Auf allen Vieren

So wie es SUV ohne Geländegängigkeit gibt, so gibt es auch Straßen-Pkw mit Allradantrieb. Für diese neuen Allrad-Crossover sprechen sogar Vernunft-Argumente.

Auffallend ist die hohe Zahl der Crossover Modelle mit Allradantrieb. Der bringt verbesserte Traktion auch unter widrigen Verhältnissen, etwa abseits befestigter Straßen oder im Winter. Durch die Verteilung der Kräfte auf alle Räder können mehr Kräfte übertragen werden. Das verbessert die Fahrsicherheit. Außerdem ist der Allradantrieb wegen der erhöhten Fahrstabilität fürs Fahren mit Anhänger ideal.

Offenbar hat die Welt tatsächlich darauf gewartet: Auf einen Mix aus einem sportlichen Coupé und einem SUV. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres konnte BMW 19.847 Exemplare von seinem X6 abgesetzen. Der X6 hat die Kreuzung aus SUV und Coupé hoffähig gemacht. Der weiß-blaue Crossover ist ein Stück niedriger geraten als der X6 aus gleichem Hause. Dafür ist das Heck etwas höher angesetzt. Das flach nach hinten abfallende Coupé-Heck ist erst von der Seite betrachtet richtig zu sehen. In den Papieren wird der X6 jedoch als Kombi-Limousine geführt.

Zwei Tonnen Leergewicht: BMW X6

Der Allradantrieb, bei BMW xDrive genannt, ist immer an Bord. Der Kofferraum schluckt, je nach Bestuhlung, zwischen 570 und 1.450 Liter. Rund zwei Tonnen schwer ist der X6. Da braucht es schon ein bisschen Leistung. Die spendieren die Bayern ihrem SUV-Coupé auch – aus Freude am Fahren. Ab 58.400 Euro steht der X6 in der Preisliste, mit einem Dreiliter-Diesel, der 180 kW / 245 PS leistet. Der Verbrauch liegt bei 7,4 Liter, was einem CO2-Ausstoß von 195 Gramm entspricht. Top-Motorisierung ist ein 4,4 Liter großer Benziner mit 300 kW / 407 PS. Der X6 M legt noch eine Schippe drauf: 408 kW, was satten 555 Pferdestärken entspricht. Und damit, gegenüber dem Dreiliter-Diesel, mehr als der doppelten Leistung. Für den X6 aus der M-Schmiede sind dann 108.500 Euro fällig, fast doppelt so viel wie für das „Einstegsmodell“.

Citroën C-Crosser

Nein, ausgerechnet von Citroën hätte man nicht unbedingt ein SUVs erwartet. Mit dem C-Crosser haben die Franzosen nun auch einen trendigen geländegänger im Programm. Dass es bei Peugeot mit dem 4007 und bei Mitsubishi mit dem Outlander baugleiche Brüder gibt, das machte die Sache wohl auch etwas einfacher. 464 cm lang ist der C-Crosser, der fünf bis sieben Sitzplätze bietet. Mit fünf Personen besetzt fasst der Laderaum 510 Liter. Klassentypisch hat der Citroën eine erhöhte Bodenfreiheit. Obendrein bietet er einen elektrisch aktivierbaren Allradantrieb. Runde 200 km/h schafft er mit dem 2,2 Liter Selbstzünder, der 115 kW / 156 PS aktiviert. Glatte 125 kW / 170 PS bringt der 2,4 Liter Benziner zum Antraben. Grundpreis des Citroën C-Crosser: Ab 29.950 Euro.

Hyundai ix55

Schon beinahe zum Schnäppchen-Preis gibt es den Hyundai ix55, eine Mischung aus SUV, Kombi und Van. Ab 42.290 Euro ist der noble Siebensitzer mit Allradantrieb in der Comfort-Version zu bekommen. Eine höhere Zahl als die 55 gibt es in der Modellpalette bei Hyundai (bisher) nicht. Womit klar ist, dass der ix55 auch entsprechende Abmessungen hat. Mit 484 cm Länge und rund zwei Metern Breite hat er etwa die Größe eines BMW X5. Und mit rund 2,2 Tonnen ist er auch etwa ebenso schwer wie der Bayer. Anders als in den USA, wo der ix55 mit Benzinmotoren ausgeliefert wird, gibt es ihn in Deutschland nur mit einem Dreiliter V6 CRDi Diesel. Der ist an eine Sechsgang-Automatik gekoppelt und mobilisiert 176 kW / 239 PS. Der ix55 bietet insgesamt sieben Sitzplätze, die dritte Sitzreihe kann im Fahrzeugboden verstaut werden. Dann hat der Hyundai ein Ladevolumen von 600 bis 1.746 Liter. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 9,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 249 g entspricht.

Mazda CX-7

Mit dem CX-7 versucht sich auch Mazda am Mix aus Geländewagen und sportlich-elegantem Kombi. Der relativ spät in den Markt gestartete Zwitter steht ab 29.990 Euro in der Preisliste, Dafür gibt es einen 2,2 Liter Common Rail-Turbodiesel mit 127 kW / 173 PS und satten 400 Nm Drehmoment. Wer es sportlicher mag bekommt einen 2,3 l MZR DISI Benziner mit Direkteinspritzung. Der bringt es mit Turboaufladung auf 191 kW / 260 PS. In der Spitze wird er bei 210 km/h abgeriegelt. Der allradgetriebene Japan-Sportler zeigt sich durchaus familientauglich. Bei besetzter Rückbank schluckt der Gepäckraum 455 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen passen mehr als 1.300 Liter in den CX-7.

Saab 9-3X

Einst waren Autos von Saab erste Wahl bei Kunden wie Zahnärzten, Architekten oder Design-verliebten Studienräten. Also all jenen Zeitgenossen, die für ihren Individualismus auch eine automobile Erscheinungsform suchten. Massenware auf vier Rädern waren Saabs nie. Dieses Schicksal wird wohl auch den Saab 9-3X nicht ereilen. Er ist so was wie die Sportausgabe des Saab 9-3. Den traktionsfördernden Allradantrieb mit Haldex-Technik der vierten Generation hat man ihm optional spendiert (erkennbar am Kürzel „XWD“ für Cross Wheel Drive in der knappen Typenbezeichnung). Vom Kombi-Bruder 9-3 unterscheidet sich der 9-3X durch einen Unterfahrschutz und dreieinhalb Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Die Fronttriebler rollen als Selbstzünder mit 1.910 ccm Hubraum vom Band. Zu einem Basispreis ab 36.650 Euro gibt es 132 kW / 180 PS, das langt für 220 km/h. Beim Allradler, der rund 3.000 Euro mehr kostet als der 9-3X mit Vorderradantrieb, greifen die Schweden zu einem Zweiliter Benziner mit 154 kW / 210 PS. Der bringt den Lifestyle-Kombi auf 230 Stundenkilometer auf der Autobahn. Doch der Schwede ist nicht nur fix, sondern auch nützlich. 477 Liter passen in den Kofferraum, bei umgeklappten Rücksitzen sind es bis zu 1.331 Liter. Übrigens gibt es den Zweiliter Turbo auch mit ethanolfähigem BioPower-Motor, zu einem Preis ab 40.650 Euro.

Auch Premium-Produkten bleibt die Kreuzung nicht erspart.

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