Grüne Welle

Darf’s ein bisschen weniger sein? Die Autos von morgen geizen mit Kraftstoff. Andere Modelle fahren teilweise oder sogar vollständig elektrisch. mobile.de gibt eine Vorschau auf die wichtigsten Öko-Trends.


Die Gerüchteküche brodelt: VW wolle auf der IAA ein Ein-Liter-Auto zeigen, heißt es. Nähere Informationen oder Fotos gibt es noch nicht. Doch selbst wenn sich diese Öko-Studie als Falschmeldung entpuppen sollte: Die diesjährige IAA steht ganz im Zeichen von Spritspar-Modellen. Dabei geht es vor allem um zwei Dinge: Sowohl das eigene Portemonnaie als auch die Umwelt zu entlasten. Wie das geht, kann man auf der IAA sehen.

Neue Technologien

Zum Beispiel bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren mit neuen Technologien: Mit der zylinderselektiven Ventilsteuerung „MultiAir“ verspricht Fiat Powertrain Technologies die Verwirklichung eines alten Traums der Motoreningenieure: Den Abschied von der Nockenwelle – oder doch fast. Denn in bestimmten Betriebszuständen übernimmt anstelle der Nocken ein „hochkomplexes und robustes Hightech-System“ (Fiat) die Steuerung der Ventile auf der Einlassseite. Gezeigt wird die Technik auf der IAA in den Alfa-Modellen MiTo und 149 sowie im neuen Fiat GrandePunto. Der Serienstart ist noch für dieses Jahr geplant.

Trend Hybrid

Auch Hybride haben Hochkonjunktur auf der IAA: Das sind Modelle, die sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor an Bord haben. Je nach Fahrzustand übernimmt eines der beiden Aggregate den Vortrieb – oder sogar beide zusammen. Hybrid-Pionier Toyota zeigt in Frankfurt mit der Studie Auris Hybrid ein zweites Modell neben dem Prius.

BMW präsentiert den zusammen mit General Motors entwickelten X6 Hybrid. BMW kombiniert die beiden zwischen Getriebe und Verbrennungsmotor integrierten Elektro-Aggregate mit einem 407 PS starken V8-Benziner. CO2-freies Fahren im Elektro-Modus ist bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h möglich. Der Verbrennungsmotor wird je nach Lastanforderung zugeschaltet und in Schubphasen unterhalb von 65 km/h automatisch abgeschaltet.

Der X6 Hybrid kommt im gemischten Fahrzyklus mit 9,9 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer aus und beschleunigt in 5,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Der in Spartanburg/USA produzierte X6 ist ab nächstem April auf den europäischen Märkten zu haben. In Deutschland wird er 102.900 Euro kosten

Start-Stopp hilft sparen

Beim Spritsparen kann auch ein Start-Stopp-System helfen: Diese Automatik schaltet den Motor an Ampeln selbsttätig aus. Angelassen wird der Motor ebenfalls automatisch – beispielsweise, wenn der Fahrer den Fuß von der Bremse nimmt. Weil sie vergleichsweise kostengünstig umzusetzen sind, setzen sich Start-Stopp-Systeme auf breiter Front durch.

Nach dem großen Erfolg der „Efficient Dynamics“-Modelle von BMW setzen auf der IAA viele Hersteller auf diese Technologie. Neu ist sie unter anderem bei den Dieselmodellen des Kia Ceed oder bei der zweiten Generation des Ford C-Max.

Elektroautos mit mehr Power

Rein elektrisch werden die Räder von Elektroautos wie dem Opel Ampera angetrieben. Noch ist die Reichweite bescheiden: Beim Ampera beträgt sie rund 60 Kilometer. Im Stadtverkehr ist das durchaus ausreichend. Aufladen lässt sich der Ampera an jeder 230-Volt-Steckdose. Sind die Akkus leer, wird der Elektromotor von einem kleinen Verbrennungsmotor als Generator mit Strom gespeist. Dies ermöglicht eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern.

Auch andere Hersteller setzten auf Elektro: Die Elektroversion des Kleinwagens iQ von Toyota soll spätestens 2012 zu kaufen sein. In Frankfurt wird eine überarbeitete Version mit leistungsstärkeren Akkus stehen. Audi präsentiert eine Elektroversion des Sportwagens R8. Premiere auf dem Smart-Stand feiert der Fortwo ed mit Lithium-Ionen-Akkus von Tesla. Eine weitere Neuheit aus dem Hause Daimler: Der Mercedes S 300 Hybrid Plug in, der seine Lithium-Ionen-Akkus über Nacht an der Steckdose nachladen kann. Eine Weltpremiere feiert der Trabant nT („New Trabi“), der als reines Elektroauto 2012 auf den Markt kommen soll.