Die Kunst des Spritsparens

Ein Liter weniger ist immer drin: Durch vorsichtigen Gasfuß, vorausschauenden Fahrstil und gute Motorpflege.


Spritsparen ist wie Abnehmen: Weder technische Hilfsmittel noch der Beistand von Fachleuten geben den Ausschlag – entscheidend ist die innere Einstellung und Überzeugung, fortan Diät zu halten. Und das kann anfangs – ob nun am Gaspedal oder am Kühlschrank – ziemlich wehtun. Denn es existiert nur ein Patentrezept für gezügelten Spritdurst, nämlich Disziplin und vorausschauende Fahrweise.

1. Runde: Entrümpeln – alles muss raus

Es beginnt in der Garage: Entrümpeln Sie mal wieder! Was sich so im Kofferraum angesammelt hat, kann alles raus. Das fängt an mit Altglas, das man „bald mal wegbringen“ wollte und geht bis zum alten Autoatlas. Auch volle Reservekanister sind bei heutiger Tankstellendichte überflüssig. Noch schlimmer sind Anbauteile wie Dachgepäckträger, Jetboxen und Fahrradhalter: weg damit, wenn sie gerade nicht benötigt werden.

Flugs hat man bis zu fünf Prozent des Fahrzeuggewichts ausgebaut, das kann einen halben Liter auf 100 Kilometer ausmachen.

2. Runde: Gesundheits-Check für den Motor

Jedes Auto braucht Wartung. Verschlissene Zündkerzen zum Beispiel können mehr als einen Liter kosten. Auch ein verdreckter Luftfilter muss letztendlich teuer an der Tankstelle bezahlt werden. Also lieber regelmäßig austauschen. Auch beim Öl gilt: Öfter mal was Neues – und zwar Leichtlauföl. Ist zwar etwas teurer, schont aber den Motor und reduziert den Reibungswiderstand spürbar.

Das gilt natürlich auch für die Reifen: Wer sowieso Neue braucht, kauft gleich Leichtlaufreifen mit niedrigerem Rollwiderstand. Wer die alten noch nicht abgelaufen hat, erhöht den Reifendruck auf bis zu 0,5 Bar oberhalb des Wertes, der in der Betriebsanleitung steht. Platzgefahr besteht dann nicht – aber die Reifen rollen leichter ab, der Spritverbrauch sinkt um bis zu einem halben Liter.

3. Runde: Die richtige Einstellung am Steuer

Die dritte Runde absolviert der Fahrer solo: Sparsamkeit durch Enthaltsamkeit. Alles, was Spaß macht, ist nun verboten: Vollbremsungen ohne triftigen Grund, Hochröhrenlassen des Motors, Zwischenspurts. Motto: Mitfließen im Verkehr ist alles. Außerdem: so früh hoch schalten wie möglich. Heiße Rennen und Überholmanöver in letzter Sekunde sind jetzt natürlich nicht mehr drin; doch dafür sinkt der Konsum je nach Hubraum und Fahrzeuggewicht um bis zu 30 Prozent.

Auch beim Verzögern gilt: Nicht unnötig in die Eisen, lieber früh jedes Anhalten planen und mit der Motorbremse Gang für Gang den Wagen verlangsamen – das schont überdies die Bremsbeläge. Die Methode hat auch im Gefälle und auf langen Geraden Sinn: In modernen Pkw wird die Spritzufuhr automatisch beendet (Schubabschaltung), sobald man bei eingekuppeltem Motor kein Gas mehr gibt. Anders gesagt: Ausrollen lassen kostet nichts! Und wenn das Auto steht, verdient auch der Motor eine Pause: An Kreuzungen, Bahnübergängen, beim Aussteigen sowieso spart der Dreh’ am Zündschlüssel schon ab acht Sekunden.

Wichtigste Regel: Vorausschauend fahren

Wer sparen will, muss vor allem vorausschauend und defensiv fahren – also stets bis zur nächsten Ampel bzw. Kurve schauen. Wozu vorpreschen, wenn man sich auch hinter einem Lkw einordnen kann? Flammt ein Bremslicht auf? Setzt weit vorn jemand den Blinker auf „Links“? Springt die Fußgängerampel an der nächsten Kreuzung auf „Rot“? Dann schon mal den Fuß vom Gas nehmen. Sparen heißt, die heimlichen Zeichen des Straßenverkehrs lesen zu lernen.

Die neue Bescheidenheit: Schluss mit lustig

Für Profis: Auch ein Übermaß an Bequemlichkeit belastet das Portemonnaie. Muss die Klimaanlage schon im Frühling volle Leistung bringen, so dass der Wollpullover an Bord Pflicht ist? Oder die Sitzheizung im Winter: Ist ja nett, aber zieht sich – wie alle Stromverbraucher – über Lichtmaschine und Batterie auch das Benzin aus dem Tank. Faustformel: 100 Watt Strombedarf erhöhen den Spritverbrauch um rund 0,2 Liter, bei der Klimaanlage können es bis zu zwei Liter sein.

Zuguterletzt: Preise vergleichen

Wer das Auf und Ab der Spritpreise beobachtet, erkennt schnell die Systematik: Kurz vorm Wochenende geht es aufwärts, am Montag wieder nach unten. Konsequenz: Tanken Sie für den Wochenendausflug möglichst schon am Mittwoch – und suchen Sie die günstigste Tankstelle im Umkreis über Webseiten wie www.clever-tanken.de.