Autoblogger Bjoern Habegger

Autoblogger Bjoern Habegger

Autoverrückt

Wie startet ein Autoblogger in die neue Cabrio-Saison? mobile.de sprach mit dem deutschen Autoblogger Bjoern Habegger über neue Modelle, Klassiker und den Alltag eines Autotesters.

 

 
 

 

Bjoern, was macht eigentlich ein professioneller Autoblogger den ganzen Tag? Schildere uns doch bitte kurz den typischen Arbeitstag eines autoverrückten Bloggers.

Das kommt darauf an – es gibt Tage, da fliegt man morgens um sechs Uhr zum ersten Termin, fährt ein neues Modell und ist am Abend gegen 22 Uhr wieder zu Hause. An anderen Tagen steht der aktuelle Testwagen auf dem Programm, d. h.: Fotos davon erstellen, Verbrauchsfahrten durchführen und Artikel schreiben.

Grundsätzlich beginnt der Tag jedoch mit einem Blick auf das Tablet, sobald der Wecker geklingelt hat. Wer hat Neuigkeiten aufgetan? Wurden Kommentare auf der eigenen Facebook-Seite hinterlassen? Wie bei jedem Freelancer bestimmt das aktuelle Tagesgeschehen den Ablauf.

Bjoern Habegger von mein-auto-blog (Bild: Bjoern Habegger)Existiert im Netz unter deinen Lesern eine ganz spezielle Cabrio-Community?

Nein, der Leser ist leider nicht so bekannt, wie man sich das wünschen würde. Die Interaktionsrate zwischen Lesern und Autor liegt weit unter einem Prozent. Man sieht nur, dass jetzt zum Frühlingsbeginn die Artikel über Cabrios wieder häufiger gesucht werden.

Du bist als Testfahrer in diesem Jahr bereits mit einigen Cabrios unterwegs gewesen – dein Favorit bisher?

Ganz klar der Mazda MX-5! Auch wenn der Japaner bereits ein wenig in die Jahre gekommen ist, der MX-5 verkörpert für mich ein ganz besonders pures Cabrio- und Roadster-Feeling.

Die Cabrio-Saison 2013 steht ganz im Zeichen des neuen VW Beetle Cabrio – welche wichtigen Konkurrenten siehst du für diesen Neo-Klassiker derzeit auf dem Markt?

Das Beetle Cabriolet steht im Wettbewerb zu einem anderen ewigen Klassiker, dem MINI Cabrio. Interessant sind auch das neue DS3 Cabriolet von Citroen und, ebenso im gleichen Feld, das Audi A3 Cabriolet.

Mit dem Opel Cascada haben die Rüsselsheimer endlich wieder ein Cabriolet im Angebot – dein Eindruck?

Es wurde Zeit. Die Opel-Fans haben lange darauf gewartet, und ich räume dem neuen Cascada eine große Erfolgschance ein. Es bleibt die Frage, wie "Premium" ein Opel sein kann. Denn der Cascada wirkt auf den ersten Blick sehr edel und gut geschnitten.

Du bist viel mit Branchenvertretern und auf Automobilmessen unterwegs – wie beurteilst du die momentane Lage auf dem Automarkt? Wirkt sich die derzeitige Absatzkrise auf klassische Zweitwagenmodelle wie Cabriolets in besonderem Maße aus?

Die Lust am Auto ist ungebrochen – auch in Zeiten einer Krise. Autos verkaufen sich besonders über das Bauchgefühl. Da lassen sich Autoliebhaber von einer sogenannten Krise nicht verunsichern. Und Cabriolets unterliegen diesem Lustfaktor noch einmal mehr als der klassische Kombi. Vermutlich bleiben Cabrios in diesen Zeiten eine sinnvolle Geldanlage – wo sonst bekommt man für sein Geld die gute Laune mit jedem
sonnigen Tag frei Haus geliefert?

Beneidenswert: Du hattest vor einiger Zeit Gelegenheit, den Porsche Boxster an der Côte d’Azur zu testen. Erzähle uns kurz deine persönlichen Erfahrungen mit diesem extravaganten Roadster auf französischen Küstenstraßen.

Ja das war einer der besonderen Tage im Leben eines Automobil-Bloggers. Aber davon habe auch ich nicht so viele. (lacht) Der 981 Boxster ist ein unglaublicher Endorphin-Lieferant. Vermutlich ist diese Kombination aus wunderschöner Gegend, einem sonnigen Frühlingstag und diesem Vollblut-Roadster ein echter Jungbrunnen.

Wer die Gelegenheit hierzu bekommt, der sollte sich so etwas nicht entgehen lassen.

Das Kreischen des Sechszylinder-Boxers, das Jammern der Reifen auf den kurvigen Bergstraßen und diese frische Luft, aus der man genau herausschmeckt, ob man in Richtung Berge fährt oder zurück zum salzigen Meer – eine wundervolle Erfahrung!

Du kommst viel rum auf Europas Straßen – welches sind Gegenden, Strecken, die du gerade Cabrio-Fahrern im Frühling und Sommer empfehlen würdest?

Natürlich alles rund um die Côte d'Azur und die Toskana. Wer nicht ganz so weit fahren möchte, sollte sich die Hochalpenstraße und die Pässe in Österreich als Ziel aussuchen. Aber auch bei uns in Deutschland gibt es tolle Strecken: Die Eifel, der Schwarzwald und der Harz bieten wunderbare Ausflugsstrecken.

Die wunderbare Welt der Young- und Oldtimer – wenn es dir logistisch wie finanziell möglich wäre, eine stattliche Fahrzeugsammlung aufzubauen, welche Cabrio-Klassiker müssten da unbedingt in die Halle?

Je mehr Geld zur Verfügung steht, desto schwieriger wird die Antwort. Aber es gibt ein paar simple Antworten: natürlich ein SL der Baureihe R129 – seit 1989 auf der Straße, und es gibt nur ein paar gut gepflegte, 20 Jahre alte Varianten –, dann ein BMW M3 E30 Cabriolet sowie einen BMW Z1. Und für die lockeren Abendtouren natürlich einen V8, am besten in Form eines 62er Cadillacs.

Und was fährt ein Autoblogger eigentlich privat im automobilen Alltag?

Meine Frau und ich, wir besitzen einen Kombi für die Touren mit dem Hund: einen bald zehn Jahre alten Ford Mondeo. Und ich hatte bis vor Kurzem noch einen Smart fortwo, davor einen Mercedes C280 und einen 330d BMW Touring. Meine Fahrzeug-Historie ist ziemlich bunt. Im Alltag kann ich aber üblicherweise auf Testwagen zurückgreifen.

Zur Person:

Vom Hobby zum Beruf: Bjoern Habegger ist 38 Jahre alt und seit drei Jahren hauptberuflich Blogger. Seine Leidenschaft zu Automobilen und der Spaß an der digitalen Kommunikation haben nur eine Möglichkeit zugelassen: Automotive Blogger. Sein Blog: mein-auto-blog

Text: Philip Leimkugel | Bildmaterial: Dmitry Pichugin - Fotolia.com