Die große Mobil-Machung

Reisemobile und Wohnanhänger aller Art haben die Hersteller auf dem Caravan Salon in Düsseldorf präsentiert. Die größte Campingausstellung der Welt war ein voller Erfolg.

Deutsche Caravanhersteller machen (Wohn) mobil: Nachdem die Branche über das Jahr 2009 eine unerfreuliche Talfahrt verkraften musste, geht es seit dem Frühjahr wieder aufwärts, meldet der Caravaning Industrieverband (CVID): Immerhin knapp fünf Prozent mehr Freizeitfahrzeuge haben die Werkshallen der Hersteller in Deutschland verlassen. Und die positive Stimmung erfasste auch den Caravan Salon Düsseldorf: Mehr als 170.000 Besucher zog die größte Campingmesse der Welt an und ist damit unter den drei besten in der Geschichte dieser einzigartigen Branchenschau. Mehr als 850 Marken, davon über 100 Produzenten von Wohnwagen und -mobilen zeigten in zehn Hallen ihre Produkte. Was die Branche im Großen, sind viele neue Modelle im Kleinen – nämlich kleiner: Viele Hersteller bieten kostengünstige und leichte Wohnmobile an, die in der Anschaffung attraktiver sind und geringere Kosten durch Sprit, Parkgebühren und Maut verursachen.

Minimalismus vom Feinsten: Piaggio Ape als Wohnmobil

Programmatisch für diesen Trend ist der pfiffige Umbau eines Piaggio Ape: Das italienische Dreirad mit Zweitakter, aus mediterranen Altstädten nicht wegzudenken, wurde mit einem Wohnmobil-Häuschen bestückt. Das ist kein Scherz, sondern eine Auftragsarbeit für den Bayern Norbert Polz, der mit den urigen Dreirädern handelt und für seine Einkaufstouren eine ebenso günstige wie standesgemäße Unterkunft wünschte. Das Zwergenmobil stellt Minimalismus vom Feinsten dar: Selbst nur 2,65 Meter lang, bietet es in der Kabine Platz für zwei 1,75 Meter lange Betten. Auf dem Campingplatz kann der Aufbau abgenommen werden, damit das dreirädrige Mutterschiff autonom auf Touren gehen kann. Doch obwohl dieses "Wohnmobilchen" sicher einen Rekord darstellt, wird es wohl ein Einzelstück bleiben.

Bildergalerie: Caravan Salon Düsseldorf 2010 (52 Bilder)

VW Amarok mit Rucksack: Bimobil Husky 220

Ganz anders dagegen der Mini-Sattelschlepper, den Bimobil auf dem Caravan Salon 2010 vorstellt: Die bayerischen Wohnmobilspezialisten haben sich den neuen VW-Pickup Amarok vorgeknöpft und ihn mit einer angepassten Wohnkabine aus eigener Fertigung gesattelt. Der Alkoven im "Husky 220" bietet Platz für zwei Personen, auch eine Sitzecke und eine winzige Sanitär-Zelle hat der Hersteller hineingemogelt. Wie beim Piaggio-Mobil ist auch beim Husky die gesamte Kabine mit wenigen Handgriffen absetzbar, dann kann der Amarok zum Einkaufen in die Stadt kurven. Der Preis steht noch nicht fest.

Weitere Neuheiten auf dem Caravan Salon:

  • Der Hersteller Knaus Tabbert wird ein Hybrid-System für Wohnmobile und Caravans vorstellen. Es besteht im Wesentlichen aus einer Vorrichtung zur Rekuperation, also der Rückgewinnung von Energie aus dem Bremsvorgang.
  • Reimann Reisemobile präsentiert seine neue Premium-Marke Morelo. Dabei handelt es sich um hochwertige Reisemobile der vielsagenden Baureihen "Palace" und "Manor", die mindestens 110.000 Euro kosten. Das rollende Material kommt von Iveco und MAN.
  • Bimobil stellt ein neues Offroad-Reisemobil vor: Es heißt EX 328, ist knapp sechs Meter lang und basiert auf dem Mercedes G 300 CDI, dem nach dem Husky-Prinzip eine Kabine auf den Rücken gesetzt wurde. Erstmalig können Einzelbetten in Fahrtrichtung montiert werden. Das Leergewicht beträgt 4,3 Tonnen, somit bleiben üppige 700 Kilogramm Zuladung. Preis: ab 108.000 Euro.
  • Volkner Mobil stellt sein zwölf Meter langes Luxus-Wohnmobil "Performance" vor, das zwischen den Achsen einen Pkw mitführen kann. Es wird von einem 460 PS starken Heckmotor angetrieben und kostet ab 1,2 Millionen Euro.

Weitere Neuheiten in der Bildergalerie.

 

 

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