Stabile Leistungs-Träger

Klammern gewünscht: Anbauten am Heck und auf dem Dach müssen abrupte Fahrmanöver unbedingt mitmachen.

So ein Fahrradträger hat ein hartes Leben: Er ist am Heck oder auf dem Dach allen Witterungseinflüssen schutzlos ausgeliefert, wird gezerrt und geschüttelt, muss Fliehkräften widerstehen und kriegt noch gehörig Druck von oben. Bis so ein Anbauteil sitzt, ist einige Mühe erforderlich: Einige Fabrikate werden in über 100 Einzelteilen geliefert, der Zusammenbau ähnelt mitunter dem eines komplexen Ikea-Möbels und dauert leicht mehrere Stunden.

Ist der Träger dann komplett, muss er fest verankert werden. Die Kupplungsträger nutzen dabei die Anhängerkupplung als Stütze – ist die nicht vorhanden, bietet sich ein Dachträger an. Der Hersteller Opel bietet übrigens einen eigenen Fahrradträger „Flex Fix“ an, der für fast alle Pkw-Modelle passt. Beim neuen Corsa ist das System praktischerweise gleich ins Fahrzeugheck integriert.

Auffahrunfall mit Trägersystem simuliert

Der ADAC hat kürzlich die Fahrradträger gängiger Hersteller einer Prüfung unterzogen und dabei höchst unterschiedliche Qualität festgestellt. Eine Vollbremsung von Tempo 100 bis zum Stillstand hielten alle aus, doch auf einer schlecht befestigten Straße – der so genannten „Rüttelstrecke“ – gaben einige Systeme bereits nach: Die Klemmen lösten sich, Träger sackten nach unten, in einem Fall lockerte sich sogar die Befestigung der Fahrräder.

Auch bei Ausweichmanövern verloren einige der Anbauten den inneren Halt, Stangen bogen sich, Höhepunkt des Tests war ein Crashversuch: Bei einem simulierten Auffahrunfall mit Tempo 30 stellte sich schnell heraus, welche Träger die Fassung wahrten. „Mont Blanc Discover“, das teuerste der getesteten Systeme, flog herunter. Immerhin sechs von 14 Fahrradtträgern erhielten die Note „gut“. Gesamtsieger im Test wurde bei den Dachträgern der „Thule FreeRide 530“, bester Kupplungsträger war der „Uebler P31“.

Anbauteile erhöhen den Spritverbrauch

Wichtig zu wissen: Auf- und Anbauten erhöhen den Kraftstoffverbrauch zum Teil sehr. Werden sie also nicht benötigt, gehören die klobigen Kisten und Gestänge abmontiert und in den Keller – bis zum nächsten Einsatz. Am teuersten kommen erwartungsgemäß die Fahrradträger auf dem Autodach, sie können mitsamt hoch aufragender Ladung den Verbrauch um 50 Prozent erhöhen! Auch am Heck bieten die Drahtesel einigen Windwiderstand, doch hier ist der Mehrverbrauch nicht ganz so dramatisch. Diese Ersparnis kompensiert die relativ hohen Anschaffungskosten: Mit Preisen ab 300 Euro sind Heckträger im Schnitt dreimal so teuer wie Dachträger. Auch die Dachbox, obwohl aerodynamisch geformt, fordert Wegezoll in Gestalt eines gesteigerten Spritkonsums von bis zu einem Liter auf 100 Kilometer.

Leuchtweite vor der Weiterfahrt prüfen

Wichtig: Beim Heckträger mit voller Beladung – wie generell bei voll geladenem Kofferraum – sackt das Heck ab, dann können eingeschaltete Scheinwerfer den Gegenverkehr blenden. Moderne Autos besitzen eine Leuchtweitenregulierung (sitzt zumeist links vom Lichtschalter), mit der sich der Lichtkegel nach unten absenken lässt. Zudem darf das Gesamtgewicht des Systems mitsamt Fahrrädern die Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschreiten.