Die schwedische Firma Scania ist ein Hersteller von Nutzfahrzeugen, der vorwiegend LKW produziert. Aber auch die Produktion von Schiffsdieseln, Omnibussen und Motoren für die Industrie gehören zum Portfolio der Schweden. Mehrheitlich gehört das Unternehmen zum Volkswagen Konzern und ist größter Produzent von LKW Zugmaschinen in Europa sowie in Südamerika.
Die Vorgänger von Scania gehen um 1900 auf den Zusammenschluss von zwei schwedischen Unternehmen zurück, der Firmen Vabis und Scania. Anfangs wurden Güterwagen für die schwedische Bahn hergestellt, die Produktion von Nutzfahrzeugen begann bei Scania im Jahr 1903. Vabis stellte bereits um 1902 erste Lastwagen her und ab 1907 auch Motoren. Die Herstellung von LKW in Vorserienfertigung stellte sich allerdings erst mit der kompletten Fusion beider Firmen zu Scania-Vabis ein. Im Jahr 1919 stellte Scania-Vabis seine Aktivitäten komplett auf die Produktion von LKW um, ging aber mangels Nachfrage 1921 in Konkurs. Erst die Neugründung im gleichen Jahr, bei der der Firmenname Scania beibehalten wurde, konnte zum späteren wirtschaftlichen Erfolg führen.
Erste Erfolge feierte Scania mit seinen Omnibussen im Jahr 1932, dicht gefolgt von Frontlenker-LKW die über die ersten Dieselantriebe verfügten. Nach dem 2. Weltkrieg will Scania sein Händlernetz erweitern. Taktischer Schachzug ist hierbei der Auftritt als Generalimporteur für den Volkswagen Konzern im Jahr 1948. Das erste ausländische Werk wurde in Brasilien im Jahr 1962 eröffnet sowie eine weitere Dependance in den Niederlanden. In Deutschland wurde man erst durch Norddeutsche Speditionen auf die LKW von Scania aufmerksam, da es in der Bundesrepublik keinen aktiven Händler gab. Schnell sprach sich die Zuverlässigkeit der Scania LKW im Bundesgebiet herum, so dass 1968 die erste deutsche Niederlassung gegründet wurde. Meistverkauftes Modell war zu dieser Zeit der Scania L 110 Super.
Im Jahr 1969 fusionierte Scania mit Saab und produzierte bis zum Ausstieg von Saab im Jahr 1995 LKW unter dem Namen Saab-Scania. Vier Jahre später wurde eine geplante Übernahme seitens Volvo vom schwedischen Kartellamt abgelehnt, was den Weg für den Einstieg der Volkswagen AG frei machte.
Die lange Tradition bei der Herstellung von LKW unterstreicht das Festhalten an der Firmenphilosophie, schwere LKW ab einem Gewicht von 18 Tonnen zu produzieren. Auch Baufahrzeuge gehören zum Repertoire von Scania sowie die Herstellung von Omnibussen im Reise- und Liniendienst. Bei den Verkaufszahlen für schwere LKW liegt Scania in Deutschland nur knapp hinter den Wettbewerbern Volvo und DAF, allerdings vor Iveco und Renault.