Claudia Kleinert im Interview

Claudia Kleinert im Interview

Ab in den Sommer!

Die aus den ARD-Wetternachrichten „Wetter im Ersten“ bekannte Moderatorin Claudia Kleinert ist bekennender Cabrio-Fan. Grund genug, um mit der 43-jährigen Kölnerin über die anstehende Freiluft-Saison zu sprechen!

 

 
 

 

Hallo Frau Kleinert, wie wird das Wetter in den kommenden Wochen – erwartet uns ein Cabrio-Sommer?

Wenn ich eine Glaskugel zur Hand hätte, könnte ich das vielleicht beantworten. (lacht)

Hat man als Wetterfee und Cabrio-Fahrerin denn keinen Vorteil, weil man das Wetter schon früher als andere einschätzen kann?

Das wäre schön, wenn das so wäre. Tatsächlich ist es so: Wer regelmäßig das Wetter im Ersten schaut, ist genauso gut informiert wie ich. (lacht) Mehr als drei Tage im Voraus können auch wir nichts Genaues vorhersagen.

Selbst Prognosen für einen Vier- bis Fünf-Tage-Trend sind bei der aktuellen Wetterlage schwierig. Den Sommer kann ich Ihnen also nicht voraussagen, aber ich hoffe natürlich auch, dass er nach dem langen Winter besonders schön wird.

Haben Sie die Cabrio-Saison denn dieses Jahr schon eröffnet?

Nein, leider noch nicht, weil ich meinen Cabrio-Oldtimer zunächst etwas auf Vordermann bringen muss – der steht seit sechs Monaten in der Garage und kommt aufgrund von Stadt- und Jobwechsel zurzeit etwas zu kurz. Aber ich denke, im Mai ist es dann auch bei mir soweit – darauf freue ich mich schon!

Was für ein Modell fahren Sie?

Ich fahre einen Mercedes-Benz 350 SL Cabrio, Baujahr 1971, den ich jetzt seit rund sieben Jahren habe. Ein toller Wagen, ein richtiger Hingucker! Zu dem Auto habe ich eine sehr persönliche Beziehung: Ich habe ihn liebevoll „Leo“ getauft, weil er wie ein Löwe „röhrt“, wenn man ihn anmacht.

Normalerweise bin ich nicht so eine Frau, die Dinge personalisiert und Autos Namen gibt, aber bei diesem Wagen ist das etwas anderes – da erwische ich mich auch ab und an dabei, dass ich in die Garage gehe, ihn streichele und sage: „Es tut mir leid, ich kümmere mich derzeit so wenig um dich, du bist jetzt als nächstes mal dran.“

Ich muss zugeben: Das ist schon ein bisschen schräg, und natürlich kommt man sich dabei durchaus bescheuert vor. (lacht) Aber es ist auch kein Wagen wie jeder andere – er ist eben etwas Besonderes.

Was macht den Wagen so besonders, abgesehen von seinem schicken Äußeren?

Der Wagen ist bis jetzt im Originalzustand – alles ist noch genau so, wie man damals Auto gefahren ist: Es gibt wenig Elektrik, keine Assistenzsysteme oder Spielereien. Der Wagen ist authentisch. Das verleiht ihm seinen Charme und ein schönes Gefühl von Nostalgie.

Allein das Gefühl, dass da jemand 1971 schon drinsaß und sich vorzustellen, was diejenigen mit dem Wagen in der Zeit alles erlebt haben, finde ich spannend!

Claudia Kleiner (Bild: Thomas & Thomas)Wie halten Sie den Wagen in Schuss? So ein Oldtimer ist in der Pflege ja sicher zeitaufwendig.

Das hält sich in Grenzen, man muss sich nur regelmäßig um den Wagen kümmern. Ich achte natürlich schon darauf, dass er innen wie außen glänzt – und ab und zu braucht er auch Zuspruch. (lacht)

Mal angenommen, Ihr Auto gibt „den Geist auf“ – was wir natürlich nicht hoffen wollen, toi, toi, toi –, würden Sie sich dann wieder einen Oldtimer zulegen oder eher auf ein modernes Modell setzen?

Ich würde sicher damit liebäugeln, mir wieder einen Oldtimer zu kaufen. Ob es dann das gleiche Modell wäre, das weiß ich nicht. Aber ich würde dann auch versuchen, mir etwas mehr Zeit für den Wagen zu nehmen, um ihn richtig nutzen zu können. Das war in den vergangenen Jahren leider nicht möglich.

Haben Sie eine Lieblingsroute, die Sie mit dem Cabrio fahren?

Ich fahre gerne von Köln in die Eifel oder ins Bergische – durch den Wald und ganz viel Grün. Richtig schön ist es auch an der holländischen Küste. Besonders gerne würde ich mal mit dem Wagen über die Alpen nach Italien oder an die Côte d'Azur fahren.

Ich versuche aber auch, immer wieder neue Strecken zu entdecken und fahre einfach mal ins Blaue. Das ist das Schöne am Cabrio-Fahren: Man hat Zeit und kann sich treiben lassen.

Auch Ihr Moderationskollege Jan Hofer von der Tagesschau ist großer Oldtimer- und Cabrio-Fan – tauschen Sie sich ab und an mal aus und geben sich gegenseitig Tipps? 

Das stimmt, Oldtimer und Cabrios sind Jan Hofers größtes Hobby – wir sprechen sehr viel darüber. Jedes Mal, wenn wir uns sehen, ist das erstmal das bestimmende Thema. Es macht großen Spaß, sich mit ihm auszutauschen – er ist ein wahrer Experte auf dem Gebiet. Wir haben uns ja sogar auf einer Oldtimer-Tour vor über zehn Jahren kennengelernt.

Werden Sie häufig mit den typischen Klischees konfrontiert – „Frau und Autofan, geht das überhaupt?!“?

Mit diesen typischen Klischees werde ich eigentlich wenig konfrontiert. Es kommt natürlich schon vor, dass Menschen zunächst erstaunt sind, wenn Sie von meiner Begeisterung für Oldtimer oder meinem Interesse für Technik erfahren.

Das stört mich jedoch keineswegs – weil es ja durchaus auch ungewöhnlich ist. Für viele Frauen sind Autos Gebrauchsgegenstände, in denen man bequem sitzen können muss und die einen zuverlässig von A nach B bringen. Ich möchte daneben auch wissen, wie es unter der Motorhaube aussieht, welche Technik dahintersteckt und wie etwas funktioniert.

Zur Person:

Für Millionen Fernsehzuschauer ist die Moderatorin des „Wetter im Ersten“, Claudia Kleinert, ein Begriff – neben den Wetternachrichten ist sie immer wieder in zahlreiche Sendungen ein gefragter Gast. In ihrer Freizeit geht sie ihrer Vorliebe für Oldtimer nach – vor allem in ihrem eigenen Mercedes-Benz 350 SL Cabrio.

Text: Thilo Grösch | Bildmaterial: Thomas & Thomas