Wichtig ist, was hinten rauskommt

Sparen beim Fahren: Kraftstoffverbrauch runter, Kosten runter, Umweltbelastung verringert. So einfach ist die Rechnung für Autofahrer – oder etwa doch nicht?

 

So klein und schon ein Star: Das italienische Stadtflitzer Tazzari Zero gehört zu den ersten Autos mit Elektroantrieb, die tatsächlich zu kaufen sind. Zwei Sitze, Alu-Chassis, Kunststoff-Karosserie und 20-PS-Antrieb – fertig ist das Öko-Auto. Mit einem Listenpreis von ab 23.990 Euro zwar teurer als ein konventionell angetriebener VW Passat mit vier Sitzen und großem Kofferraum (ab 23.525 Euro), aber dafür eben 100 Prozent umweltfreundlich. Wirklich? Der Namens-Teil "Zero" soll das zumindest suggerieren: Zero für null, nämlich null Emission. Und das stimmt ja irgendwie: Die 550 Kilogramm leichte und 2,88 Meter kurze Kunststoff-Kiste hat keinen Auspuff, Energie kommt aus den Lithium-Ionen-Akkus unterm Sitz. Und dorthin – aus der Steckdose... Schon wird deutlich: Null Emissionen, das kann ja wohl nicht stimmen.

Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagt: „Ein Null-Emissions-Fahrzeug kann es nicht geben, da man beim Elektrofahrzeug zum Beispiel den verwendeten Strom-Mix veranschlagen muss.“ Von einem Null-Emissions-Fahrzeug könne man nur sprechen, wenn ausschließlich erneuerbarer Strom verwendet werde. Sein Kollege Dietmar Oeliger vom Naturschutzbund (Nabu) ist sogar noch strenger: „Ein Null-Emissions-Auto, etwa beim Elektroantrieb, kann es nur geben, wenn mindestens soviel erneuerbarer Strom bereit steht, wie insgesamt in allen Sektoren (Haushalt, Industrie, Verkehr) verbraucht wird.“ Er hält die Behauptung, dass es jetzt bereits Null-Emission-Autos gebe, weil diese mit Solarstrom betankt würden, für eine "Mogelpackung“. Der verwendete Strom sei ohnehin erzeugt worden und eigentlich einer anderen Nutzung vorbehalten gewesen.

So rechnen Sie Ihren CO2-Verbrauch selbst aus

Wie hängen Verbrauch und Schadstoffausstoß überhaupt zusammen? Beide sind natürlich voneinander abhängig: Wer zehn Liter Diesel verfährt, produziert dabei nebenbei 26,5 Kilogramm Kohlendioxid (CO2). Diese Faustformel gilt aber nur für Diesel; bei zehn Litern Benzin sind es weniger, nämlich 23,2 Kilogramm CO2. Am niedrigsten ist der Kohlendioxid-Ausstoß bei Autogas (LPG): Hier werden zehn Liter LPG in etwa 18 bis 20 Kilogramm CO2 umgewandelt. Grund: Kraftstoffe haben unterschiedlichen Energiegehalt. Sie können den CO2-Ausstoß Ihres Autos selbst berechnen: Durchschnittlicher Verbrauch multipliziert mit der spezifischen CO2-Produktion (je nach Kraftstoffart) geteilt durch zehn – ergibt die Menge von ausgestoßenem CO2 in Gramm pro Kilometer. Ein Kleinwagen, der 5,6 Liter Benzin auf 100 Kilometer verfährt, erzeugt also 5,6 mal 23,2 geteilt durch zehn = 129,92 Gramm pro Kilometer.

100 Gramm Kohlendioxid sind möglich

Ein Auto, dass null (zero) Schadstoffe ausstößt, müsste also auch null Liter verbrauchen. Traurige Wahrheit: Das kann es nach allen Regeln der Physik nicht geben. Aber immerhin gibt es heute schon Autos, die lediglich 100 Gramm CO2 auf 100 Kilometer ausstoßen, also etwa 4 Liter Benzin oder 3,5 Liter Diesel je 100 Kilometer. Dazu gehören auch Hybridautos, die Verbrennungs- und Elektroantrieb kombinieren. Und es gibt sogar schon einige Elektroautos, die sich für Alltagsbetrieb eignen – und die tatsächlich keine Abgase produzieren. Auch sie können keine Null-Schadstoff-Autos sein, denn der Strom wurde ja in aller Regel von Kohle- und Gaskraftwerken erzeugt. Ganz zu schweigen von dem Aufwand für die Herstellung von Auto und Batterien. Man sieht: 100 Prozent saubere Mobilität ist fast unmöglich.

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