Aus alt mach’ neu

Sicherheit ist für (fast) alle da: Viele Ausstattungs-Merkmale, die Unfallrisiken reduzieren, lassen sich auch in so manches ältere Auto nachträglich einbauen.

Warum verschrotten? Modernisieren ist doch so einfach: Viele technische Entwicklungen, die mehr Sicherheit im Straßenverkehr bringen, lassen sich auch nachträglich in einen Gebrauchtwagen einbauen. Je nach Fabrikat, Typ und Technik ist dafür entsprechender Aufwand nötig; doch manches lässt sich relativ leicht beim nächsten Inspektionstermin erledigen.

Tagfahrlicht sorgt für bessere Sichtbarkeit

In vielen Ländern Europas – zum Beispiel in Dänemark, Italien, Kroatien, Polen und Tschechien – ist das Fahren mit Licht bereits Vorschrift, und die Liste wird ständig länger. Auch Deutschland, Frankreich und die Schweiz empfehlen zumindest das Tagfahrlicht. Bei modernen Autos ist das Tagfahrlicht in der Regel vorgesehen, meist muss nur die Werkstatt in die Programmierung eingreifen. Der Hersteller Philips bietet neuerdings für alle Fabrikate ein Tagfahrlicht an, das dank LED-Technik nur sehr wenig zusätzliche Energie verbraucht. Die Montage ist laut Hersteller auch für Laien innerhalb von zwei Stunden durchführbar.

Besserer Durchblick mit Xenon-Scheinwerfern

Vor gut 18 Jahren funkelten sie erstmals auf deutschen Straßen: Xenonscheinwerfer standen bis zur Jahrtausendwende für Luxus. Ihr leicht bläulich wirkendes Licht im Rückspiegel alarmierte den Vorausfahrenden, dass hier einer kam, der gross ist und es eilig hatte. Inzwischen haben auch kleinere Autos Xenon-Licht und man hat seine Vorteile schätzen gelernt: Es leuchtet heller und verbessert damit die Sichtverhältnisse des Autofahrers im Dunkeln.

Viele Hersteller bieten die Nachrüstung älterer Fahrzeugtypen an, die allerdings nicht ganz billig ist: „Eine M-Klasse von Mercedes mit Xenonlicht auszustatten, kostet um 3500 Euro“, sagt Imre Arwa von art-tuning aus Nürnberg, der sich auf die Marke mit dem Stern spezialisiert hat. Außerdem müssen bei dem jeweiligen Auto bereits Scheinwerfer-Reinigungsanlage und Leuchtweitenregulierung vorhanden sein. Vorteile des stets etwas kalt wirkenden Lichts sind neben der Sicherheit auch ein geringerer Energieverbrauch sowie längere Lebensdauer der Glühlampen.

Reifendruckkontrolle schützt vor Plattfuß

Wenn bei Tempo 160 auf der Überholspur plötzlich ein Reifen schlappmacht, ist die Not groß. Die Wahrscheinlichkeit eines Materialfehlers ist zwar sehr gering, aber Kontrolle scheint auch in diesem Fall besser als blindes Vertrauen. Und zwar mit der Reifendruckkontrolle, die plötzlichen Druckverlust in einem oder mehreren Reifen blitzschnell registrieren und ans Cockpit melden. Dort blinkt eine Warnleuchte auf, ein akustischer Alarm ertönt, der Fahrer kann rechtzeitig das Auto anhalten. Darüber hinaus machen die kleinen Wachtposten das Leben bequemer, denn sie ersparen die regelmäßige Prüfung des Reifendrucks an der Tankstelle. Da jeder noch kleine Druckverlust unverzüglich gemeldet wird, spart man mit dem System letztendlich sogar Sprit. Hersteller wie BI-automotiv oder TireMoni bieten nachrüstbare Systeme an, die um 500 Euro kosten und zumeist sehr einfach montiert werden können. So werden zum Beispiel die Sensoren des TireMoni-Gerätes, das vom ADAC 2008 die Bewertung „sehr gut“ erhielt, einfach auf die Reifenventile aufgeschraubt.

Summton gegen den Sekundenschlaf

Am Steuer einnicken – ein Alptraum für Langstreckenfahrer. In Kürze sollen die ersten Autos mit Einschlafwarner auf den Markt kommen. Doch dabei handelt es sich vorerst um sehr teure Oberklassefahrzeuge, Berufskraftfahrer können davon zumeist nur träumen. Viel einfacher und billiger ist dagegen „Umrüstsatz“ von kh security für etwa 15 Euro: Ein unscheinbares Gerät, das wie ein Mobilfunk-Headset hinters Ohr gehängt wird, alarmiert beim Einnicken durch einen Summton.

Die Technik: Wer einschläft, lässt den Kopf hängen. Das Gerät überwacht die Neigung des Kopfs – wird ein zuvor eingestellter Neigungswinkel unterschritten, geht der Alarm los. Etwas aufwändiger ist das Fahrer-Assistenz-System FAS 100: Eine kleine Kamera im Cockpit überwacht die Straße und erkennt, wenn der Fahrer eine Fahrbahnmarkierung überfährt – es erfolgt ein akustischer Alarm. Das Gerät ist in wenigen Minuten installiert, es kostet 499 Euro.

Telefonieren – freihändig am Sichersten

Der Gebrauch des Funktelefons am Steuer ist seit Jahren verboten – wer erwischt wird, riskiert eine Geldbuße und einen Punkt in Flensburg. Viele ignorieren die Bestimmung, dabei geht es so einfach mit Headset oder Freisprecheinrichtung. Für die meisten Funktelefone ist der „Knopf im Ohr“, ob nun mit Kabel oder eleganter als drahtlose Bluetooth-Anlage, für wenig Geld verfügbar. Darüber hinaus bieten viele Hersteller eine vollwertige Freisprecheinrichtung per Sprachsteuerung und berührungsaktiven Bildschirm zum Nachrüsten an; bei Volkswagen etwa kostet das Zubehör lediglich 179 Euro, es passt zu allen Modellen mit Ausnahme des Phaeton.