Groß und doch bescheiden

Mobilität für Kind & Kegel: Wer mehr transportieren will als bloß die Aktenmappe, braucht Platz. Doch Größe muss nicht zwingend mit hohem Verbrauch erkauft werden.


Die Zukunft kann noch ein paar Tage warten, denn die Gegenwart sieht gar nicht so grau aus: Vor allem für Familien – denen werden in Genf einige komfortable Kutschen vor die Tür gestellt, in denen Kind nebst Kegel gut Platz haben. Klassenbester der geräumigen Versammlung ist natürlich die neue E-Klasse: Weltpremiere hatte das Volumenmodell in Detroit Anfang des Jahres, nun wird bei der Europa-Vorführung ein weiteres Familienmitglied präsentiert: das Coupé. Selbst im Oberklasse-Segment können Kunden nun beachtlich sparen: Mit dem kleinsten Dieselmotor, einem 250 CDI Blue Efficiency, verbraucht das Coupé lediglich 5,3 Liter auf 100 Kilometer, meldet der Hersteller. Wem Benziner mehr zusagen, dem steht als kleinste Motorisierung ein 250 CGI mit Direkteinspritzung zur Verfügung, die nach Angaben von Mercedes 7,2 Liter Super auf 100 Kilometer schluckt. Möglich macht das eine ausgefeilte Aerodynamik, die sogar eine automatisch gesteuerte Jalousie hinter der Kühlermaske einschließt. Der Einstiegspreis beim Coupé liegt bei 44.685 Euro – für beide Motorisierungen.

Der Seat Exeo - ein hübsch verkleideter Audi

Ein ideales Einsteigermodell für Familien mit kleinem Budget kommt aus Spanien: Ein Kombi, der aufmerksamen Zeitgenossen verdächtig bekannt vorkommt – denn der Seat Exeo ST ist niemand anderes als der alte Audi A4 Avant. Der VW-Konzern hat ein bisschen Scharade gespielt und den Spaniern den Kombi verpasst. Die Absicht dahinter: Einen Lastesel für all jene anbieten, die sich keinen von Skoda, Volkswagen oder gar Audi leisten können. Und die sitzen nicht unbedingt in Spanien, denn Kombis sind im mediterranen Raum bekanntlich weniger angesagt als bei uns. Der hübsch verkleidete Audi wird Mitte 2009 im Handel sein, Preise stehen noch nicht fest – aber sie dürften nicht wesentlich über der Limousine liegen, die bei 21.990 Euro beginnt. Seine Motoren sind bewährte Bedienstete aus dem VW-Regal, darunter zum Beispiel ein TDI mit 143 PS, der nach Herstellerangaben nur 5,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht.

Opel bleibt Opel

Wem die letzte Generation zu alt ist, der schaut sich den neuen Opel Insignia Sports Tourer an. Richtig gelesen: Was früher Caravan hieß, bekam einen modisch-trendigen Kunstnamen verpasst – doch Opel bleibt Opel, und Kombi bleibt Kombi. Der überragt die Limousine buchstäblich: Mit 4,91 Metern ist der Sports Tourer noch acht Zentimeter länger. In den Familienfrachter passt nicht nur der Kinderwagen, sondern gleich die ganze Wickelkommode hinein. 1530 Liter umfasst das Ladevolumen bei geklappten Rücksitzlehnen, die allerdings nicht ganz horizontal umlegbar sind. Die Spar-Ausführung heißt bei Opel neuerdings „Ecoflex“, dabei wird jedes Modell zusätzlich überarbeitet – beim Insignia ist das überraschender Weise nicht der kleinste, sondern der größte Diesel im Programm: Ein 2.0 CDTI mit Turbo und Direkteinspritzung, der 160 PS mobilisiert und die Limousine in weniger als zehn Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt. Den Normverbrauch für das Stufenheck gibt der Hersteller mit 5,3 Litern auf 100 Kilometer an. Für den Kombi sind noch keine Daten veröffentlicht, sie dürften aber ähnlich niedrig liegen. Er steht ab sofort beim Händler, die Preise beginnen bei 23.990 Euro für den kleinsten Benziner, einen 1,6-Liter-Motor mit 115 PS.

Familienautos abseits fester Straßen

Wer die Lieben nicht nur auf breiten Straßen, sondern bevorzugt auch auf schmalen Pfaden bequem kutschieren möchte, wird gern ein Auge auf den neuen Audi A4 Allroad Quattro werfen. Es ist natürlich die neueste Generation des Mittelklasse-Audi als Kombiversion, in Ingolstadt Avant genannt, die auf allen Pfoten angetrieben und auf besonders hohe Absätze gestellt wurde. Das geräumige Fahrzeug (maximal 1430 Liter Ladekapazität) liegt 18 Zentimeter höher als die Straßenversion und erhielt außerdem einen Edelstahl-Unterfahrschutz und Kunststoffbeplankung in kontrastierenden Farben. Im Sommer wird der A4 Allroad Quattro bei den Händlern stehen. Seine Fahrleistungen sprechen für sich: Mit dem kleinsten Diesel, einem zwei Liter großen TDI mit 170 PS, verbraucht der Audi laut Hersteller durchschnittlich 6,4 Liter auf 100 Kilometer und soll in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 jagen – natürlich nur auf Asphalt, nicht auf Matsch. Nahe liegend, dass man von der Geländegängigkeit des Kombis keine Wunder erwarten sollte. Allroad heißt eben nicht Offroad; jenseits der Wege ist man – ohne Platz- und Komfortverlust – in einem SUV besser aufgehoben.