Schickes Pummelchen

Knaus Sky i Plus 700 LEG

Schickes Pummelchen

Der Knaus Sky I Plus 700 LEG macht einen modernen Eindruck, hält jedoch nichts vom Thema Zuladung.
8. Januar 2014 Für einen Reisemobilhersteller wie Knaus ist es wie der Tanz auf der Rasierklinge. Auf der einen Seite möchte er den Kunden mit möglichst viel Ausstattung verwöhnen. Auf der anderen Seite schwindet dadurch die ebenfalls geforderte Zuladung. Kommt es dabei zu einem Ungleichgewicht, kann es schnell passieren, dass man abrutscht und sich ins eigene Fleisch schneidet. So passiert beim Knaus Sky i Plus 700 LEG.

Auflastung als Notlösung

Suggeriert einem das Plus im Namen einen echten Mehrwert, der aus einem GFK-Überzug des Daches zur verbesserten Hagelschadenprophylaxe und einem exklusiven Polsterbezug namens Toronto besteht, schaffen es die Extras dennoch nicht über eine Zuladung von nur 265 Kilogramm hinwegzuschauen. Wer sich zurecht für eine stärkere Motorisierung und damit gegen die 115 Diesel-PS des Fiat-Unterbaus entscheidet, muss nochmals 50 Kilogramm an Gepäck daheim lassen.

7,44 Meter lang

Dabei hat es Knaus eigentlich nur gut gemeint. Denn durch den Verzicht von Holz und dem gleichzeitigen Einsatz von Polyurethanhartschaum, kurz PU, konnten ein paar Kilogramm eingespart werden. Und wer sich für 2.990 Euro ein Alko-Amc-Heavy-Chassis inklusive eines 130 PS starken Dieselmotors bestellt, kann aus dem einstigen 3,5-Tonner einen Viertonner werden lassen. Für 3,5 Tonnen-Führerscheinneulinge ist dies jedoch kein Ausweg.

Fazit

Neben dem Plus im Namen lässt auch der Rest der Modellbezeichnung auf das schließen, was den Käufer erwartet: Ein Fahrzeug des Modells Sky in Form eines Integrierten mit über sieben Metern Länge und einer L-Sitzgruppe, Einzelbetten im Heck sowie einer Garage. Letztere schluckt mehr Ausrüstung, als es die Zuladung des 7,44 Meter langen, 2,30 Meter breiten und 2,90 Meter hohen Reisemobils zulassen würde.
Der ab 70.690 Euro in seiner Basisversion erhältliche Knaus Sky i Plus 700 LEG erlaubt sich auf den ersten Blick lediglich in puncto Zuladung seine größte Schwäche. Seine edle Innenausstattung mit samt der Küchenarbeitsplatte im schicken Marmordesign relativiert diese Schwäche ein wenig. Ob die 3.100 Euro Aufpreis zur Plus-losen Version sein müssen, muss der Kunde natürlich selbst entscheiden. An der zu geringen Zuladung würde dies im übrigens nichts ändern.
Text: Press-Inform / Marcel Sommer