Träume für Grenzgänger

Genf, wie wir es lieben: Dicke Motoren, üppiges Blech, Leistung ohne Ende. Wer fragt da nach Spritpreisen? Doch es gibt auch bezahlbare Träume für den Hausgebrauch.


Es ist wie im Kühlschrank: Schwarzbrot und Margarine für alle Tage – doch sonntags darf es schon mal Sahnetorte sein. Und die automobilen Leckerbissen stehen natürlich traditionell in Genf, der wichtigsten Automesse des Frühlings, im Mittelpunkt. Das ist naturgemäß eine andere Welt als die der Öko-Kisten, Familien-Kutschen und Sprit-Sparer. Gedanken an Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit oder Zukunftsplanung allgemein wirken angesichts dieser Paradiesvögel auf vier Rädern doch etwas spießig.

Alles zu seiner Zeit – und alle Tage ist nun mal kein Sonntag. Also haben die Kronprinzen von Lamborghini, Aston Martin, Maybach, Porsche & Co. durchaus ihre Berechtigung; zumal auch sie den Prada-Gürtel etwas enger geschnallt haben. Naja, alles in Maßen: Der Spritdurst ist bei Sportwagen und Luxuskarossen natürlich nur ganz am Rande ein Thema. Hier also eine Parade der Hemmungslosigkeit, für das richtig schlechte Umweltgewissen …

Eröffnet wird die Galerie vom Lamborghini Murcielago LP-670-4 SV, dessen Motor ähnlich gewaltig ist wie das Buchstabenmonster seiner Typenbezeichnung. 670 PS treiben den flunderflachen Flügeltürer über die Straße. Zusammengerechnet sind das knapp sechs neue Polos, von deren vierköpfiger Besatzung allerdings zwei draußen bleiben und hinterher winken dürfen: Der italienische Rassesportler Murcielago ist natürlich ein Zweisitzer, e basta!

Die Modelle in der Fotostrecke:

Etwas mehr Platz bietet der Aston Martin V12 Vantage, der stärkste Aston Martin aller Zeiten; allerdings mehr als 100 PS – oder rund ein Polo – schwächer als der Lamborghini: 517 PS treiben den Briten über die Straße, das reicht für eine Endgeschwindigkeit von 305 km/h. Im Spätsommer soll der Zwölfzylinder auf den Markt kommen, der Preis steht noch nicht fest – egal, er wird sowieso zu hoch sein …

Der Duft des Geldes im Maybach Zeppelin

So wie beim Maybach Zeppelin, einem Superlativ auf Rädern. Der Name spielt auf das Vorbild an, eine Legende aus den 1930er-Jahren. Top-Komfort war damals untrennbar mit dieser Marke verbunden, und heute soll es nicht anders sein. Der Maybach Zeppelin ist die Steigerung des ohnehin schon luxuriösen Maybach. Erst einmal beim Preis: Die kürzere Ausführung 57 (5,70 Meter lang) kostet ab 482.140 Euro, die Stretch-Version 62 ist für 563.108 Euro zu haben. Dafür erhalten Kunden aber nicht nur ein Interieur mit Ledersitzen und Lammfell-Teppich, sondern eine im Passagierraum installierte Acrylglaskugel für 4700 Euro Aufpreis, die per Knopfdruck feinste Parfümdämpfe in den Fond sprüht. Für alle, denen der Duft des Geldes allein nicht reicht.

Vorbote des Sommers

Wer das Steuer dagegen gern selbst in die Hand nimmt, sollte sich den Audi A5 Cabrio ansehen. Mit dem Viersitzer haben die Ingolstädter einen Sommerboten geschickt, wie er schöner kaum sein könnte. Während viele Hersteller auf die trendigen Klappdach-Coupés setzen, hat Audi dem A5 bewusst ein Stoffverdeck aufgesetzt. Es schließt und öffnet automatisch, sogar während der Fahrt bis zu einem Tempo von 50 km/h. Das Familien-Cabrio treibt zum Beispiel ein 2,7 Liter großer Turbodiesel mit sechs Zylindern an, der in 8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet und laut Hersteller im Mittel nur 6,2 Liter verbraucht. Ab Mai ist der offene A5 auf dem Markt, mit Spar-Diesel kostet er ab 44.600 Euro.

Noch kleiner, aber auch flotter ist der offene Mini JCV, der ebenfalls in Genf Premiere hatte: Das Sondermodell wird von einem 211-PS-Benziner angetrieben und ist damit der mit Abstand stärkste Mini. Aber auch der teuerste: Ab 31.350 Euro muss hinblättern, wer ab März damit in Raserei verfallen will. Und wie das geht: Bis auf 235 km/h bringt es der wütende Turnschuh. Die Beschleunigungsdaten sind noch imposanter: In 6,9 Sekunden schnurrt das offene Sportwägelchen von 0 auf 100 km/h. Und der Verbrauch soll dabei laut Hersteller noch im halbwegs vertretbaren Bereich liegen: 7,1 Liter im EU-Mix.