Elektroautos gegen Kraftwagen

Von der Öko-Studie bis zum 500-PS-Muscle Car – die wichtigste Messe der USA bietet die volle Bandbreite. Doch reimt sich auch nach der Krise immer noch "größer" auf "besser"?

Schrill, schräg und öko: Das ist die LA Auto Show, die wichtigste Herbstmesse der Autobranche. Hier gibt es brachiale SUVs mit 500 PS, innovative Ökomobile und Verrücktheiten wie den "Biome Concept", dessen äußere Hülle komplett aus Saatgut besteht.

Aber es gibt auch seriöse – oder besser: realitätsnähere – Innovationen. Fünf Milliarden Euro hat sich Nissan die Entwicklung des "Leaf" kosten lassen, der als eines der ersten Elektrofahrzeuge in Großserie gehen soll. Dieses Ziel hat auch der Chevrolet Volt, der ebenfalls auf der LA Auto Show seine Premiere feiert – ein Heimspiel quasi. Das Stichwort "Flottenverbrauch" zwingt die die Hersteller im grünsten Bundesstaat der USA, dem Verbrauch einen hohen Stellenwert einzuräumen.

Bildergalerie: Die Neuheiten auf der LA Motor Show

Bigger is better

Doch das ist nur die eine Seite der Auto Show: für die andere Seite gilt weiterhin: Bigger is better. SUVs wie der Jeep Grand Cherokee (6,1 Liter V8, 426 PS), Muscle Cars wie der Ford Mustang Boss 302 (5,0-Liter-V8, 440 PS) oder der Dodge Charger (5,7-Liter-V8, 375 PS) sorgen dafür, dass man nicht alle Vorurteile aufgeben muss. Aber auch heimische Marken mischen in diesem Markt mit: so ist Mercedes mit dem CLS 63 AMG (525 PS) am Start, Porsche mit dem Carrera GTS (408 PS) und dem Cayman R (330 PS).

Nektar ist das neue Öl

Trotzdem geht die Tendenz Richtung Öko. Nicht nur bieten immer mehr Hersteller Hybridmodelle an. Auch die gezeigten Studien und Prototypen lassen ihre Batteriemuskeln spielen, setzen konsequent auf Leichtbau oder experimentieren mit neuen Antriebskonzepten – wie z. B. beim nektargetriebenen "Biome Concept". Es besteht aber durchaus die Hoffnung, dass die exotisch anmutenden Ideen früher oder später den Weg in die Großserie finden, ist doch immerhin Mercedes der Hersteller des Biome.