Top 10: Die teuersten Autos auf mobile.de

Goldschätze auf Rädern: Ganz am Ende der sehr langen Liste von mobile.de stehen Autos, die zum Fahren zu schaden sind. Anschauen kostenlos!

Der Club der Millionäre

Kennt die einer? Die aktuelle Top-10-Liste nennt Namen von Automarken, von denen viele sicher noch nie gehört haben. Ausgemachten Autofans dagegen werden die Typen- und Modellbezeichnungen vorkommen wie Feinschmeckern ein Gang durch die Konditorei: Pagani, Koenigsegg, Bugatti, das klingt wie edles Kleingepäck auf Borkenschokolade. Und ähnlich gehaltvoll sind die Autos tatsächlich: Das Top 10 der teuersten Autos auf mobile.de hat fast ausnahmlos Supersportwagen im Programm.

In diesem Auto saß der letzte Zar

Unter 300 PS kommt keiner daher. Mit einer Ausnahme: Die Nr. 1, derzeit teuerster Pkw bei mobile.de, ist ein richtiger Oldtimer mit 50 PS aus 7,4 Liter Hubraum. Das ist relativ kraftvoll, wenn man bedenkt, dass der Rolls-Royce Silver Ghost vor fast 100 Jahren, nämlich 1914, gebaut und 1917 ausgeliefert wurde. Der Silber-Geist brachte Rolls-Royce seinerzeit den sagenhaften Ruf ein, äußerst hochwertige Autos zu bauen – davon profitiert die britische Marke, seit 2000 im Eigentum von BMW, im Prinzip noch heute. Auch zu Zeiten, als man einen Silver Ghost neu kaufen konnte, war das Auto für Normalsterbliche kaum erschwinglich. Es wurden auch nur einige 100 gebaut. Auf diesen Seltenheitswert kommt noch ein Promi-Bonus, der aus der teuren Pretiose ein interessantes Einzelstück – mit noch interessanterem Preis – macht: Der vorgestellte RR soll dem letzten russischen Zaren gehört haben.

Defilee der Supersportwagen

Falls das stimmt, durfte Nikolaus II. sich an dem Prachtstück nicht lange erfreuen: Der Herrscher wurde im Zuge der Oktoberrevolution im Sommer 1918 von einem bolschewistischen Erschießungskommando ermordet. Das Auto gelangte auf verschlungenen Wegen nach Las Vegas, wurde dort ausgestellt und viel später von einem westdeutschen Sammler erworben. "Wie das Zarenauto wurde auch dieser Autoliebhaber immer älter und so entschloss er sich zum Verkauf", heißt es beim Händler, der den Wagen derzeit zum Verkauf anbietet.

Im Vergleich zu diesem weißbärtigen Greis machen sich die restlichen Recken in dieser illustren Runde geradezu kindlich aus: Es sind allesamt Hightech-Produkte jüngsten Datums, einer schneller als der andere. Schon die Nr. 2 ist rasant: Der McLaren SLR "Stirling Moss" ist ein kompromissloses Sportgerät von tödlicher Präzision. Er hat nicht einmal eine Windschutzscheibe! Dafür aber Flügeltüren, ganz im Stil des berühmten GT-Rennsportwagens 300 SL von 1954. Einen dieser berühmten Benz-Renner steuerte der britische Rennfahrer Stirling Moss, nach dem der Supersportwagen benannt wurde. Mit 650 PS ist genug Leistung für zehn Autos vorhanden, die der V8-Kompressormotor nur so aus dem Kurbelgehäuse schüttelt. Das Monocoque ist aus Karbon, das erleichtert den Sprint beträchtlich: Auch der McLaren SLR schafft die Paradedisziplin 0-100 km/h unter 5, nämlich in 3,5 Sekunden. Ende ist erst bei 350 km/h. Und auch der Supersportler mit Mercedesstern ist extrem selten: Nur 75 Stück wurden gebaut – selbstverständlich von Hand.

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Leichter Vorsprung: Die Nr. 3, ein Ferrari Enzo von 2003 mit 659 PS. Auch er (preislich) ein Euro-Millionär, auch er unter 5 (Sekunden) auf Tempo 100, nämlich exakt in 3,65 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits der 350 km/h. Und wie das Raubtier mit dem Stern ist auch der Ferrari ein edles Stück Großwild, das man in freier Wildbahn nur äußerst selten antrifft: Lediglich 400 Stück wurden gebaut. Das Fahrzeug stammt aus erster Hand und hat Vollausstattung.

Die Nr. 4 ist kaum bescheidener: Ein Bugatti Super Sport mit locker doppelt so viel PS wie der Enzo, nämlich 1200. So viel wie ein Kampfpanzer – aber mit deutlich weniger Windwiderstandsfläche. Der absolute Superlativ: Die garantierte Höchstgeschwindigkeit beträgt 415 km/h. Danach wird der Wagen zum Schutz der Reifen (wie fürsorglich!) elektronisch abgeregelt. Bugatti hat Anfang Juli die Sperre mal kurz deaktiviert und auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessin Gas gegeben. Ergebnis: 434,211 km/h – Weltrekord! Da waren selbst die Werksingenieure überrascht, denn sie hatten "nur" mit Vmax 425 gerechnet.

Zonda R fliegt in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h

An Rang Nr. 5 drängelt sich ein weiterer Ferrari Enzo, ebenfalls ein Garant für Euro-Millionen. Position Nr. 6, Bugatti Veyron Grand Sport, ist die Spar-Ausführung des Super-Giga-Sportwagens. Gegen den großen Bruder Supersport fällt er leistungsmäßig drastisch ab: Er hat knapp 200 PS, also ungefähr eine sportliche Mittelklasse-Limo weniger, als das Rekordauto zur Verfügung. Doch mit 1001 Pferdestärken ist das immer noch genug, um in 2,7 Sekunden auf 100 zu ziehen. Als Endgeschwindigkeit sind 407 km/h angegeben.

Die Nr. 7 ist ein weiterer Tiefflieger, für dessen Beherrschung der Erwerb des Pilotenscheins durchaus hilfreich sein kann: Pagani Zonda R, das klingt wie ein sizilianischer Operettenstar. Das Aussehen jedoch verweist direkt auf die Piste: Monsterspoiler hier, Diffusor da, dazu ein Monocoque mit gewaltigem Lufteinlass auf dem Dach. Da geht die Düse... Angetriebe von einem Mercedes AMG Zwölfzylinder mit 750 PS, treibt es den Zonda R auf bis zu über 350 km/h. Selbstverständlich schafft er den Sprint von 0 auf 100 in unter drei Sekunden, nämlich exakt 2,7 Sekunden.

Schwedischer Supersportler bringt Höchstleistung erst mit Ethanol

Es geht abwärts – aber nicht leistungsmäßig: Auch die Nr. 8 ist ein Bugatti Veyron, ebenfalls mit 1001 PS satt motorisiert. Es handelt sich dabei um das "Grand Sport" genannte Cabrio, das zwei Dächer hat: Eines aus Stoff, das nur bis Tempo 160 aufgespannt sein darf. Darüber sollte entweder die Sonne scheinen oder das zweite Dach aus Plexiglas installiert sein.

Die Nr. 9 in der exklusiven Liga ist noch immer meilenweit vom Alltag entfernt: Ein Koenigsegg CCXR Special Edition, eines von nur sechs gebauten Fahrzeugen. Was heißt "Fahrzeug": Die Fahrleistungen des schwedischen Rennsportwagens gleichen eher denen eines Abfangjägers: Von 0 auf 100 beschleunigt er in 2,9 (in Worten: zwei komma neun) Sekunden, Tempo 200 erreicht er nach 8,75 Sekunden. Schluss ist erst jenseits der 400 km/h. Kein Wunder bei 1000 PS. Die werden übrigens erst freigesetzt, füttert man den durstigen Drachen mit E85, also Bioethanol auf pflanzlicher Basis. Na denn, Prost!

Weil die Nr. 10 erneut ein Bugatti Veyron Grand Sport ist, sei der Vollständigkeit halber noch Platz 11 erwähnt: Ein Lamborghini Reventon Roadster, den ein spanischer Luxus-Autohändler anbietet. Auch der Lambo kostet noch weit über 1 Million, dafür erhält der Kunde 670 geballte PS aus einem 6,5 Liter großen Zwölfzylinder, der von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden abhebt und erst bei Tempo 330 aufgibt. Die Frisur der Mitfahrer ist natürlich schon früher dran... Übrigens werden laut Lamborghini weniger als 20 Fahrzeuge gebaut, Exklusivität ist also ab sofort gesichert.