Crash bei 300 km/h

Schon 1985 wurden die ersten Crashtests eingeführt, doch erst die tödlichen Unfälle von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger 1994 revolutionierten die Sicherheit in der Formel 1. Die Bestimmungen wurden seither weiter verschärft.


Horror-Crash: Bei 240 km/h brach Heikki Kovalainen vergangenen April beim Großen Preis von Spanien eine Felge an seinem McLaren-Mercedes. Mit 130 km/h schlug der finnische Formel-1-Fahrer in eine Reifenwand ein. Doch Kovalainen blieb unverletzt und war schon beim nächsten Rennen in der Türkei wieder am Start.

Seit 1994 hat es in der Formel 1 keinen tödlichen Unfall mehr gegeben. Vorgeschriebene Crashtests, der Einsatz moderner Materialien sowie wesentliche Verbesserungen an den Strecken haben das Sicherheitsniveau erheblich erhöht. Hier die wichtigsten Innovationen für Fahrzeug und Fahrer.

Überlebenszelle

Gerade weil Formel-Fahrzeugen ein schützendes Dach fehlt, muss die Sicherheitszelle, die den Fahrer umgibt, bei einem Aufprall intakt bleiben. Moderne Materialien und eine ausgeklügelte Bauweise ermöglichen dies: Aus bis zu zwölf Schichten Kohlefasermatten werden die Monocoques gefertigt. Eine zusätzliche Zwischenschicht mit Aluminium-Waben erhöht die Steifheit zusätzlich. Die Flanken der Fahrgastzelle sind mit einer sechs Millimeter dicken Lage aus schusssicherem Material (Zylon) beschichtet. Das soll verhindern, dass Teile in das Cockpit eindringen.

Spezielle Strukturen in der Monocoque-Nase nehmen Kräfte bei einem Frontalaufprall auf. Überrollbügel und hochgezogene Cockpitwände mit absorbierenden Krägen aus Spezialschaumstoff verbessern ebenso die Crashsicherheit. 1985 wurden verbindliche FIA-Crashtests eingeführt. Aktuell gibt es drei dynamische Tests und zwölf statische Belastungsprüfungen.