Die Messe der Sportwagen

Am 2. Oktober beginnt die wichtigste Herbstmesse der Branche. Die Autohersteller lassen es bunte Blätter regnen: Fast 100 Auto-Weltpremieren werden enthüllt, davon viele Sportwagen.

Der Laden brummt: Auf der Pariser Automesse "Mondial d'Automobile" (2. bis 17. Oktober 2010) waren so viele Sportwagen-Premieren wie lange nicht mehr zu sehen. Die Botschaft der Branche: Solange Benzin noch aus der Zapfsäule sprudelt, geben die Autohersteller gern die notwendigen PS dazu – und besonders gern auch noch ein paar PS mehr... So hat Audi den Supersportwagen R8 noch einmal aufgewertet: Aus dem 525 PS starken Zehnzylinder wurden 35 weitere PS gekitzelt, dazu hat man das Fahrzeug durch Verwendung neuester Werkstoffe aufsehenerregend leichter gemacht. Gegenüber dem bisher leistungsstärksten R8, dem 5,2 FSI Quattro, bedeutet das eine Gewichtsersparnis von 100 Kilo auf nun 1,525 Tonnen. Das rasende R hetzt in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 – 0,3 Sekunden gegenüber dem älteren Modell. Gemessen am Preis von 193.000 Euro sind das rund 13.000 Euro pro Zehntelsekunde...

Bildergalerie: Die Neuheiten aus Paris 2010 (82 Bilder)

Lotus-Supersportwagen Elite soll 2014 kommen

Um Zehntelsekunden geht es auch bei Lotus: Der britische Sportwagen-Hersteller wagt den Sprung vom Roadster zum GT: Auf der Mondiale d'Automobile wird mit dem Elite ein großer 2+2-Sitzer präsentiert. Erste Bilder haben die Engländer bereits veröffentlicht: Sie zeigen ein elegantes, ebenmäßiges Kleid. Es wird also spannend. Der 4,80 Meter lange Elite soll 2014 auf den Markt kommen, motorisiert von einem fünf Liter großen V8 mit 620 PS. Der Name Elite spielt auf einen Viersitzer an, den Lotus 75/83. Dieses Fahrzeug sollte Ende der 70er-Jahre Sportwagenfahrern mit Familie eine Alternative zum kleinen Zweisitzer bieten. Der neue Elite wird, soviel verrät Lotus immerhin, mit Hybridantrieb ausgerüstet. Die angekündigten Fahrleistungen hätten wir dem Auto auch ohne Elektro-Hilfeleistung zugetraut: 3,5 Sekunden für den Sprint von 0-100 km/h, 315 km/h spitze. Der Preis soll um die 136.000 Euro betragen.

Porsche zeigt Über-Carrera

Im Vergleich zu Porsche und Lotus wirkt der neue Porsche-Supersportwagen Carrera GTS fast schwächlich – aber es ist ja vieles relativ im Leben... Die 408 PS, die der GTS auf die Straße stemmt, verhelfen ihm zumindest innerhalb der Carrera-Familie zur Führungsposition: 23 PS mehr als der Carrera S hat der neue 911er, und das befähigt in Zusammenarbeit mit dem – optionalen – Doppelkupplungsgetriebe inklusive Siebengang-Automatik zu einer Endgeschwindigkeit, die auch im internationalen Wettbewerb besteht: 306 km/h. Den Sportwagen-Sprint von 0 auf 100 schafft der 2+2-Sitzer in minimal 4,2 Sekunden, wobei noch das Sportpaket dazubestellt werden muss. Bemerkenswert ist der Verbrauch: Nach Norm schluckt der GTS lediglich 10,2 Liter auf 100 Kilometer. Für das nackte Auto zahlt man mindestens 104.935 Euro, die Cabrioausführung kostet knapp 10.000 Euro mehr.

Renault-Studie aus Kevlar

Der Name ist Programm: DeZir heißt diese Renault-Studie, ein Kunstbegriff, der an das Wort "Desire" (Verlangen) anspielt. Wobei alles Verlangen wohl nichts nützen wird: Die aufregende Flunder, die als Elektroauto ausgelegt ist, hat nur die Funktion einer Konzeptstudie und wird wohl so nie auf den Markt kommen. Sie stellt auch eine Spielwiese für die Markendesigner dar: Wer sich das Coupé anschaut, erblickt buchstäblich Zukunft von Renault. Ein wenig beunruhigend ist, dass schon von vornherein Rückfahrkameras eingebaut sind – der Trend, unübersichtliche Karosserien zu entwerfen, scheint nicht aufzuhalten. Angetrieben wird der DeZir von einem 150 PS starken Elektromotor, der in nur fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen kann. Der Akku soll hinter den Sitzen eingebaut werden und bis zu 160 Kilometer durchhalten. Das ist übrigens auch dem Leichtbau aus Kevlar (Polyamid-Matten) zu verdanken: Nur 830 Kilogramm wiegt die Kevlar-Karosserie leer.

Opel zeigt die Studie "GTC"

Etwas bescheidener tritt Opel auf, wagt aber dennoch zu träumen: In Paris wird die Studie "GTC" präsentiert, ein kompaktes Sport-Coupé auf Astra-Basis. Für Opel-Verhältnisse ist das Design verwegen: Das beginnt mit der längs verlaufenden Knickfalte auf der Motorhaube und setzt sich fort mit der eleganten, angedeuteten Flanke im Heckbereich. Das Auto ist konventionell angetrieben, allerdings um eine Start-Stopp-Technologie erweitert. Ob es sich um eine reine Studie handelt oder um eine leicht überzeichnete Variante des Leistungsträger Astra OPC, der ab Oktober auf den Markt kommen wird, ist noch unbekannt.

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