Autos, die anders sein wollen

Wer sich für Autos interessiert, stolpert zunehmend über den Begriff "Crossover" als als Modellbezeichung. Was ist das? mobile.de gibt einen Überblick, welche Crossover es gibt.

Kreuzungen kennen wir nicht nur aus dem Straßenverkehr, sondern auch aus dem Tierreich: So ist das Maultier das Ergebnis einer Kreuzung aus Esel und Pferd. Mittlerweile kreuzt auch die Automobil-Industrie munter vor sich hin: Kombiniert werden Kombis mit Geländewagen, Stilelemente von Coupés mit denen von SUVs oder Cabrios. Die automobilen Mischlinge, die „Nischen“ im Markt schließen sollen, werden unter dem Begriff „Crossover“ geführt. Ein kleiner Überblick über die Kreuzungen in Chrom und Stahl. Vor rund drei Jahrzehnten war die automobile Welt noch übersichtlich und gut geordnet. Es gab Limousinen, Kombi, Coupés oder Cabrios. Außerdem konnte man als rollende Arbeitsgeräte die Geländewagen mit Allradantrieb und grobstolligen Reifen erwerben. Heute gibt es immer mehr Autos, die sich in keine dieser Kategorien einordnen lassen. Autos zwischen allen Klassen, Autos im „Übergang“: Crossover eben.

Der Gelände-Kombi: Audi Allroad

Die Automobil-Hersteller haben in den letzten Jahren zunehmend Nischen entdeckt, die es dringend zu besetzen galt. Immer mehr Fahrzeuge werden unter als Crossover-Modelle angeboten, quer durch alle Klassen. Mit diesem Modewort werden die trendigen Kreuzungen verschiedener Fahrzeuggattungen beschrieben. Also Fahrzeuge, die zwei – oder gar drei – Autos in einem sein sollen – und wollen. Eben so etwas wie eine Kombi-Küchenmaschine auf Rädern.

Wie zum Beispiel Audis allroad, der eine Mischung aus SUV und luxuriösem Lifestyle-Kombi darstellt. Kombinationen mit einem Bestandteil Allrad und Geländewagen sind aktuell ohnehin sehr beliebt. Auch wenn es vom Geländewagen oft nur die höher gelegte Karosserie und die Optik gibt – und der Allradantrieb „eingespart“ wird. Dafür kommt dann zum SUV gerne noch ein Schuss Coupé oder Kombi dazu. So entstehen neuartige Stilmixe – und neue Modelle. Und es ist nicht schwer, für die absehbare Zukunft auch eine weitere Gattung vorherzusagen. Da wird dann eine gute Portion Cabrio mit hinein gekreuzt werden. Fürs umfassende Open-Air-Vergnügen – auch abseits der Straßen.

Sportliches Mini-SUV: Nissan Juke

Den Einstieg in die Crossover-Welt bilden die Kleinwagen. Dort sind Crossover-Modelle noch relativ selten, aber ihr Zahl steigt. Sie sehen meist etwas bulliger aus als konventionelle Kleinwagen, allerdings nicht so klobig und eckig wie „echte“ Geländewagen. Der Allradanrieb ist oft nur gegen Aufpreis zu haben – oder fällt ab Werk gleich weg. Sie sind geräumig, bieten aber nicht ganz das Platzangebot eines Vans.

Ein Beispiel ist Nissans Juke, eine Mischung aus Mini-SUV und Sportwagen. Der Juke soll den Erfolg des Nissan Qashqai wiederholen – allerdings eine Klasse tiefer. Mit einer Länge von 416 Zentimetern ist der Juke rund 20 cm kürzer als der größere Bruder, der Qashqai. Die SUV-Gene heben den fünfsitzigen Japaner mit einer Außenhöhe von 157 cm deutlich von seinen konventionellen Wettbewerbern ab. Im Innenraum fällt die im Stil eines Motorrad-Tanks gestaltete und in Wagenfarbe lackierte Mittelkonsole ins Auge. Etwas dürftig ist das Kofferraumvolumen, das mit voller Besetzung gerade mal bei 251 Litern liegt. Die Antriebsaggregate stammen aus der Allianz von Renault und Nissan. Volumenmotoren sind der 1.5 dCi mit 110 PS und der 117 PS starke 1,6 Liter Benziner. Der Selbstzünder bringt es auf 240 Newtonmeter bei 1.750 Kurbelwellenumdrehungen und treibt den Juke innerhalb von 11,2 Sekunden auf Tempo 100 km/h. Wer es kräftiger mag erwirbt den 1,6 Liter großen, allradgetriebenen Turbo-Benziner mit 140 kW / 190 PS und einer Spitze von 215 km/h. Der Selbstzünder kostet 18.890 Euro, der Basisbenziner ist 1.900 Euro günstiger, für den der 1.6 Turbobenziner verlangt Nissan 2.300 Euro mehr.

Erstmals mit vier Türen: Mini als SUV

Mit 411 Zentimetern Länge ist der Mini Countryman noch mal fünf Zentimeter kompakter als der Juke. Nicht unbedingt „klein“ sind die Preise. Sie reichen von 20.200 Euro für den Mini One mit 72 kW / 98 PS bis zu 27.900 Euro für den allradgetriebenen Cooper S All 4 mit 1,6 Liter Vierzylinder und 135 kW / 184 PS. Damit ist letzterer rund 4.500 Euro teurer als der „normale“ Cooper S. Der hat den gleichen Motor, allerdings keinen Allradantrieb. Obendrein bietet der Countryman neben einer erhöhten Sitzposition (Außenhöhe 156 cm) als erster Mini vier Türen. Dazu gibt es ausreichend Platz für vier Insassen, optional sogar eine Dreiersitzbank hinten. Gut 350 Liter passen in den Kofferraum, der bis auf 1.170 Liter vergrößert werden kann. Schön, dass – bei einem Leergewicht zwischen 1,2 und 1,4 Tonnen – auch eine Zuladung von rund einer halben Tonne drin liegt. Damit taugt der Countryman auch als Familien- und Freizeit-Mobil. Pfiffig ist das mittige Schienensystem. Auf dem Mitteltunnel lässt sich, vom iPod-Halter über das Brillenetui bis zur Armauflage, alles mögliche verschiebbar positionieren. Als Cooper S schafft der Mini eine Spitze von 215 km/h. Der Normverbrauch für den Sechs-Gang-Handschalter liegt im Schnitt (nach EU-Norm) bei 6,1 Liter, was 143 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht. Mit sechs Liter (130 g CO2 / km) ist der Mini One Countryman noch einen Tick sparsamer, er bringt es auf maximal 173 km/h.

Kia Soul, der bullige Koreaner

Ein weiteres Crossover-Mobil in der gleichen Klasse ist Kias Soul. Der ist optisch anders als die Wettbewerber in seiner Klasse. Der Soul, eine Mischung aus SUV, Hochdachkombi und Kompaktwagen mit Steilheck, fällt auf im Straßenbild. Der Urban Crossover ist 411 Zentimeter lang, wirkt aber deutlich größer. Das liegt an der bulligen Front und seiner Höhe von 166 cm. Mit dem Vierzylinder-Turbodiesel bringt es der rund 1,4 Tonnen schwere Kia Soul bei 4.000 Umdrehungen auf 94 kW / 128 PS aus 1.582 ccm Hubraum. Bei voller Bestuhlung bietet der Koreaner ein Kofferraumvolumen von 340 Liter. Fünf Türen hat der kompakte Korea-Crossover, fünf Personen passen rein. Der Grundpreis des Kia Soul liegt bei 15.900 Euro.

Toyota Urban Cruiser

Für einen
Basispreis ab 16.950 Euro gibt es von Toyota den Urban Cruiser. Für das Geld bekommt der Kunde den 1,33 Liter Benziner mit 100 PS. Mit gut 3,90 Metern ist er kompakt genug für den Einsatz in der Stadt. Optisch schaut der Urban Cruiser aus wie ein SUV, ein Sport Utility Vehicle. Dazu passt die erhöhte Sitzposition und beim 1,4-Liter-Diesel der permanente Allradantrieb (eine rund 1.600 Euro günstigere Version mit Frontantrieb ist ebenfalls verfügbar). Hat man die Stadtgrenzen hinter sich gelassen, bringt es der Urban Cruiser mit dem 90 PS-Diesel unter der Haube auf 175 Stundenkilometer Spitze. Der Verbrauch des Japaners liegt bei gut fünf Litern auf 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß bei 130 Gramm pro Kilometer. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 305 und 673 Litern bei umgeklappten Rücksitzen.

Natürlich sind Crossover nicht auf Kleinwagen beschränkt. Es gibt auch interessante Experimente eine Fahrzeugklasse darüber:

> Kompakte Crossover