Heil ankommen ist alles

Einsteigen, losfahren – fehlt da was? Richtig: Ein so komplexes Stück Technik wie ein Auto benötigt ständige Kontrolle. So geht’s:

Sicherheit fängt im Kleinen an: Dass alles an Bord einwandfrei funktioniert, sollte man nicht dem Zufall überlassen. Es dauert nur ein paar Sekunden, vor einer längeren Fahrt zu prüfen, ob alle Lampen brennen, die Reifen vorschriftsmäßig (besser noch: mit leicht erhöhtem Druck) aufgepumpt sind und keine schweren Gegenstände ungesichert auf den Sitzen liegen. Natürlich gehört auch das Anlegen des Sicherheitsgurts zu den Selbstverständlichkeiten, die immer wieder vergessen werden. Die Profiltiefe der Reifen sollte man ebenfalls regelmäßig kontrollieren – 1,6 Millimeter sind das absolute Minimum, ob mit Sommer- oder Winterreifen.

Volvo-Bremsassistent erkennt Personen

In modernen Autos sind zunehmend auch elektronische Schutzengel mit an Bord, deren Anwesenheit man erst bemerkt, wenn sie gebraucht werden: ABS, ESP, ASR sind die Abkürzungen für Innovationen, die heute in den meisten Fahrzeugen serienmäßig eingebaut werden und das Leben auf der Straße um einiges sicherer gemacht haben – hinzu kommen Kamera- und Radargestützte Helfer - siehe auch alles zum Thema Innovationen.

Ihre Entwicklung läuft kontinuierlich weiter: So hat der schwedische Autohersteller Volvo jetzt ein System zur Kollisions-Verhinderung entwickelt, das mit Hilfe von Radar-Technologie den gesamten Straßenraum vor dem Fahrzeug ebenso wie den Fußweg überwacht. Ein Rechner verwertet die Daten einer Kamera, unterscheidet zwischen statischen und bewegten Objekten und berechnet von identifizierten Personen Bewegungsmuster – das hilft, eine Annäherung quasi vorauszusehen.

Das Auto bremst notfalls auch allein

Rennt zum Beispiel ein Kind unvermittelt auf die Straße, registriert der neue Bremsassistent die Bewegung frühzeitig und warnt den Fahrer durch ein Blinklicht, das per Head-up-Display oberhalb des Cockpits an die Windschutzscheibe gestrahlt wird. Zugleich wird akustischer Alarm ausgelöst. Reagiert der Fahrer nicht, bremst das System auch von selbst – bei unter 25 km/h Ausgangstempo kann es eine Kollision verhindern, darüber werden zumindest die Verletzungen erheblich – um bis zu 75 Prozent – gemindert. Das System wird erstmals im Oberklasse-Volvo S60 ab 2010 erhältlich sein. Es ist nach Angaben des Herstellers ein weiterer Schritt hin zum ehrgeizigen Ziel, bis 2020 ein Auto zu bauen, dass mit nichts und niemandem mehr zusammenstößt.

Überhol-Assistent warnt mit Gaspedal-Vibration

Auch beim Überholen hilft Radar: Der Automobilzulieferer Continental hat ein Assistenzsystem entwickelt, das vor gefährlichen Überholmanövern warnt. Es überwacht die Position des eigenen, des vorausfahrenden sowie eines potenziellen Unfallgegners in der Gegenrichtung. Diese Daten werden permanent abgeglichen – das System bestimmt selbst, ob der Raum für ein Überholmanöver ausreicht. Bei drohender Gefahr warnt es den Fahrer über Vibrationen im Gaspedal. Reagiert der Mensch nicht, tritt der Überhol-Assistent selbst beherzt auf die Bremse und bremst das eigene Auto wieder hinter das vorausfahrende zurück – allerdings kann der Fahrer jederzeit eingreifen. Damit sollen vor allem Unfälle auf unübersichtlichen Landstraßen verhindert werden.

Atem-Alkoholkontrolle vor Fahrtbeginn

Den Fahrer vor sich selbst zu schützen versucht derzeit auch Toyota: In Japan wird ein System getestet, dass vor Beginn einer Fahrt automatisch prüft, ob der Fahrer Alkohol getrunken hat. Im Cockpit ist ein Messgerät installiert, dass wie ein gängiger Polizei-Alkomat den Atemalkohol des Fahrers misst. Stellt sich heraus, dass der Kandidat angetrunken ist, wird im schlimmsten Fall die Wegfahrsperre aktiviert. Toyota will das Gerät vor allem in Fahrzeugflotten einsetzen, wo durch wechselnde Fahrer oftmals schwer nachvollziehbar ist, wer zu welchem Zeitpunkt am Steuer gesessen hat. Dafür kann das Gerät sogar während der Puste-Probe ein digitales Foto vom Fahrer schießen, das anschließend gespeichert wird. Damit soll auch verhindert werden, dass man einfach einen Dritten pusten lässt.