Prämien vergleichen und sparen

Kfz-Haftpflicht und Kasko wechseln

Im Herbst wird gekündigt

Jeden Herbst werden die Versicherer nervös: Dann nutzen viele Autofahrer die Möglichkeit zur Kündigung bis 30. November und schauen sich nach einem billigeren Angebot um. Es lohnt sich immer, Angebote zu vergleichen und die Konditionen zu überprüfen

14. Oktober 2014 Novemberfieber: Zum 30.11. endet die gesetzliche Kündigungsfrist der Autoversicherungen, die regelmäßig für 1 Jahr abgeschlossen werden. Wer glaubt, er könne sparen, kann jetzt wechseln.

Grundsätzlich gilt: Nichts überstürzen! Prüfen Sie bei Vergleichsportalen wie Check24 oder anderen, ob für Ihren Fahrzeugtyp günstigere Tarife angeboten werden. Dazu benötigen Sie Ihren aktuellen Versicherungsvertrag und die Zulassungsbescheinigung.

Geben Sie für eventuelle Angebote eine E-Mail-Adresse an, den Rest macht die Maschine. Nachstehend einige Tipps.

 

 
 

 

Suchen Sie den "Vergleichsbeitrag"

Doch erst sollten Sie herausfinden, ob Ihr Beitrag sich verändert hat. Das ist mitunter gar nicht so einfach.

Laut dem Fachmagazin "Finanztest" verstecken nämlich viele Versicherer den Vorjahrestarif im Kleingedruckten, um Autofahrer nicht auf die Beitragserhöhung aufmerksam zu machen.

Kommt nun eine Ermäßigung durch ein weiteres schadenfreies Jahre (Schadenfreiheitsrabatt) zusammen mit dem teureren Tarif, fällt das mitunter überhaupt nicht auf.

Sie müssen nach dem "Vergleichsbeitrag" suchen. Können Sie ihn nicht zweifelsfrei identifizieren, hilft ein kurzer Anruf beim Versicherer.

Hohe Rabatte für weniger Kilometer

Es gibt viele Parameter bei Haftpflicht-, Kasko und Teilkasko-Versicherung, die den Preis beeinflussen. Insgesamt bestimmen rund 50 so genannte Tarifmerkmale den jährlichen Beitrag. Und der kann je nach Anbieter bis zu 350 Prozent variieren, hat kürzlich ein Forschungsinstitut ermittelt.

Die Versicherer kalkulieren die Tarife nicht nur in Abhängigkeit von Motorleistung, Kilometerleistung und den Lebensverhältnissen des Fahrers, sondern auch nach Wohnort (Regionalklasse), Fahrzeugtyp und natürlich Zahl der unfallfreien Jahre (der Schadenfreiheits-Rabatt).

Die höchsten Rabatte gibt es für eine niedrige angegebene Jahreskilometerleistung und günstige Regionalklassen, hat das Vergleichsportal Check24 kürzlich herausgefunden. Da Sie für einen günstigen Versicherungstarif kaum umziehen würden, bleibt nur noch die Kilometerleistung.

Und wer hier spart, kann hier doppelt sparen: Halbiert man die Jahreskilometer von 24.000 auf 12.000, bringt das bei vielen Versicherern einen Nachlass von knapp 49 Prozent!

Kasko mit Werkstattbindung billiger

Natürlich können Berufspendler nicht einfach ihre Jahreskilometerleistung halbieren. Aber bereits wer scharf kalkuliert, spart hier eventuell einen zweistelligen Eurobeitrag.

Mogeleien lohnen sich natürlich nicht: Spätestens im Schadenfall käme ein Schwindel mit der Jahreskilometerleistung heraus, die Folge ist eine saftige Vertragsstrafe.

Bei der Kaskoversicherung liegt Sparpotenzial vor allem in der Werkstattbindung: Wer darauf verzichtet, einen Versicherungsschaden in der Werkstatt seiner Wahl reparieren zu lassen, kann laut Check24 bis zu 36 Prozent des Beitrags sparen.

Jährliche Zahlungsweise wird belohnt

Auch das Automodell spielt für die Höhe des Beitrags eine Rolle: Große Autos und große Motoren sind in aller Regel teurer als niedrig motorisierte Kleinwagen.

Ein hohes Sparpotenzial – eine reine Formalie – bietet die Zahlungsweise: Wer seinen Beitrag vierteljährlich abbuchen lässt, muss bis zu 40 Prozent Aufpreis in Kauf nehmen.

Weitere Parameter, die man kennen muss: Wer in der eigenen Immobilie wohnt, bekommt einen geringen Rabatt, wer eine Garage oder einen Stellplatz hat, ebenso Familien mit Kindern, Inhaber von Bahncard und ÖPNV-Monatskarten sowie bestimmte Berufsgruppen (vor allem Beamte).

Vollkasko: Kündigung nicht immer sinnvoll

Bei Kaskoversicherungen sollten Sie außerdem bedenken: Ist Ihr Auto älter als fünf Jahre, können Sie auf den vollen Schutz oft verzichten. Weil ein Auto von Jahr an Wert verliert, reduziert sich auch der Zeitwert, den eine Versicherung bei Beschädigung mit der Schadenssumme verrechnet.

Haben Sie auch in der Vollkasko einen hohen Schadenfreiheitsrabatt und Ihr Auto besitzt auch nach Jahren noch relativ hohen Zeitwert, sollten Sie die Vollkasko länger behalten. Grundsätzlich gilt: Können Sie den Verlust des Autos (aufgrund seines nunmehr geringen Wertes) finanziell verschmerzen, brauchen Sie keine Vollkasko.

Die Teilkasko ist für Vielfahrer mit älteren Autos sinnvoll, da sie für Steinschlag aufkommt, der in der Regel kaum als Haftpflichtschaden geltend gemacht werden kann. Auch Diebstahl regelt die Teilkasko, und der soll auch bei älteren Modellen vorkommen.

Bei Neuwagen und Leasingfahrzeugen ist eine Vollkasko-Versicherung nicht nur empfehlenswert, sondern bei Kreditfinanzierung auch zumeist obligatorisch.

Text: mob | Bildmaterial: Versicherungs-Herbst: Bis 30. November können Autofahrer ihre alte Versicherung kündigen und nach einer günstigeren Ausschau halten FOTO: TomTom/mob