Gesucht: das Spar-Zeug

Diese Klein- und Kleinstwagen sind extrem bescheiden – im Verbrauch wie im Platzbedürfnis.


Was ist eigentlich „klein“? Der Volkswagen Polo neuester Generation, soeben für ab 12.150 Euro als Grundversion mit 1,2 Liter großem Benziner auf dem Markt, übertrifft mit seinen 3,95 Metern Gesamtlänge den Ur-Golf von 1974 um ganze 25 Zentimeter – so viel bekommt man in vielen Flugzeugen nicht mal an Abstand zwischen Sitzfläche und der nächsten Rückenlehne.

Die Kleinwagen von heute sind also ausgewachsene Autos mit ebensolchen Fahrleistungen. Darum schämt sich auch niemand, zuzugreifen: Insbesondere die Abwrackprämie hat bei den Käufern zu einer regelrechten Großoffensive auf Kleinwagen geführt.

50 Prozent der Kunden kaufte Kleinwagen

Beinahe jeder zweite Neu-Pkw, der im ersten Halbjahr 2009 in Westeuropa verkauft wurde, war ein günstiger Kleinwagen. Das wundert nicht angesichts der gesetzlich festgeschriebenen Höhe der Abwrackprämie: Wer sein Altauto verschrottet, erhält stets 2500 Euro – egal, Mini oder Rolls-Royce.

Auch die reformierte Kraftfahrzeugsteuer, statt am Hubraum nun am Schadstoffausstoß bzw. Spritverbrauch des jeweiligen Modells orientiert, macht den Wechsel eine Motor-Größe tiefer leicht. Die Kraftstoffpreise motivieren ebenfalls zum Umsteigen auf eine kleinere Fahrzeugklasse – Marktbeobachter erwarten, dass die Spritkosten spätestens im kommenden Jahr mit der dann einsetzenden Konjunktur stark ansteigen werden. Wohl denen, die vorbereitet sind: Derzeit stehen an jeder Ecke neue und sparsame kleine Freunde. Hier einige der beliebtesten:

Smart: Konkurrenzlos im Sprit- wie Parkplatzbedarf

Smart Fortwo: Das ehemalige Swatch-Auto, von Daimler vor zehn Jahren eher halbherzig auf den Markt gebracht, hat sich etabliert – seit kurzem ist es in zweiter Generation etwas geräumiger und mit neuen Motoren zu haben. Was bleibt, ist der noch immer konkurrenzlos günstige Park-Bedarf von nur 2,70 Metern (eine Mercedes S-Klasse mit ihren 5,07 Metern macht sich also breit für fast zwei Smarts) und das gute Gefühl, in einem Stück Zukunft unterwegs zu sein.

Noch dazu eine recht flotte Zukunft: Mit neuem Mini-Diesel hüpft der Floh in 16,8 Sekunden auf Tempo 100, das Motörchen leistet aus 0,8 Litern Hubraum ganze 54 PS. Der Normverbrauch liegt laut Hersteller bei 3,4 Litern auf 100 Kilometer. Dafür zahlt man ab 11.790 Euro. Der Smart mhd als Hybrid-Benziner mit 61 PS und 1,0 Liter Hubraum kostet ab 10.490 Euro und verbraucht nach Norm nur 4,3 Liter Super.

Geheimtipp: Ein etwas unscheinbarer Japaner

Der Diesel-Vorsprung ist – noch – uneinholbar: Selbstzünder verbrauchen auch bei den modernen Minis bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als Benziner. Unter den Top 5 der Minis, die am meisten knausern, war nur ein Benziner – nämlich der Smart mhd. Ein echter Preis-Leistungs-Geheimtipp kommt kurz danach: Der Daihatsu Cuore, ein unscheinbarer Japaner, der weit abgeschlagen in der deutschen Zulassungsstatistik liegt. Doch das Kistchen mit dem etwas ungewöhnlichen Karosseriedesign bringt es mit Fünfgangschaltung und 70 PS im Normverbrauch auf magere 4,4 Liter Super je 100 Kilometer – bei einem Preis ab 9190 Euro.

Die Diesel-Modelle der etablierten Kleinwagen-Konkurrenz wie Volkswagen, Opel oder Ford liegen zwar bis zu einem Liter drunter, sind auch etwas größer, kosten aber dafür fast alle das Doppelte – ein Preisaufschlag, für den man lange tanken muss. Der Cuore jedenfalls steht in Sachen Platzangebot kaum zurück: Auf 3,47 Meter Länge beherbergt er vier Erwachsene nebst etwas Gepäck, die Rücksitze lassen sich sogar umlegen.