Ein Auto und seine Geschichte

Jaguar E-Type: Die heißeste Katze der Welt

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Der Showdown beginnt in Zeitlupe: FBI-Agent Jerry Cotton trödelt hinter einem Cadillac Eldorado Convertible Baujahr 1953 her. Doch das soll so sein – denn der geheime Ermittler ist einem Kokain-Händlerring auf der Spur, und die Übergab des Stoffs findet am Rande einer Oldtimer-Parade statt. Da passt es, dass Cotton selbst einen Oldtimer fährt: einen Jaguar E-Type Baujahr 1966.

Der Krimi bleibt nicht lange ruhig – und endet nach viel Pulverdampf und heißem Asphalt für den Jaguar tödlich: Am Schluss ist er Schrott. Dem Ruhm des britischen Sportwagen hat "Die letzte Fahrt im Jaguar", wie der Jerry-Cotton-Schmöker von 2007 heißt, jedoch nicht geschadet: Ein E-Type gehört noch heute zu den Traumautos der Menschen.

Vor 50 Jahren brachte Jaguar das denkwürdige Auto auf den Markt. "Der erste Anblick löste bei Menschen mit Benzin im Blut eine Kettenreaktion im Gehirn aus", so die Jaguar-Chronik. Bei 500 Personen führte der gedankliche Prozess zwingend zum Wunsch, die heiße Katze zu besitzen: So viele Bestellungen gingen am 15. März 1961 direkt beim Stand von Jaguar auf dem Genfer Salon ein.

Erst bei 241 km/h geht der Katze die Puste aus

Am meisten wiegt die Anerkennung des Hauptfeinds: Kein geringerer als Enzo Ferrari gestand, die Briten hätten das "schönste Auto der Welt" kreiert. Und dazu noch billig: 25.000 Mark kostete ein E-Type 1961, halb so viel wie ein Aston Martin DB4. Ein Mercedes 300 SL war mindestens 8.000 Mark teurer, ein neuer VW Käfer kostet Anfang der 60er knapp 4.000 Mark.

Wie viele großartigen Sportwagen basiert auch der E-Type auf einem echten Rennwagen: dem D-Type. Von ihm erbte der langgestreckte Zweisitzer den Stahlgitterrahmen, in den ein riesiger Reihensechszylinder mit 3,8 Liter Hubraum gequetscht wurde.

Die Karosserie begann erst hinter der Spritzwand. Schon der Standardmotor leistete 269 PS und wuchtete den E-Type in sieben Sekunden von 0 auf 100. Erst bei Tempo 240 geht der Katze die Puste aus.