Staatskarossen zum Spottpreis

Staatskarossen zum Spottpreis

Staatskarossen zum Spottpreis

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden sich zahlreiche und vor allem vollausgestattete Oberklasse-Limousinen zu Preisen unter 10.000 Euro.
9. August 2012 Ob Audi A8, Mercedes S-Klasse oder Siebener BMW, wer hat nicht schon mal von einer Fahrt in seiner eigenen Oberklasse-Limousine geträumt? Der Traum kann jetzt wahr werden. Denn bereits für unter 10.000 Euro stehen viele der einst so teuren Staatskarossen zum Kauf bereit. Und das nicht nur mit Stoffbezügen oder kleinen Motorisierungen.

Mercedes-Benz W220

Mit dem intern W220 genannten Nachfolger der bullig wirkenden 140er Baureihe wurde auf Drängen vieler Kritiker die S-Klasse ab 1998 in den Außenabmessungen wieder etwas kleiner und damit dynamischer gestaltet. Die nun 5,04 Meter lange, 1,86 Meter breite und 1,44 Meter hohe Oberklasse- Limousine wiegt zudem mit 1,8 Tonnen etwas weniger als der Vorgänger. Der in dieser Klasse eine zugegebenermaßen weniger gewichtige Rolle spielende Spritverbrauch wurde ebenfalls gesenkt. Die bis 2005 produzierte S-Klasse war in den meisten Motorisierungen neben dem kurzen auch mit einem langen Radstand erhältlich, was die Gesamtlänge auf 5,16 Meter streckte. Die Ausnahme bildeten die Zwölfzylinder-Modelle.

Bis zu 612 PS

Auf Seiten der Benzinmotoren wurden im Verlauf des Produktionszeitraums insgesamt drei Sechszylinder-Benzinmotoren mit Leistungen von 204 bis 245 PS, vier Achtzylinder von 279 bis 500 PS und insgesamt vier Zwölfzylinder mit 367 bis 612 PS im S 65 AMG L zum Kauf angeboten. Von den Selbstzündern waren zwei Sechszylinder mit 197 bis 204 PS und zwei Achtzylinder mit 250 und 260 PS erhältlich. Bis auf den S 600 L und die AMG-Versionen, welche mit dem Active Body Control-Fahrwerk versehen sind, sind alle anderen W220er mit einer Luftfederung ausgestattet. Der S350, S430 und der S500 standen zusätzlich als 4Matic-Versionen, sprich mit Allradantrieb zur Wahl.

BMW E38

Der direkte Konkurrent der S-Klasse von Mercedes war und ist der Siebener BMW. Um die Jahrtausendwende, also zu Zeiten des W220 war es der E38, der erfolgreich versuchte, die Vormachtstellung der S-Klasse zu attackieren. Die dritte Generation des Siebeners zeichnet sich durch eine auf Sportlichkeit bedachte Fahrwerksabstimmung und einem gleichzeitig speziell für die Fondpassagiere luxuriösen Fahrkomfort aus.

Bis zu 5,12 Meter lang

Während des Produktionszeitraums von 1994 bis 2001 war die Oberklasse Limousine aus Bayern mit Benzinmotoren von 193 bis 326 PS, sowie Dieselmotoren von 143 bis 245 PS erhältlich. Die für die Benzinvarianten verfügbaren Langversionen weisen 14 Zentimeter mehr Länge auf, die somit nicht mehr 4,98 Meter, sondern 5,12 Meter beträgt. Für die richtige Gangwahl sorgte in den meisten verkauften Siebenern eine Automatik, doch wurden auch Handschalter mit fünf oder wie im 740i mit sechs Gängen verkauft.
Der Audi A8 der ersten Generation wurde von 1994 bis 2002 produziert und machte spätestens dank Altkanzler Gerhard Schröder auf sich aufmerksam. Das Kanzler-Auto war der erste ernstzunehmende Angriff auf die Oberklasse- Limousinen aus Stuttgart und München. Anders als seine beiden Kontrahenten stand der Ingolstädter mit einem Allradantrieb oder, in seinen kleinsten Motorisierungen, mit einem Frontantrieb beim Händler. Hinzu kommt seine Aluminium-Karosserie, mit der das Gewicht der Staatskarosse auf unter zwei Tonnen gesenkt und die Fahrdynamik gesteigert werden konnte.

Auf Wunsch Sechs Liter Hubraum

Dass Sportlichkeit nicht alles ist und in dem Segment der Schwerpunkt auf Komfort gelegt sein sollte bekam Audi während der gesamten Baureihen- Produktion zu hören. Die Motorenpalette reicht bei den Benzinern von 174 bis 420 PS im sechs Liter großen W12 quattro und bei den Selbstzündern von 150 bis 224 PS. Der ebenfalls sowohl mit einem kurzen und einem langen Radstand erhältliche Audi A8 misst je nach Variante zwischen 5,03 und 5,16 Meter in der Länge.
Text: Press-Inform / Marcel Sommer