Die schönsten Autos aller Zeiten

Die Oldtimermesse Techno Classica war ein voller Erfolg: Über 170.000 Besucher haben sich in Essen die schönsten Auto-Klassiker aller Zeiten angesehen – mehr als erwartet.

Die schönsten Autos aller Zeiten im größten Oldtimermuseum der Welt: Auf der Techno Classica (7. bis 11. April 2010) in Essen waren wieder mehr Auto-Klassiker zu sehen als in allen bedeutenden deutschen Automuseen zusammen. Geschätzte 2500 Oldtimer und Youngtimer wurden dort zum Verkauf angeboten, weit mehr noch waren als herausgeputzte Exponate zu bewundern. Die 20 Hallen auf dem Messegelände Essen waren komplett ausgebucht. Ein besonderer Blickfang auch die Stände der verschiedenen Oldtimer-Clubs und Interessen-Gemeinschaften (IG), die mit liebevollen Themen-Dekorationen ihre oftmals selbst restaurierten Auto-Lieblinge präsentieren. Die Auszeichnung "Schönster Stand" erhielt die Präsentation von „De Trabi Frönde Niederrhein“ aus Willich. Auch viele Autohersteller schicken ihre Traditions-Abteilungen nach Essen, die dort besondere Schmuckstücke aus dem Programm zeigen. mobile.de zeigt Impressionen der weltgrößten Oldtimer-Messe.

Bildergalerie: Oldtimermesse Techno Classica (35 Bilder)

Volvo: Zeitreise in die 30er-Jahre

Volvo rückte speziell für die Techno Classica 2010 ein Automodell in den Mittelpunkt, das seiner Zeit voraus war: Der Volvo PV36 Carioca hatte bereits Frontantrieb – in den 30er-Jahren ein Unikum. Drei Exemplare des seltenen Autos wurden gezeigt. Das Design dieser schwedischen Limousine mit sechs Sitzen folgt dem Stromlinien-Trend der Vorkriegsjahre, der so bemerkenswerte Fahrzeuge wie den Mercedes 500K oder den Tatra 77 hervorbrachte. Auch der PV36 war ein Auto für die oberen Zehntausend, das allerdings nur insgesamt 500mal gebaut wurde. Als Antrieb diente ein Sechszylinder-Reihenmotor mit etwa 80 PS, der das Auto über ein Dreigangschaltgetriebe bis zu 120 km/h schnell machte. Bereits dieses Auto brachte Volvo den Ruf ein, sichere Produkte auf die Straße zu bringen: Bei mehreren schweren Unfällen zeigte sich dass Insassen des PV36 für damalige Verhältnisse gut geschützt waren.

Zum Fahren viel zu schade

Das Bemühen um die Oldtimerfans ist mehr als Traditionspflege und Markenprägung: Klassiker sind in den letzten zehn Jahren zu lukrativen Geldanlagen geworden. Wer in das richtige Fahrzeug investierte, konnte sich nach Berechnungen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) über einen Wertzuwachs von bis zu 73 Prozent freuen. Davon können Staatsanleihen nur träumen. Auch die letzte Krise hat am Lack der Oldtimer-Aktie nicht gekratzt: "Die Wirtschaftskrise ist an der internationalen Klassiker-Szene nahezu ungestreift vorbeigezogen", heißt es in einer Pressemitteilung der Messe Essen. Zugleich macht die Entwicklung deutlich, dass viele der gezeigten Oldtimer zum Fahren zu schade sind – es handelt sich nicht mehr um Autos, sondern um Antiquitäten, die nur im klimatisierten Depot parken dürfen.

250 Anbieter von Ersatzteilen

Die Techno Classica war aber nicht nur für die potenziellen Klassiker-Käufer ein Ziel: Viele steuern die größte Oldtimermesse der Welt an, die schon ein historisches Fahrzeug haben. Was denen fehlt: zum Beispiel ein passendes Radio, eine neue Zierleiste, ein original Bakelit-Drehknopf fürs Armaturenbrett oder schnöde Bremsbeläge. In Essen sind sie richtig: Viele Zulieferer der Autoindustrie fertigen benötigte Ersatzteile in Kleinserien nach und bieten das gesamte Programm auf der Techno Classica an. "Das Angebot an Klassik-Neuteilen wächst ständig", berichtet die Messeleitung. 250 Anbieter historischer Teile waren in diesem Jahr angemeldet.

 

 

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