Neu ab 1. Oktober 2010: EU-Bußgelder werden auch bei uns vollstreckt!

Knöllchen reisen dem Sünder hinterher: Bußgeldstellen aus anderen EU-Ländern können ab 1. Oktober 2010 nicht bezahlte Geldbußen ab 70 Euro auch in Deutschland eintreiben.

Bisher galt das nur für Bußgelder aus Österreich (ab einem Betrag von 25 Euro).

Aber Achtung: Es können auch Verkehrsverstöße vollstreckt werden, die bereits vor dem 1. Oktober 2010 begangen wurden. Das gilt, wenn das Bußgeld 

• nach diesem Datum verhängt wurde

oder 

• nach diesem Datum rechtskräftig wird.

Wer also mit einem Fahrzeug im europäischen Ausland unterwegs ist, sollte sich strikt an die Verkehrsvorschriften des Gastlandes halten. Denn sehr oft werden in EU-Ländern sehr viel höhere Strafen für Verstöße fällig. In skandinavischen Ländern werden Verkehrssünden sehr streng und mit empfindlichen Geldbußen geahndet. In Norwegen z.B. zu schnelles Fahren mit bis zu 450 Euro sowie Rotlicht- und Überholverstöße mit bis zu 650 Euro. In Dänemark zahlen Sie für Trunkenheitsfahrten bis zu ein Monatsgehalt.

Italien nimmt Alkoholsündern den Wagen ab

In vielen Ländern wie Österreich, Ungarn, Griechenland oder Italien gibt es keine festen Sätze. Hier legt die Polizei vor Ort die Geldbuße fest, oder es werden nur Mindestgeldbußen verhängt. Hier lohnt es sich oftmals, sofort zu zahlen. Es geht aber noch drastischer: In Italien wird bei einer Blutalkoholkonzentration von mind. 1,5 Promille das Fahrzeug sichergestellt, sofern der Eigentümer selbst am Steuer saß, anschließend sogar enteignet und zwangsversteigert. Und in einigen Ländern der EU werden für Verkehrssünden auch Haftstrafen verhängt.

Das sollten Sie bei Fahrten ins europäische Ausland immer im Hinterkopf haben. Ganz abgesehen von der Verkehrssicherheit – daher der Tipp von mobile.de: Am besten fahren Sie mit 0 Promille!

Übrigens: Bei Verkehrsverstößen mit einem Mietwagen berechnen die meisten Firmen eine Bearbeitungsgebühr von ca. 25,- €, die noch zum Bußgeld dazu kommt.