Mobile Träume

Geiz ist nicht geil – leben heißt, sich verschwenden: Zum Beispiel an einem wunderschönen Auto. Auch für solche speziellen Bedürfnisse gibt es die passenden Neuwagen.

Träume sind immer en vogue – vielleicht gerade deswegen, weil sie meist unerfüllbar bleiben. Es scheint kein Zufall, dass ausgerechnet in Zeiten der Krise auffällig viele Traumautos im Rampenlicht der Automessen glänzen. Natürlich hat es bei solchen Rennpferden wenig Zweck, Kofferraumvolumen oder Spritverbrauch aufzuzählen. Nein, hier geht es um so schlecht messbare Faktoren wie Besitzerstolz, Freiheitsgefühl oder Repräsentationskunst. Anders gesagt: Der Bauch kauft immer mit – und wird mitunter auch mal zugunsten des größeren, flotteren oder imposanteren Modells entscheiden.

Der V8 im Mercedes SLS leistet 571 PS

Wobei die Entscheidung, einen Mercedes SLS AMG zu kaufen, wohl kaum lange überlegt werden muss. Wer so ein Auto kauft, muss nicht lange grübeln, ob er oder sie das Sparschwein schlachtet: 177.310 Euro kostet der Traum. AMG, die Tuning-Abteilung von Mercedes, zitiert mit dem SLS ganz unverhohlen eine Auto-Legende aus den Wirtschaftswunder-Jahren: den Mercedes 300 SL. Allerdings bleibt der „Flügeltürer“ genannte Sportwagen der 1950er hinter dem Urenkel weit zurück: Das fängt an mit einem V8, der unglaubliche 571 PS leistet und den 4,63 Meter langen Zweisitzer bis auf 317 km/h beschleunigt. Der Original-Flügeltürer war 4,52 Meter lang und hatte einen Reihen-Sechszylinder mit 215 PS, das langte für Tempo 210. Kein Vergleich also, und doch: Zu seiner Zeit war der Flügeltürer für die meisten Menschen ein unerschwinglicher Traum – und das ist heute nicht anders…

Wer Platz braucht, fährt Gran Turismo

Doch viel schöner ist ein Traumauto doch, wenn es mit irgendeiner Zweckdienlichkeit in Verbindung gebracht werden kann – das erspart dem Eigentümer aufwändige Selbstrechtfertigungs-Debatten. Der aktuelle Trend zum Luxus-GT erlaubt es, den Luxusautokauf mit einer Familiengründung in Verbindung zu bringen: Wer Kinder bekommt, kann ja nicht einfach weiter im zweisitzigen Lamborghini oder Porsche 911 fahren…

Richtig, es muss eine geräumige und schnelle Reiselimousine her, Gran Turismo (GT) genannt, und wie auf Kommando haben einige renommierte Hersteller einige sehenswerte Herrlichkeiten auf die Räder gestellt. Der eindrucksvollste ist – über Geschmack lässt sich natürlich streiten – der Aston Martin Rapide. Die fließenden Linien nehmen zwar wenig Rücksicht auf das naturgemäß große Gepäck von Familien, bilden aber ein harmonisches Ganzes, in dem ein sechs Liter großer V12 mit 477 PS das letzte Wort hat. Dass der Rapide knapp zwei Tonnen wiegt, sieht man ihm in der Tat nicht an. Den Preis schon eher: ab 180.000 Euro…

Kleinster Porsche Panamera kommt 2010

Natürlich sieht der lang erwartete Porsche Panamera, ebenfalls ein Symptom der Luxus-GT-Seuche, nicht ganz so schnittig und katzenhaft aus wie der Brite. Dafür passt in seinen Kofferraum tatsächlich ein Drittel Volumen mehr, nämlich 450 Liter. Dass wir hier keine profane Kosten-Nutzen-Debatte vom Zaum brechen wollen, belegt schon eine Vergleichszahl: Der VW Golf neuester Generation hat 350 Liter Kofferraumvolumen – bei aufgestellten Rücksitzen. Also konzentrieren wir uns lieber wieder auf Werte, die für sich sprechen: Der viertürige Porsche ist derzeit mit dem kleinsten Motor, einem 400 PS starken V8, als Panamera S ab 94.575 Euro erhältlich. Erst 2010 soll die Grundversion, ein „nur“ 300 PS starker V6, für weniger als 75.000 Euro beim Händler stehen.

Ferrari F458 beschleunigt in 10,4 Sekunden von 0 auf 200

Bis dahin muss man sich umschauen – zum Beispiel bei Ferrari: Hier gibt es zwar nur zwei Türen, dafür aber mehr Leistung. Der neue Ferrari F458 Italia ist mit einem 4,5 Liter großen V8 bestückt, der 570 PS aus dem Ärmel schüttelt. Damit fegt der Renner aus Maranello in unglaublichen 3,4 Sekunden von 0 auf 100, in 10,4 Sekunden von 0 auf 200 und hört erst bei 325 km/h auf. Wer mehr Beschleunigungsvermögen braucht, muss sich einen Kampfjet zulegen – dagegen sind die 194.000 Euro für den F458 geradezu geschenkt. Allerdings ist nicht alles mit Geld zu kaufen: Der Ferrari-Supersportwagen soll dem Vernehmen nach bereits bis zum Sommer 2011 ausverkauft sein.