VW Amarok (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preise und Kosten

Normalerweise ist VW immer ein bisschen später dran als die anderen. Doch beim Amarok haben die Niedersachsen zumindest die deutsche Konkurrenz einmal abgehängt. Denn als der Pick-Up im Jahr 2010 auf den Markt kam, war er der erste Pritschenwagen, den ein deutscher Hersteller entwickelt hat – wenngleich der Fokus zunächst auf Regionen wie Südamerika, Südafrika und Südostasien lag und das Auto deshalb anfangs auch nur in Argentinien produziert wurde. Doch als praktischer Helfer für Handwerker und Traumwagen für Großstadt-Cowboys ist der Amarok auch in Europa so gut angenommen worden, dass VW eine weitere Produktion in Hannover gestartet hat. Inzwischen ist auch die deutsche Konkurrenz aufgewacht, 2018 will Mercedes mit der X-Klasse nachziehen.

Daten

Daten

Zwar gibt es bei VW kaum eine Baureihe, für die man so viel Zubehör bestellen kann, wie für den Amarok. Doch das Modellprogramm könnte kaum einfacher strukturiert sein. Denn in Deutschland gibt es den 5,25 Meter langen Pritschenwagen seit dem Facelift im Jahr 2016 ausschließlich als viertürige Doppelkabine mit einem 3,0 Liter großen V6-Diesel, Allradantrieb und Achtgang-Automatik. Nur bei den Ausstattungsvarianten bietet VW mit Comfortline, Highline, Canyon und Aventura noch eine gewisse Auswahl an. Damit einher gehen auch zwei Leistungsstufen für den Selbstzünder: Es gibt den Motor mit 204 PS oder 224 PS. Erst im Sommer 2017 soll eine weitere Variante des V6-Motors mit 163 PS kommen.

Mit einem maximalen Drehmoment von 500 Nm beschleunigt der 204 PS-Diesel den Amarok in 9,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglicht ein Spitzentempo von 184 km/h. Die Version mit 224 PS hat 550 Nm, schafft den Sprint in 8,0 Sekunden und erreicht bei Vollgas 191 km/h. Der Verbrauch liegt in beiden Fällen auf dem Prüfstand im Mittel bei 7,5 Litern.

  • aktuell nur ein V6-Diesel mit 204 PS oder 224 PS
  • immer mit 8-Gang-Automatik und Allrad
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Test

Test

Der VW Amarok überzeugt in den Tests. Nicht allein durch seine Nehmerqualitäten, weil er sich im Gelände besser schlägt als all die modernen SUVs und an der Laderampe mühelos Lasten von bis zu einer Tonne schultern kann. Auch das Interieur, das in typischer VW-Manier etwas vornehmer ist als bei den Asiaten, begeistert die Entscheider für den arktischen Wolf der Niedersachsen. Vor allem loben Kunden und Kritiker aber das einnehmende Fahrgefühl in diesem Pritschenwagen. Denn kaum sitzt man hinter dem großen Lenkrad, fühlt man sich ein wenig wie ein moderner Cowboy oder Gaucho und träumt von Freiheit und Abenteuer. Diese Fähigkeit, die Phantasie des Fahrers anzuregen und ihn Gedanken auf weite Reisen zu schicken, haben gewöhnliche Geländewagen längst verloren.

  • hohe Durchsetzungskraft im Gelände
  • üppige Ladekapazität
  • vergleichsweise wohnlicher Innenraum
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Preise

Preise

Der Amarok kostet in der Grundausstattung Comfortline mindestens 40.996 Euro und steht in der Topversion Aventura mit 55.371 Euro in der Liste. Weil VW den Wagen hierzulande bislang ausschließlich als Doppelkabine mit V6-Diesel mit 204 PS und 224 PS sowie mit Allrad anbietet, ist er damit deutlich teurer als Konkurrenten wie der Mitsubishi L200, der als Einzelkabine mit 154 PS und Allrad bereits ab 26.290 Euro zu haben ist, oder der Hilux, den Toyota als Single Cab mit 150 PS ab 24.590 Euro verkauft. Selbst wer die Konkurrenzmodelle in der jeweils teuersten Konfiguration bestellt, kommt kaum über das Einstiegsniveau des Amarok hinaus. Zumindest bis Mercedes die X-Klasse in den Handel bringt, gebührt den Niedersachsen damit die Preisführerschaft unter den Pick-up-Anbietern. Erst im Sommer 2017 soll eine Version mit 163 PS für 30.607 Euro aufwärts die Preisposition ein wenig zurechtrücken.

Man muss deshalb nach anderen Fahrzeugen schauen, wenn man sich die Preise schön rechnen will. Der identisch motorisierte VW Touareg zum Beispiel ist mindestens 13.000 Euro teurer, kann lange nicht so viel laden und streicht im Gelände früher die Segel – selbst wenn er die bessere Ausstattung hat.

  • Grundpreis 40.996 Euro
  • teuerstes Modell am Markt
  • deutliche Preisvorteile gegenüber konventionellen SUV
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Beschreibung

Serienbeschreibung

VW feiert den Amarok als ersten echten Pick-Up der Marke. So ganz stimmt das allerdings nicht. Denn schon vom VW Bus gab es immer auch eine Variante mit Pritsche, vom großen Bruder LT ebenfalls.


Vorderansicht - schräg
Der Amarok ist ein praktischer Helfer für Handwerker und ein Traumwagen für Großstadt-Cowboys.
Seitenansicht

Außerdem hatte VW in den 1990ern eine Generation des Toyota Hilux als Taro angeboten und den ersten Caddy konnte man ebenfalls mit offener Ladefläche kaufen. Anderseits ist der Amarok aber tatsächlich das erste Auto, das VW gezielt und ausschließlich als Pick-up entwickelt hat – konstruiert auf einem klassischen Leiterrahmen und zugeschnitten auf die so genannte Ein-Tonnen-Klasse, die weltweit die größte Rolle in diesem Segment einnimmt.

Dominiert wird dieses vor allem in Asien, Südamerika, Afrika und Australien bedeutende Geschäft von japanischen Modellen wie dem Mitsubishi L200, dem Toyota Hilux und dem Nissan Navarra, die alle auch in Europa angeboten werden. Sieht man einmal von dem aus dem globalen Portfolio nach Deutschland importierten Ford Ranger ab, war der Amarok tatsächlich der erste Pick-up eines europäischen Herstellers in diesem Segment – und hat seitdem reichlich Nachahmer bekommen: Fiat ist 2016 mit dem Fullback eingestiegen, Renault kommt 2017 mit dem Alaskan und als zweiter deutscher Hersteller startet 2018 Mercedes mit der X-Klasse.

Als Wolf der Eskimos erobert er die Welt

Benannt nach der Bezeichnung für „Wolf“ in der Sprache der Eskimo und zunächst nur in Argentinien gebaut, hat VW den Amarok mit klassischem Heck- oder praktischem Allradantrieb im Jahr 2010 erst in Südamerika und nach den Sommerferien dann in Europa verkauft. Dort kam der Wagen so gut an, dass die Nutzfahrzeugabteilung auch im Stammwerk Hannover eine Linie für den Pick-up eingerichtet hat.

Bei der Positionierung des Pritschenwagens pendelt VW zwischen Lifestyle und Laderampe und bewirbt den Amarok gleichermaßen als handfesten Geländewagen für verhinderte Großstadt-Cowboys wie als praktische Pritsche für Handwerker mit eher groben Aufgaben. Deshalb gibt es den Amarok wahlweise mit geräumiger Doppelkabine und vergleichsweise komfortabler Ausstattung oder als Zweitürer mit entsprechend größerer Ladefläche – zumindest im Rest der Welt. In Deutschland hat sich VW zuletzt auf das offenbar einträglichere Geschäft mit der privaten Kundschaft verlegt und nur die Doppelkabine im Programm. Dafür gibt es allerdings reichlich Zubehör zur Individualisierung, das beim Amarok viel häufiger bestellt wird als bei anderen Baureihen – vom Kabinenaufbau für die Pritsche bis hin zum Chrombalken mit Zusatzscheinwerfern auf dem Dach.

Immer wieder frisch gemacht

Über die Jahre hat VW den Amarok immer wieder aktualisiert, neue Modellvarianten wie den „Canyon“ aufgelegt, Interieur und Infotainment auf Vordermann gebracht und so die Baureihe frisch gehalten – zuletzt mit einem großen Facelift im Jahr 2016, bei dem das Motorenprogramm für den Vertrieb in Deutschland auf einen Diesel zusammen gestrichen wurde – dafür allerdings erstmals und als einziger im Segment mit sechs Zylindern und 8-Gang-Automatik sowie serienmäßig mit dem Allradantrieb 4Motion. Aktuell gibt es das Triebwerk in zwei, ab dem Sommer 2017 in drei Leistungsstufen von 163 PS bis 224 PS.

Obwohl bei der Nutzfahrzeugsparte angesiedelt und deshalb im Modellzyklus etwas ausdauernder als die von der Pkw-Division verantworteten Baureihen, ist der Amarok mittlerweile allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen. Vermutlich 2018, spätestens 2019 kommt deshalb die zweite Generation.