Wider dem Schmutzteufel

Selbstreinigender Lack

Wider dem Schmutzteufel

Auto waschen? Das war einmal. Die Zukunft könnte einem selbstreinigenden Lack gehören. Nissan testet bereits.
Egal was kommt. Dreck, Staub, schmutziges Wasser. Alles tropft an dem Nissan Note ab. Der Kniff hinter der Zauberfarbe ist die sogenannte \"Ultra- Ever-Dry\"-Technologie, die die in Florida beheimatete Firma \"UltraTech International Inc.\" ersonnen hat. Bei der Lackierung wird Nanotechnologie verwendet und so ein Luftpolster zwischen dem Lack und er Umwelt errichtet, das wie eine Barriere wirkt, an der die Fremdpartikel einfach abperlen. Das Prinzip funktioniert bereits, etwa bei Tischplatten oder Textilien. Ist aber nicht ganz billig: Vier Liter kosten rund 340 US-Dollar, also etwa 245 Euro. Besonders einfallsreiche Tester haben bereits ihr Handys mit diesem Schutzlack beschichtet und in einen Wassereimer gesteckt. Angeblich hat das Mobiltelefon nach dem fünfminütigen Tauchgang noch problemlos funktioniert.

Harte Anforderungen

Was bei Smartphones gut ist, sollte doch auch bei Autos funktionieren. So das Kalkül des japanischen Herstellers Autobauers. Nissan testet jetzt die Erfindung an einem Note. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Der neue Lack überstand, Frost, Schneeregen, stehendes Wasser und sonstige Schmutz-Attacken. Doch das ist erst der Anfang. Die Langzeiterprobung steht noch aus. Sollten die Resultate auch weiterhin so vielversprechend sein, will man bei Nissan darüber nachdenken, diese Schutzschicht als Option anzubieten. Eventuell auch als Nachrüstlösung. Noch sind solche Pläne aber nicht gefasst.
Doch bei einem Automobil sind die Anforderungen noch einmal eine Stufe härter. Während man kleinere Flächen immer wieder versiegeln kann, muss der Lack ein Autoleben halten und einiges an Belastungen aushalten. Da sind zum Beispiel die extremen Temperaturschwankungen. Wenn das Auto einen Tag lang in der Sonne steht, wird die Oberfläche ziemlich heiß. Auch die Vibrationen, denen ein Automobil andauernd ausgesetzt ist, können sich als Beschichtungs-Killer erweisen. Zu guter Letzt sollte der Lack auch noch Waschstraßen- und Regenfest sein.
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll