Ein Auto und seine Geschichte

25 Jahre BMW M3: Ein Renner für die Straße

Hinter den 1,4 Millionen Inseraten bei mobile.de stecken zahllose Geschichten und Anekdoten. Viele dieser Auto-Geschichten sind einen Klick wert. Zum Beispiel diese hier.

Wir verdanken ihn dem Motorsport – und da gehört er auch hin: Der BMW M3, ein Kraftpaket aus dem Süden. Mit diesem seriennahen Fahrzeug wollten die Bayern Mitte der 80er-Jahre bei der damals neuen Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) mitmischen. Als Bedingung für teilnehmende Rennwagen sahen die Vorschriften eine bestimmte Menge von frei verkauften Autos mit Straßenzulassung zu, die so genannte Homologation verlangte 5000 Stück innerhalb von zwölf Monaten. "Das war für damalige Zeiten eine Menge", sagt Gerd Richter, der für BMW an der Entwicklung teilhatte. Begonnen hatte das Projekt M3 Ende des Jahres 1983. Die M GmbH (M für Motorsport) war schon damals eine Tochter von BMW, hatte sich aber ausschließlich auf die Renneinsätze der Marke konzentriert.

Wandelnder Widerspruch: Ein Rennwagen mit Katalysator

Mit dem M3 sollte erstmals ein M-Auto auf dem freien Markt erhältlich sein. Da es aber auf dem gleichen Fließband entstehen sollte wie der Serien-3er, war der Aufwand enorm. Doch BMW wollte das Auto unbedingt – natürlich wegen der DTM. "Der damalige Vertriebsvorstand Schönbeck war überzeugt davon, dass BMW im Motorsport hohe Glaubwürdigkeit hätte", so Richter. Die Vorgaben an die Konstrukteure waren hoch: Der BMW M3 sollte nicht nur ein straßentaugliches Sportauto werden, sondern auch zeitgemäße Umweltauflagen erfüllen. Das erschien damals, als Katalysatoren gerade erst bei Luxusautos eingeführt waren, ein Widerspruch in sich: Zu sehr wirkte sich der Abgasreiniger hemmend auf die Motorleistung aus. Zugleich besaß man wenig Erfahrungen mit bleifreiem Benzin, das ja Bedingung für die störungsfreie Kat-Funktion ist. Doch beim M3 gelang das Kunststück: Obwohl nur aus einem Vierzylinder ausgerüstet, mobilisierte 195 PS und erfüllte die Abgasvorschriften. Damit ist das bayerische Rennpferd noch heute ein modernes Auto, das mit aktuellen Sportautos gut mithalten kann – so wie der schwarze M3, der aktuell bei mobile.de zum Verkauf angeboten wird.

Jagdwaffe mit Traktionskontrolle, Klimaanlage und ABS

"Der sieht so aus, als ob der Vorbesitzer nie dringesessen hätte", meint der Autohändler. Stimmt der Tachostand von 110.000 Kilometern, ist der schwarze Abfangjäger vermutlich nur für Schönwetter-Einsätze aus dem Hangar geholt worden. Nach Angaben des Verkäufers wurde er als Neuwagen 1987 aus Italien reimportiert und vom Erstbesitzer bis 2008 gefahren. Dann kaufte ein Mann aus Bochum die Jagdwaffe mit Traktionskontrolle, elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage und ABS. So gut erhaltene M3 aus der 1. Serie sind inzwischen selten geworden. "Viele wurden verbastelt und zu Schanden gefahren", meint Gerd Richter von BMW. So gesehen ist der E30 mit M-Veredelung ein Sammlerstück, das im Preis stetig steigen dürfte. Denn man fährt einen Siegertypen: Fünf Jahre führte der M3 die internationale Tourenwagen-Rennszene souverän an: Mehrere Tourenwagen-Europameisterschaften, der zweimalige Gewinn der DTM sowie eine Vielzahl weiterer international errungener Siege und Meisterschaften machen ihn bis heute zum erfolgreichsten Tourenwagen.

Der M3 kann noch heute mit modernen Sportwagen mithalten

Was viele anmacht: Der M3 in der Straßenversion unterscheidet sich kaum spürbar vom Rennwagen. "Die Aerodynamik musste identisch sein, schrieb das Reglement vor", sagt Gerd Richter von BMW. Gravierende Unterschiede bestanden lediglich in der Lenkgeometrie und im Fahrwerk. Dem Motor mit 2,3 Litern aus vier Zylindern wurde mit Hilfe eines getunten Steuergeräts noch mehr Leistung entlockt: "Am Ende waren wir bei 270 PS." Doch schon mit 195 Pferden ist ein ganz hübscher Aufgalopp möglich: In 6,7 Sekunden flitzt der M3 von 0 auf 100 km/h, Schluss ist erst bei Tempo 235. Der Verbrauch hält sich für damalige Zeiten im Rahmen: Laut dem zeitgenössischen DIN-Drittelmix sollen nur 8,3 Liter Super-Kraftstoff durch die Einspritzanlage rauschen.

1988 kam der "Evolution"; aus demselben Motor hatte die M GmbH nun 220 PS herausgeholt, die Endgeschwindigkeit war auf 243 km/h hochgeschraubt. Auf BMW-Sympathisanten muss das Auto damals wie ein Donnerschlag gewirkt haben: Schon im Sommer 1986, lange vor der geplanten Auslieferung, gingen Bestellungen ein. Ein Preisaufschlag von rund 18.000 Mark gegenüber dem stärksten Serien-Dreier, dem 325i, schreckte sie nicht – obwohl der M3 seine Power nur aus vier Zylindern schöpfte, im Gegensatz zum 325i mit sechs Töpfen. Am Ende wurden in fünf Jahren etwas über 17.000 Stück vom M3 der 1. Serie gebaut – zum Preis von ab 58.000 Mark (rund 29.650 Euro).

 

Die Inseratsliste:

> Alle BMW M3 1. Serie (E30) bei mobile.de