Opel Zafira / Zafira Tourer (Serie)

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Als der Opel Zafira A 1999 auf den Markt kam, zahlte man noch in D-Mark - und der Begriff “Kompaktvan” war noch ein unverständliches Kunstwort. Auf Basis des damaligen Astra entwickelte Opel ein Raumwunder. Nur drei Zentimeter länger als der kompakte Golf-Gegner - aber dafür passten nun sieben Passagiere in das Fahrzeug. Möglich macht es das damals sensationelle Flex7-Prinzip, das die hinteren Sitze vollständig versenken ließ. Die mittlere Sitzreihe konnte man zusammenklappen - und voilà, fertig war eine 1,80 Meter lange Ladefläche.

Daten

Daten

Für den aktuellen Zafira bietet Opel zehn verschiedene Motorisierungen an. Bei den Benzinern reicht die Spannweite von 120 PS bis 200 PS und bei den Diesel-Motoren ebenfalls von 120 PS bis 170 PS. Dazu kommen eine Autogas-Variante mit 140 PS sowie eine Erdgas-Variante mit 150 PS. Doch der Zafira braucht auch viel Kraft. Als Leergewicht gibt Opel rund 1,6 Tonnen an, die der Motor befördern muss. Besonders beliebt daher: Der 1,4 Liter Turbo-Benziner mit 140 PS. Etwas irritierend: Die Top-Motorisierung mit 200 PS ist nur mit manueller Schaltung zu haben. Bei den Dieseln dominiert der kraftvolle 2-Liter-Diesel mit 170 PS, der von Anfahrschwäche nichts merken lässt.

  • sparsame und flotte Motoren
  • nur 6-Gang-Schaltung oder Sechsstufen-Automatik
  • Start-Stopp-Automatik etwas langsam
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Test

Test

Der Opel Zafira hat sich stetig weiterentwickelt, vom ordentlichen Platzwunder (Zafira A) zum aktuell eleganten Zafira C. Er liefert rundum Qualität, was seinen Beliebtheitswert bei den Testern nach oben getrieben hat. Wenn auch mit ein paar Einschränkungen: Die Einstiegs-Motorisierung gilt als eher schwachbrüstig. Ebenso wie die LPG- oder CNG-Varianten keinen Geschwindigkeitsrausch erzeugen. Doch dafür hat Opel den Komfort und die Geräumigkeit als Kernkompetenzen des Zafira durch drei Generationen bewahrt.

  • extrem vielseitig umbaubar
  • eleganter Auftritt
  • komfortabler Viersitzer
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Preise

Preise

Nach wie vor liegt der Einstiegspreis für den Zafira mit 21.990 Euro in der Basisvariante recht weit unten. Wer allerdings die beste Ausstattungsstufe mit dem stärksten Diesel (170 PS) kombinieren möchte, muss auch schon fast 36.000 Euro locker machen – ohne Extras. Interessanterweise hat Opel die Preisliste zweigeteilt: in eine “Business”- und die bekannten Ausstattungslinien. Wer den mittleren Rücksitz zum Loungesessel mit Armlehnen umbauen oder Parkpilot und Rückfahrkamera nutzen möchte, investiert am besten in die Business-Ausstattung. Unter Umständen kann das billiger sein als die herkömmliche Ausstattung. Doch gegen Aufpreis gibt es immerhin Innovationen wie den radarbasierten Abstandsregel-Tempomat mit Notbrems-Funktion, den Totwinkel-Warner im Seitenspiegel, den Spurhalte-Assistenten oder auch die neue Frontkamera mit verbesserter Verkehrszeichenerkennung.

  • viele Assistenzsysteme
  • aufpreispflichtige, verschiebbare Mittelkonsole
  • adaptives Fahrwerk „FlexRide“ mit elektronischer Dämpferregelung und drei Fahrmodi
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Der Zafira war so erfolgreich, dass er in seinem Segment lange den Markt anführte. So erfolgreich, dass er quasi im Alleingang Opels Fertigungsstandort Bochum um einige Jahre verlängerte - bis zur Verlagerung der Zafira B Produktion nach Polen.


Vorderansicht - schräg
Der Zafira - viel Platz auf wenig Raum.
Seitenansicht

Der Kompaktvan fiel auf, bot mit seiner ansteigenden Seitenlinie und den getönten Scheiben damals das dynamischste Äußere der Opelfamilie. Dazu kam eine Motorisierung, die sich durchaus sehen ließ: Die Benziner boten Leistung zwischen 101 und 200 PS, das Spektrum der Dieselmotoren reichte von 82 bis 125 PS. Mit dem 2,2 Liter DTI stellte der Zafira auch den stärksten Dieselmotor seiner Klasse. Doch der eigentliche Clou gelang Opel mit dem CNG-Modell, dem ersten nur mit Erdgas betriebenen PKW. Der 1,6-Liter-Motor zählte zwar nicht zu den Beschleunigungswundern, doch dafür schonte er das Portemonnaie. Allerdings nicht bei der Anschaffung, schon beim Basispreis lag der Zafira knapp unter 20.000 Euro. In der Spitzenausstattung schrammte der 2,2-Liter-Turbodiesel an der 25.000-Euro-Grenze - dafür war immerhin ESP standardmäßig dabei.

Eleganz ist Trumpf

Bei der Modellpflege 2003 erweiterte Opel die Motorenpalette ein wenig und arbeitete das Äußere des Zafira auf: Der Kühlergrill erhielt die typische verchromte Mittelstrebe, und neben anderen Kleinigkeiten waren die Türgriffe nicht mehr schwarz lackiert, sondern in der Wagenfarbe. Im Inneren veränderte sich vor allem die Sitzbank, die nun geteilt umklappbar war.Zwei Jahre später stellte Opel den Zafira B vor. 1,4 Millionen Mal war da der Zafira schon vom Band gelaufen. Die Unterschiede waren schon vom ersten Augenblick erkennbar: Der Zafira wandelte sich vom Personen-Transporter zum eleganten Minivan. Zwar blieb die Plattform die gleiche wie beim Vorgänger, doch die Karosserie übernahm einiges vom Astra Caravan, etwa die langgezogene Frontpartie mit den prominenten Scheinwerfern. Aber vor allem das Flex7-System überzeugte wieder. Zwar hatten die Passagiere in der dritten Reihe nicht besonders viel Fußraum, doch dafür ließ sich die Mittelreihe beliebig verschieben. Wer die hintersten Plätze nicht belegte, sondern einfach versenkte, gewann 645 Liter Gepäckraum. Wer sogar nur zwei Personen beförderte und die mittlere Reihe umklappte, hatte 1820 Liter zur Verfügung. Auch die Motorisierung war deutlich leistungsstärker, die Spitze bildete eine OPC-Version mit 240 PS. Aber auch reguläre Zafira ließen sich durchaus mit 200 PS ausstatten. Für die Basisversion stand ein 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS zur Verfügung, als besonders leistungsfreudig galt aber vor allem der 1,8-Liter-Benziner mit 140 PS. Die Erdgas-Versionen mit 94 PS und 97 PS waren dagegen eher träge. Dieser Ruf änderte sich erst mit dem 150 PS starken CNG-Turbo, auch wenn der immer noch 11,5 Sekunden brauchte, um auf Tempo 100 zu beschleunigen.Kostenmäßig blieb der Zafira dem Grundpreis von 19.990 Euro treu, steigerte sich aber mit der 150-PS-Version auf 26.095 Euro. Und auch hier waren immer noch reizvolle Ausstattungsdetails gegen Aufpreis zu haben. Etwa das Glas-Panorama-Dach, das FlexOrganizer-Paket um Netze und Trennstangen zu fixieren oder das adaptive Fahrlicht mit Bi-Xenon-Scheinwerfern. Zur Modellpflege 2008 wurde die Frontpartie leicht verändert, die optisch vor allem am Kühlergrill mit verchromten Querstreben und den chromfarbenen Scheinwerfergehäusen zu erkennen war. Bei den Motoren hielten vor allem die neuen Ecotec-Varianten Einzug, die mehr Leistung bei niedrigerem Verbrauch boten.

Zwei Sitze weniger sind mehr Platz

Im Januar 2012 wurde der Zafira C eingeführt. Um ihn vom bis 2014 weiter gebauten Zafira B zu unterscheiden, hieß das neue Modell Zafira Tourer, das alte wurde Zafira Family getauft. Ganz deutlich wurde der Unterschied an der Frontpartie: Beim Zafira C dominiert die pfeilförmige Scheinwerfer-Verglasung. Ein weiterer Unterschied zum Zafira B: Das Flex7-System für den Siebensitzer ist zwar noch ein Bestandteil des Zafira-Konzepts, doch nur in den höheren Ausstattungsklassen. Dafür ist der Tourer 19 Zentimeter länger, 4,66 Meter insgesamt. Mit diesen Maßen liegt er zwischen dem Hauptkonkurrenten VW Touran und größeren Vans wie dem Seat Alhambra.Zur Einführung gab Opel dem Zafira Tourer fünf Benziner zwischen 115 PS und 140 PS und ebenso viele Dieselmotor-Varianten mit, die zwischen 110 PS und 165 PS lieferten. Alle Motoren fuhren mit Turboaufladung und 6-Gang-Getriebe, mit Ausnahme des etwas schwächelnden 115-PS-Basisbenziners mit 5-Gang-Getriebe. Bei der Modellpflege, die seit September 2016 am Markt ist, hat sich der nur noch “Zafira” genannte Kompaktvan wieder dem Äußeren der aktuellen Opel-Familie angenähert. Besonders deutlich ist das an der veränderten Frontpartie mit Chromspange und der Scheinwerfer-Partie, die jetzt wieder mehr dem Astra ähnelt. Auch im Innern hat Opel das Design überarbeitet. Herzstück ist ein Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt und die oft kritisierte Zahl an Knöpfen und Reglern beseitigte. In der Fünfsitzer-Variante bietet der Zafira zwischen 710 und 1860 Liter Gepäckraum, als Siebensitzer sind es zwischen 152 und 1792 Liter. Das Flex7-Raumkonzept wurde zwar beibehalten, kostet aber nun 750 Euro Aufpreis.

Ungewisse Zukunft

Ob sich der Zafira hält, ist angesichts der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern fraglich. Das Konzept Van wird immer mehr vom SUV verdrängt, 2017 verkauften sich gerade noch einmal knappe 37.000 Vans. Langfristig wird PSA wohl das Zafira-Segment mit dem Crossover-Modell Grandland X ausfüllen.