn Abarth, die Sportabteilung von Fiat, hat aus dem braven Punto Evo – ein kleiner Kompakter – ein freches Monster gebastelt. Sein 1,4 Liter großer Benziner mit Turbolader leistet nun 30 PS mehr, also 165 PS. Das langt für Tempo 213, aus dem Stand auf 100 km/h fegt der knapp 1150 Kilogramm leichte Abarth Punto Evo in nur 7,9 Sekunden. Der Punto Evo Abarth wird nur als Dreitürer angeboten, Preise will Fiat in Kürze bekanntgeben. Als Öko-Feigenblatt ist serienmäßig Start-Stopp-Automatik eingebaut, so dass beim Ampelstopp das Orgeln im Leerlauf-Gas nunmehr nicht mehr möglich ist. Dafür aber noch eine weitere Leistungssteigerung: Wer abheben will, bestellt zusätzlich das Programm "esseesse", italienische Abkürzung für SuperSport. Das schraubt die Kraft noch einmal um 15 PS auf 180 herauf, dazu wird die Bremsanlage verstärkt und die Karosserie geringfügig tiefergelegt. Ziemlich abgehoben.

> Auf andere Art abgehoben: Autos, die anders sind