Martin Breuer, Riller & Schnauck

Martin Breuer, Riller & Schnauck

Cabrio-Liebe rostet nicht

mobile.de sprach mit Martin Breuer, Gesamtverkaufsleiter für Gebrauchte des Berliner Autohauses Riller & Schnauck, über spezielle Wünsche der Cabrio-Kunden und spannende Besonderheiten dieser exklusiven Sparte.

 

 
 

 

Herr Breuer, Sie verkaufen in Ihrem Autohaus in Berlin Cabrio-Neuwagen sowie gebrauchte Modelle. Gibt es besondere Unterschiede zwischen dem Käufer beispielsweise eines BMW Cabrios und dem eines Jaguar Cabrios?

Ja, es gibt sogar grundlegende Unterschiede: Der Käufer eines BMW Cabrios möchte ein Cabrio mit sportlichen Eigenschaften fahren. Ebenso spielen hier Trends eine Rolle.

Der Fahrer eines Jaguar Cabrios sieht es als eine Art Lebenseinstellung, einen Jaguar zu fahren. Er mag die Vielseitigkeit des Fahrzeugs: mal Cabrio, mal V8-Sportwagen, mal Alltags-Fahrzeug und gleichzeitig auch Cruiser und „Luxuslimousine“.

Tendieren Cabrio-Fahrer bei diesen Fahrzeugen zu ganz speziellen Ausstattungen? Wie sieht da eine typische „Traumausstattung“ aus?

Bei einem Wagen wie dem Jaguar XK Convertible legen die Kunden nach unserer Erfahrung besonderen Wert auf eine hochwertige Ausstattung, u. a. mit Leder und Extras wie beheizbarer Frontscheibe, adaptivem Kurvenlicht, beheizbaren Sitzen und beheizbarem Lenkrad, „Keyless Entry“, Navigation, einem Premium-Klangsystem, wie z. B. das Bowers & Wilkins 525Watt, und Leichtmetallfelgen in 20 Zoll.

Thema Jaguar: Was schätzen Ihre Kunden vor allem am Jaguar XK Cabrio und am Jaguar F-TYPE?

Am Jaguar XK Cabrio schätzen die Kunden die gelungene Mischung aus einem „rassigen“ V8-Sportwagen und dem edlen Ausstattungsniveau, das sowohl mit technischen als auch optischen Highlights erhältlich ist.

Beim F-TYPE, dessen Markteinführung am 25. Mai 2013 erfolgt, werden es die Fahrdynamik, der Sound und die Fahreigenschaften sein.

Bei beiden Fahrzeugen schätzen die Kunden die Individualität. Jaguar beschreibt es unserer Meinung nach sehr gut mit „Kraft, Stil und kompromisslosem Luxus“.

Wie sieht der optimale Kaufablauf eines gebrauchten Cabrios aus? Auf welche Aspekte sollte man hier besonders achten?

Martin Breuer von Riller & SchnauckZunächst sollte man sich vor dem Cabrio-Kauf natürlich über die Nutzungsgewohnheiten Gedanken machen: Wird es ein Stadtauto oder geht es mit dem Fahrzeug auch auf Reisen? Wie sieht es mit dem Gepäckbedarf aus? Soll es deshalb eher ein Zwei- oder doch ein Viersitzer sein?

Bei der Fahrzeugbesichtigung kommt es dann neben dem Zustand des Wagens und der Ausstattung auch in besonderem Maße auf das Verdeck bzw. die Klappdach-Funktion an. Läuft alles einwandfrei beim Öffnen oder Schließen des Verdecks? Ist das Verdeck beschädigt?

Das Fahrzeug sollte nicht bei einer Mietwagenfirma gelaufen sein. Wenn es das erste Cabrio ist, sollte man unbedingt auf die negativen Cabrioseiten, wie z. B. Windgeräusche, achten.

Deshalb: unbedingt eine Probefahrt machen! Generell muss die Gesamterscheinung bis ins letzte Detail stimmen, man sollte keine Kompromisse eingehen. Ein guter bis sehr guter Zustand und lückenloser Servicenachweis von Vertragswerkstätten muss vorliegen.

Nicht zu vergessen: Wie sieht es mit der Garantie für das Fahrzeug aus?

Gibt es ein bestimmtes Cabrio-Modell, das sich als Gebrauchtwagen besonders gut verkauft?

In der Saison verkaufen sich eigentlich alle BMW und MINI Cabrios, insbesondere der Klassiker BMW 3er Cabrio, sehr gut. Von Jaguar sind die Cabrio-Modelle XKR 4.2V8 oder 5.0V8 sehr beliebt.

Für den Innenraum bevorzugen die Käufer die Farbe klassisch Schwarz, währenddessen die Vorlieben für die Designfarbe der Karosserie variieren: Hier dominieren Schwarz, Grau, Anthrazit, Grün oder Blau.

Das Fahrzeug sollte sich im guten bis sehr guten Zustand und im technischen Originalzustand befinden sowie möglichst wenig Kilometer auf dem Tacho vorweisen.

Wichtig für die Jaguar-Fans ist zudem die Tatsache, dass es sich bei dem Cabrio um keinen Mietwagen handelt und er lediglich einen bis maximal zwei Vorbesitzer hatte.

Gibt es Ihrer Erfahrung nach spezielle Unterschiede und unterschiedliche Fahrzeugansprüche zwischen Cabrio-Fahrern und -Fahrerinnen?

Spezielle Frauen- und Männercabrios gibt es unserer Erfahrung nach nicht. Gewiss werden manche Cabrios eher von Männern und andere eher von Frauen gefahren.

Frauen orientieren sich dabei markenübergreifend besonders am Nutzwert, z. B. der Kofferraumgröße und dem Platz für Kinder, weniger an Leistung und technischen Features.

Männer bevorzugen eine sportliche Optik, hochwertige Technik sowie dynamische Fahreigenschaften. Daneben sind, wie bei vielen anderen Fahrzeugen, auch für Cabrio-Fahrer die Zahlen zu Leistung, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit, die Felgengröße, der Sound von Motor und Musik, der Zustand sowie die Historie von Bedeutung.

Trends auf dem Cabrio-Markt: Welche Entwicklungen konnten Sie hier sowohl von Seiten Ihrer Kunden als auch von Herstellerseite in den vergangenen Jahren beobachten?

In den vergangenen Jahren ist das Thema „Spritverbrauch“ für viele Kunden immer wichtiger geworden. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb die Diesel-Technologie ihren Einzug in die Welt der Cabrios gehalten hat.

Außerdem ist das Thema Sicherheit in Zusammenhang mit Assistenzsystemen für viele Käufer von großer Bedeutung und nimmt daher auch Einfluss auf die Auto-Hersteller.

Cabriobesitzer interessieren sich grundsätzlich für die Möglichkeiten der Dachtechnologien, gerade in Bezug auf Klappdächer. Stahlklappdächer haben z. B. einen nicht geringen Anteil daran, dass das Cabriolet von vielen Besitzern inzwischen nicht mehr nur als reines Sommergefährt angesehen wird, sondern ganzjährig und als Erstwagen Anwendung findet.
Eine weitere Ursache für diesen Trend ist sicher der Komfort, der sich speziell für Cabrios von Jahr zu Jahr erhöht. Specials wie Nackenheizungen in den Kopfstützen oder ein Windschutz an der Frontscheibe, der noch weniger Wind in den Fahrerraum lässt, sorgen mit dafür, dass das Cabrio langsam aber sicher seine Nische verlässt.

Dies kann man gut daran beobachten, dass mittlerweile sogar Winterreifen für diese Modelle gekauft werden, die früher in der weißen Jahreszeit ihren Platz ausschließlich in der Garage hatten.

Der Cabriomarkt ist insgesamt viel breiter geworden, es werden deutlich mehr Modelle ohne Dach angeboten als noch vor einigen Jahren. Wegen dieser neuen Konkurrenzsituation müssen sich die Hersteller eben neue Wege einfallen lassen, wie sie ihre Kundschaft finden bzw. halten.

Auf welche Strecke schicken Sie Ihre Cabrio-Kunden eigentlich vorzugsweise bei einer Probefahrt ins Berliner Umland?

Vorzugsweise in Richtung Potsdam und Umgebung, z. B. nach Bornstedt, Beelitz sowie Schönhagen, und auf der verlängerten AVUS wieder zurück oder Richtung Schloss Diedersdorf. Dort ist die Landschaft besonders schön.

Zur Person:

Martin Breuer ist Gesamtverkaufsleiter für den Bereich Gebrauchtwagen des Autohauses Riller & Schnauck. Die Unternehmensgruppe vertreibt an verschiedenen Standorten in Berlin und Brandenburg die Marken BMW, MINI, Jaguar, Land-Rover, Rolls-Royce, Ferrari und Wiesmann.

Text: Philip Leimkugel | Bildmaterial: Jaguar