Auf dem Weg zum denkenden Reifen

Trotz Plattfuß weiterfahren: Mit Runflat-Reifen verlieren Pannen ihren Schrecken, Silikat sorgt für bessere Nässehaftung, neue Profile garantieren leiseren Lauf. Und in der Zukunft können Reifen sogar denken.


Rein statistisch gesehen hat jeder Autofahrer in Deutschland alle fünf bis sieben Jahre – nach 100.000 bis 150.000 Kilometern Laufleistung – eine Reifenpanne. Der Ernstfall ist für den Betroffenen meist sehr unangenehm: ein nächtlicher Stopp auf einer einsamen Landstraße bei Regen oder Kälte, mangelnde Übung beim Reifenwechsel.

Doch das könnte sich ändern. Denn moderne Reifen sind nicht nur sparsamer und leiser, sondern auch pannensicher.

Pionier: Schon 1987 ging der erste pannensichere Reifen bei Bridgestone in Serie

Weitgehend durchgesetzt hat sich die Run Flat-Technologie (RFT) von Bridgestone, deren aktuelle Variante Mitte der 90er-Jahre entwickelt wurde und im Jahr 2001 in Serie ging, nachdem bereits der Porsche 959 im Jahr 1987 mit einem Notlaufreifen der Japaner bestückt war. Bis heute sind bei Bridgestone weltweit mehr als zehn Millionen High Tech-Reifen mit so genannten „Notlaufeigenschaften“ vom Band gelaufen. Ganz ähnlich funktioniert die Run-on-flat-Technik von Goodyear.

Bei allen Herstellern geht es darum, auch die pannensicheren Reifen noch komfortabler und energieeffizienter zu machen.

Pannensicher: So funktioniert die Run-Flat-Technologie

Der luftlose Reifen stützt sich auf eine spezielle Seitenwandverstärkung, hinzu kommen neuartige, extrem hitzebeständige Gummimischungen. Damit der Reifen auch bei völligem Druckverlust nicht von der Felge springt, ist der Wulst, der hinter dem Felgenhorn klemmt, verstärkt.