Knirpse: Kleinwagen & Minicars

Kleine Autos ganz groß: Klein- und Kleinstwagen sind Stadtgespräch. Wer einsteigt, muss nicht mal mehr den Kopf einziehen.

Wer einen hat, zeigt nicht nur Mut zur Bescheidenheit, sondern auch Modernität und Umweltbewusstsein: Die Kleinen und Kleinsten auf vier Rädern bestimmen die Mobilität von heute. Schon zu Zeiten der Abwrackprämie, die im Spätsommer 2009 auslief, deutete sich diese Entwicklung an: Autohersteller blieben auf den großen Modellen sitzen, die Kunden stiegen oftmals um eine oder sogar zwei Klassen ab. Denn Herabstufung muss in heutigen Zeiten keinen Verlust an Komfort oder Sicherheit bedeuteten: Die meisten Kleinwagen sind inzwischen mit Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, dem Schleuderschutz ESP und Airbags ausgestattet.

Kleinwagen von heute sind gar nicht mehr „klein“

 Allen voran der Klassenbeste: Der Volkswagen Polo neuester Generation hat es im November 2009 wieder auf den ersten Platz bei den Verkaufszahlen gebracht. Ein Auto, das den Begriff „Kleinwagen“ kaum noch verdient: Er misst von Stoßstange zu Stoßstange 3,95 Meter, das sind 25 Zentimeter mehr als der erste Golf, der 1974 als Urahn aller Kompaktautos herauskam. Kleinwagen von heute sind also gar nicht mehr „klein“, umgekehrt sind wir anspruchsvoll geworden, und die Autos wuchsen mit unseren Bedürfnissen. Selbstverständlich sind Airbags für Fahrer und Beifahrer serienmäßig, elektrische Fensterheber vorn, ESP sowieso. Klimaanlage ist als Einzeloption für 910 Euro oder in der zweithöheren Komfortstufe gemeinsam mit weiteren Extras für knapp 2000 Euro Aufpreis verfügbar. Der Grundpreis für den Kleinwagen beträgt 12.150 Euro. Bisher werden vier Benzin- und drei Dieselmotoren zwischen 60 und 105 PS angeboten, im Frühjahr 2010 wird als Sparwunder ein „Bluemotion“-Modell kommen, das nur 3,3 Liter Diesel für 100 Kilometer verbraucht. Der Kleine bleibt also auf der Höhe der Zeit.

 

Opels Spar-Corsa kann aber auch ganz anders

Auch der ewige Konkurrent ist früh aufgestanden: Opel hat mit dem Corsa der aktuellen Generation einen würdigen Nebenbuhler geschaffen. Das war 2006; doch nun ist es gelungen, den Kleinwagen ein zweites Mal zu konstruieren – und zwar nicht nur durch ein gründliches Facelift: Mit dem Corsa CDTI Ecoflex ist Opel dem Mitbewerber Volkswagen ein paar Wochen zuvorgekommen: Der Kleinwagen und verbraucht unter 3,7 Liter je 100 Kilometer. Möglich wird das neben den üblichen Veränderungen an der Aerodynamik vor allem durch den Motor: Es handelt sich um einen 95 PS starken Vierzylinder mit 1,3 Liter Hubraum, den ein Turbolader auf Touren bringt. Die Turbinenschaufeln sind beweglich und können so je nach Drehzahl mal mehr, mal weniger Sturm entfachen. Überdies wurde die Verdichtung reduziert, ein neues Fünfgang-Getriebe mit längeren Übersetzungen hilft außerdem sparen. Der Corsa kann aber auch anders: Wenn es sein muss, erreicht er in nur 12,3 Sekunden Tempo 100, die Endgeschwindigkeit liegt bei 177 km/h. Im Frühjahr 2010 wird der kleine Spar-Star ausgeliefert, zum Grundpreis von 14.990 Euro.

Citroën C3 als Gegenentwurf zum nüchternen Polo

Auch beim Überholen hilft Radar: Der Automobilzulieferer Continental hat ein Assistenzsystem entwickelt, das vor gefährlichen Überholmanövern warnt. Es überwacht die Position des eigenen, des vorausfahrenden sowie eines potenziellen Unfallgegners in der Gegenrichtung. Diese Daten werden permanent abgeglichen – das System bestimmt selbst, ob der Raum für ein Überholmanöver ausreicht. Bei drohender Gefahr warnt es den Fahrer über Vibrationen im Gaspedal. Reagiert der Mensch nicht, tritt der Überhol-Assistent selbst beherzt auf die BWer wem deutsches Autodesign zu funktionell ist, dem kann Citroën helfen: Der Kleinwagen C3 neuester Generation entzückt mit gewissen Rundungen, die noch nicht mal teuer erkauft werden müssen: Ab 12.700 Euro ist das kullerige Etwas zu haben, ausgerüstet mit einem 60 PS starken Vierzylinder-Benzinmotor. Obwohl er nur 1,1 Liter Hubraum nutzt, verbraucht er allerdings laut Hersteller 5,9 Liter je 100 Kilometer. Sparen lässt sich hingegen wirksam mit dem 1,6 Liter großen Dieselmotor HDi 90, der trotz üppiger Leistung von 92 PS nur 3,7 Liter Diesel je 100 Kilometer verbrauchen soll. Der verlangt allerdings eine hohe Investition des Käufers: 17.650 Euro als Grundpreis – die 5000 Euro Mehrkosten im Vergleich zum Einstiegs-C3 müssen folglich eingespart werden. Ab Januar wird die kleine Knutsch-Kugel mit insgesamt elf Motor-Varianten zu kaufen sein. Auch der C3 ist groß geworden: Mit 3,94 Meter Länge ist er einen Zentimeter kürzer als der aktuelle Poloremse und bremst das eigene Auto wieder hinter das vorausfahrende zurück – allerdings kann der Fahrer jederzeit eingreifen. Damit sollen vor allem Unfälle auf unübersichtlichen Landstraßen verhindert werden.