Auto-Finanzierung, Teil 2

Auto-Finanzierung, Teil 2

Händler- oder Hausbank

Die entscheidenden Fragen bei der Finanzierung: Wer gibt das Geld? Und was passiert am Ende mit dem Auto?

 
 

 

Der Vorteil einer Finanzierung besteht darin, dass Sie sich ein Auto kaufen können, ohne gleich die gesamte Summe aufbringen zu müssen. Der Nachteil liegt in der höheren Gesamtsumme, die in den allermeisten Fällen anfällt: Neben dem Kaufpreis müssen schließlich auch die Zinsen für den Kredit bezahlt werden.

Wer macht das beste Angebot? Grundsätzlich gibt es da zwei Möglichkeiten: 

  • Finanzierung durch die Autobank: Das Auto wird durch Ratenzahlungen finanziert. Üblich ist eine Anzahlung von 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Nach der vereinbarten Zahl von monatlichen Raten gehört das Auto Ihnen – alternativ können Sie es zu einem vereinbarten Restwert zurückgeben.
  • Finanzierung durch die Hausbank: Der Kredit wird bei Ihrer Hausbank oder einem anderen Anbieter aufgenommen, und das Auto damit komplett bezahlt. Selbst ein höherer Zinssatz kann sich hierbei rechnen: Die größten Rabatte sind nach wie vor bei der Barzahlung des gesamten Kaufpreises möglich. 

 

Daher sollten Sie sehr genau kalkulieren: Ist es unterm Strich günstiger, die im Vergleich oft verlockend niedrigen Zinsen für das Finanzierungsangebot des Händlers bzw. Herstellers zu zahlen? Oder besorgen Sie sich das Geld auf dem freien Markt – und treten dann beim Händler als Barzahler auf und handeln einen ordentlichen Rabatt aus?

Je kürzer, desto günstiger

Faustregel: Je länger die Finanzierung läuft, desto teurer kommen einen die Raten zu stehen. Außerdem erhalten „Ratenkäufer“ oft geringere Nachlässe, da eine Finanzierung für den Händler mehr Aufwand (Eigenbeteiligung, Abwicklung) bedeutet als ein Barkauf.

Ein Sonderfall sind die oft innerhalb von Aktionen angebotenen Null-Prozent-Finanzierungen. Unser Tipp: Nehmen Sie diese Finanzierung an, wenn Sie das Auto bar bezahlen können. Dann können Sie sogar daran verdienen, wenn Sie das gesparte Geld anlegen. Zu beachten ist, dass sich die günstigen Kreditzinsen manchmal nur auf einzelne Modelle beziehen - unter Umständen genau auf das Modell, das Sie eigentlich nicht wollen.

Bei Autobanken bietet die Dreiwege-Finanzierung (auch: Schlussratenfinanzierung) die höchste Flexibilität. Dabei entscheiden Sie erst am Ende der Finanzierung, ob Sie das Auto behalten oder – wie beim Leasing – wieder zurückgeben wollen. In erste Fall wird dann eine vorab vereinbarte, höhere Schlussrate fällig (ca. 25 bis 50 Prozent des Kaufpreises). Möglich ist ebenfalls eine Anschlussfinanzierung.

Auch Autobanken finanzieren Gebrauchtwagen

Früher hielten sich die Autobanken bei der Gebrauchtwagenfinanzierung vornehm zurück, so dass bei geringen Barreserven meist nur die Hausbank zum Anpumpen bleibt. Inzwischen bieten die Hersteller auch Finanzierung und sogar Leasing für Gebrauchte an – in der Hoffnung, der Gebrauchtwagenkunde von heute könnte sich zum Neuwagenkunden von morgen entwickeln und dabei seinem alten Kreditpartner treu bleiben.

Aber Vorsicht: Nicht immer bieten die Autobanken den besseren Zinssatz. Mitunter sind die günstigsten Konditionen für Autokredite an den Abschluss einer Restschuldversicherung (RSV) geknüpft. Und diese RSV kann die monatliche Rate um mehr als zehn Euro verteuern, ohne dass man sie zwingend benötigt.

Wie Sie den richtigen Kredit für Ihre Bedürfnisse finden, lesen Sie in Teil 3.

Text: fayvels büro | Bildmaterial: Fotolia.de