Der Motorroller bewegte besonders in der Wirtschaftswunderzeit der 50er Jahre die „jungen Wilden“ auf ihren Wegen und symbolisierte die neu entdeckte Freiheit der Jugendlichen. Das mit einem 2-Taktaggregat motorisierte Zweirad, mit dem obligatorischen Regenschutz an der Vorderachse, beförderte bis zu zwei Personen auf einer großzügigen Sitzbank durch die Lande. In kürzester Zeit avancierte der Motorroller zum Kultobjekt und prägte das Straßenbild in Europas Metropolen.
Insbesondere der italienischen Hersteller Piaggio konnte mit seiner einfach konstruierten Vespa die Jugend begeistern und besonders in den USA und Europa viele Modelle verkaufen. Schnell sprangen auch weitere Manufakturen, wie etwa Heinkel und Maico, auf diesen Zug mit auf. An die Verkaufszahlen der Vespa reichten sie allerdings nie heran. Einzig in der ehemaligen DDR konnte sich der Schwalbe-Motorroller von Simson einer großen Beliebtheit erfreuen und war ein weit verbreitetes Verkehrsmittel bis hin zum Mauerfall.
In den 70er Jahren kippten neuartige Fahrzeuge wie das Moped, Mokick oder auch das Kleinkraftrad den Trend des Motorrollers. Auch großvolumige Motorroller aus den Schmieden von Honda, mit der Silver Wing, oder Suzuki konnten den Trend zu diesen Gefährten nicht unterbinden. Viele Hersteller nahmen daraufhin den Motorroller aus der Produktion oder ließen ihre Modelle in Lizenz für den Fernost-Markt bauen.
Heutzutage kommen kleine bis mittlere Motorroller hauptsächlich als Korea-Import auf den europäischen Markt. Hersteller wie Dealim, Kymco aus Korea und Yamaha aus Japan sind die am häufigsten anzutreffenden Modelle im Straßenverkehr. Aber auch Piaggio, Aprilia und Peugeot verkaufen noch kleine Mengen an Motorrollern in Europa, hauptsächlich in südlichen Gefilden.
Beliebte Motorroller-Modelle stammen von: Aprilia, Daelim, Kymco, Piaggio und Vespa